Monday, December 04, 2006

Fraser Island

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Wow!!!
Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll...
Gestern Nachmittag sind wir von Fraser Island zurueckgekommen, nach zweieinhalb Tagen im Paradies. Diese Insel ist sooooo schoen! Ich kann jetzt hier so viel schreiben, wie ich moechte, ich kann naechstes Jahr Fotos zeigen, aber dabei werden weder die ganze Schoenheit der Insel, noch die Atmosphaere, noch der ganze Spass, den meine Gruppe hatte, komplett rueberkommen.
Und wir hatten richtig viel Glueck mit dem Wetter!!! Am Tag vor unserer Abfahrt regnete es von morgens bis abends (als wir auf dem Sandblow waren und die Klippen heruntergeklettert sind, sodass wir vollkommen durchnaesst wurden:-), und gestern abend fing es wieder an und regnete die ganze Nacht. Aber die drei Tage, die wir auf der Insel waren, waren trocken!
Die Gruppe war gut gemischt: drei Deutsche, zwei Englaender, eine Kanadierin, ein Amerikaner, zwei Irinnen und ein Schweizer; alle zwischen 19 (ich war das Kueken;-) und 32. Wir haben uns richtig gut verstanden, sodass der Ausflug ein voller Erfolg wurde.
Am Nachmittag vor der Abfahrt mussten wir an einem Briefing teilnehmen, in dem wir ein bisschen was ueber die Insel erfuhren, und ueber sicheres Camping und 4WD-Fahren.
Freitag Morgen fing dann der Spass an: nach einem gratis Pancake-Fruehstueck musste sich die Gruppe im Hinterhof des Hostels einfinden (insgesamt waren es fuenf Gruppen, je à zehn oder elf Personen). Wir bekamen Listen in die Hand gedrueckt und von Merve, dem enthusiastischen Vermieter der Jeeps, alle moeglichen wichtigen Dinge erklaert.
Dann mussten wir packen: Essen und Getraenke in zwei riesige "eskies" (=Kuehlboxen), Geschirr etc. in Plastikkisten und alles andere wie Taschen, Isomatten, Zelte usw. lose. Alles musste aufs Dach des Autos (welches ich auf den Namen "Dolphin Joe" taufte, da auf seiner Seite ein paar schon sehr ausgeblichene Delfine aufgemalt waren) geschnallt (auf eine extra Plattform mit kleinem Gelaender) und mit einer Plane verschnuert und gesichert werden.
Nachdem dies getan war, wurden alle potenziellen Fahrer der Gruppe noch einmal in die Geheimnisse des 4WD-Fahrens eingewiesen.
Gegen elf Uhr ging es dann los: in Kolonne fuhren wir, von Merve begleitet, zur Faehre. Da diese einfach am Strand anlegte, bekamen wir hier schonmal einen Vorgeschmack aufs im-Sand-fahren. Nach einer siebenminuetigen Ueberfahrt zur Insel, waehrend der wir ein Stueck von einem Delfin begleitet wurden, konnte das Abenteuer losgehen: wir waren auf der Insel!!!
Als erstes fuhren wir ca. eine Stunde den 75-Mile-Beach entlang, bis wir zum Abzweig kamen, der zum Lake McKenzie fuehrt. Das war ein Spass auf dem Inland-Track! Die "Strasse" bestand aus tiefem und weichem Sand, in dem sich unglaublich viele Schlagloecher, Schwellen etc. verbargen. Hier wurde klar, warum auf der Insel nur Allradfahrzeuge erlaubt sind.
Neben dem Fahrer sassen zwei Leute vorne, die anderen sieben sassen sich auf zwei Laengsbaenken hinten gegenueber. Besser als Achterbahn!!!;-)
Fuer die 17 Kilometer zum Parkplatz am See brauchten wir nochmal eine gute Stunde. Nach einem leckeren Mittagessen mitten im Wald ging es runter zum See, welcher wunderschoen ist: extrem klares Wasser, das die ersten fuenf bis zehn Meter sehr flach ist und tuerkis-hellblau leuchtet, dann aber abrupt tief wird und dunkelblau in der Sonne strahlt. Der Strand ist schneeweiss. Dazu ist der See von Wald umrandet, wunderschoen. Als wir alle im Wasser waren, sahen wir unseren ersten Dingo: er kam aus dem Gebuesch, lief schnurstracks zum Wasser, trank in aller Ruhe, und verschwand dann wieder. Dingos sind die "Wappen"tiere Fraser Islands: dort leben die reinsten Tiere in ganz Australien, da durch die Abgrenzung vom Festland und des Haustierverbots auf der Insel, da Nationalpark, keine Kreuzungen mit domestizierten Hunden entstehen konnten.
Nach ca. einer Stunde im See, dessen Wasser schoen erfrischend war und in dem wir auch eine kleine Wasserschildkroete sahen, die ein Schnorchler auf seiner Hand heraufgeholt hatte, ging es weiter, da wir vor Dunkelheit unseren ausgewaehlten Campingplatz erreichen wollten und auf dem Weg noch in Eurong, einer der drei Siedlungen auf der Insel, Eis fuer den esky besorgen mussten.
Nach ungefaehr anderthalb Stunden waren wir zurueck auf dem 75-Mile-Beach, dem Oststrand der Insel, dem wir nach Norden folgten.
Waehrend der Fahrt und am See hatten wir Spass mit den beiden Wasserpistolen, die Tim mitgebracht hatte, da wir uns selbst gegenseitig im Auto nassspritzten, oder versuchten, bei entgegenkommenden Fahrzeugen in die Fenster hineinzuspritzen. Teilweise mit Erfolg!
Reaktion einer kompletten Jungs-Gruppe war daraufhin ein zum Fenster hinausgestreckter blanker Hintern;-)
Abends campten wir, wie fast alle anderen Gruppen auch, ca. zehn Kilometer noerdlich von Eurong. Die "Campingplaetze" sind nur ausgewiesene Flaechen, auf denen campen erlaubt ist, aber ohne alles: kein Wasser, keine Toiletten, keine Feuerstelle. Richtig natuerlich. Sein Gescheaft verrichtet man irgendwo in den Duenen, und Abendessen kocht man auf dem Campingkocher, den wir mitbekommen hatten. Die beiden Irinnen uebernahmen das Kochen, waehrend wir die Zelte aufbauten und zwischen Auto und Baum mit Hilfe einer grossen Plane einen Windschutz spannten, da vom Meer eine gute Brise herueberwehte.
Nach Abwasch des Geschirrs und der Toepfe im Meer mit Hilfe von Sand und Salzwasser (Spuelmittel wuerde extreme Schaeden anrichten, und Sand und Meerwasser sind genauso gut) sass unsere Gruppe noch zusammen und erzaehlte. Tim, der Kalifornier, hatte Glowsticks mitgebracht, die man zu Armbaendern zusammenstecken konnte, sodass wir in der Dunkelheit immer wussten, wo sich wer aus unserer Gruppe befand;-) Abends sah ich einen Dingo, der um unsere eskies schlich und nach Futter suchte. Nach einem Klatschen in die Haende und einem scharfen "Go home, dingo!" verschwand er lautlos im Busch.

Am naechsten Morgen ging es weiter nach Norden, vorbei am Maheno Shipwreck und dem suesswasserfuehrenden Eli Creek, die wir am Nachmittag besuchen wollten, zum noerdlichsten Punkt unseres Trips: Indian Head. Ganz ueberraschend taucht auf einer Insel, die nur aus Sand besteht, ein riesiger Felsen auf, der ins Meer hineinragt. Man kann hinauf laufen, ungefaehr 50 Meter hoch, und blickt von oben direkt ins klare Meer. Dieser Punkt ist fuer seine Meeresbewohner beruehmt, und wir hatten Glueck und sahen Delfine, Haie, Rochen, Schildkroeten und Fischschwaerme. Beeindruckend!!! Da das Wasser so klar ist kann man sie super von oben sehen. Nachdem wir eine Weile auf den Felsen zugebracht hatten brauchten wir erstmal eine Abkuehlung, da die Sonne schon morgens brannte. Ein Stueck weit noerdlich des Indian Head sollte es eine Badestelle namens "Champagne Pools" geben, zu der wir hinlaufen wollten.
Nach ca. 40 Minuten am Strand entlang und nochmal zehn Minuten ueber einen Huegel rueber waren wir da: mehrere Felsenpools, in die Meerwasser hineinschwappt, wenn sich groessere Wellen an den Felsen brechen. Eine richtig schoene Abkuehlung in der Hitze! Sogar einige Fische schwammen in den Pools, die wohl von den Wellen heruebergespuelt worden waren. Zum Glueck keine Quallen, Haie etc..;-)
Nach der Rueckkehr zum Auto am Indian Head ging es wieder nach Sueden am Strand entlang, vorbei am Maheno Shipwreck, an dem wir spaeter zelten wollten, zum Eli Creek.
Der ist klasse! Ein Frischwasser-Bach, der ganz klar ist und relativ schnell fliesst. Ueber einen Holzsteg kann man bachaufwaerts laufen, und sich dann auf dem Ruecken zur Muendung treiben lassen. Heather (Kanadierin) und ich haben es ausprobiert, und siehe da, es klappte!
Anschliessend bin ich noch einmal mit Sara, Tim und Jules durchgelaufen.
Leider konnten wir dort, wo wir urspruenglich zelten wollten, nicht hin, da sich unweit der Stelle etwas landeinwaerts ein riesiges Buschfeuer entwickelt hatte. Der ganze Himmel war voller Rauch und hin und wieder konnte man sogar vom Strand aus Flammen sehen.
Selbst die Sonne leuchtete durch den Rauch in einem unwirklichen grellen Orange. Das war sehr beeindruckend, aber natuerlich wollten wir nicht so dicht am Rauch campieren. Deshalb fuhren wir noch etwas weiter und schlugen unsere Zelte ein bis zwei Kilometer suedlich des Schiffswracks auf.
Nachmittags lief der "harte Kern" der Gruppe (alle bis auf die Irinnen und einen Englaender) zum Wrack hin. Hinein darf man nicht, das ist zu gefaehrlich, aber wenn man sieht, mit welcher Wucht sich die Wellen daran brechen und wie wild das Wasser im Wracksinneren sprudelt, dann moechte man da auch gar nicht hinein...
Wir haben Glueck gehabt, es noch zu sehen, denn da es so rostig und morsch ist, soll es naechstes Jahr entfernt werden, weil es sowohl fuer Menschen als auch fuer Tiere eine Gefahr darstellt.
Abends sassen wir wieder alle zusammen und haben erzaehlt, und mit Lagerfeuer waere es perfekt gewesen. Aber das ist auf der Insel verboten, und wir wollten nicht unbedingt ein Buschfeuer starten, nachdem wir das grosse Feuer gesehen hatten.
An diesem Abend hatten wir zweimal Besuch von einem Dingo, der um unser Camp schlich. Um ein paar gute Fotos zu bekommen tat ich natuerlich genau das, was man nicht tun soll: ich ging in die Hocke. Der Dingo war davon aber unbeeindruckt, schien die Kamera aber auch nicht sonderlich zu moegen. Meine Gruppe war zum Glueck nicht so dingoscheu bzw -aengstlich wie die anderen Gruppen, die sie immer fortscheuchten und sich mit Stoecken oder Zeltstangen bewaffneten.
Ein paar von uns verabredeten sich fuer vier Uhr morgens, um zum Wrack zu laufen und von dort aus den Sonnenaufgang anzusehen.
Letztendlich waren dann nicht alle dabei, aber es war klasse. Ein Sonnenaufgang ueber einem Schiffswrack... richtig schoen. Nur der Rauch hing noch etwas in der Luft, was nicht so toll war, und uns oefters husten liess. Im Camp war es aber okay.
Schon um fuenf Uhr war es in der Sonne knallheiss, sodass ich beschloss, nicht ins Zelt zurueckzugehen. Schlafen wollten wir alle nochmal, da wir am letzten Tag erst gegen halb neun aufbrechen wollten bzw. wir wegen der Flut nicht frueher losfahren konnten. Davor waere es nicht sicher gewesen, am Strand zu fahren, der Sand waere zu weich etc.
Stattdessen kletterte ich auf die Gepaeckplattform des Autodachs und schlief dort noch ein bis zwei Stunden, bis es, trotz der angenehmen Brise dort oben, in der Sonne einfach zu heiss wurde.
An diesem letzten Tag stand nur noch der Lake Wabby auf dem Programm. In der Siedlung Happy Valley kauften wir nocheinmal Eis und parkten dann am Strand, um die 1.8 Kilometer zum See zu laufen. Zuerst war es ein ganz schoener Weg, ein schmaler Pfad mitten durch den Wald. Dann jedoch wurde es anstrengend: ein Kilometer ueber Sandduenen rueber, und zwar mehr hoch als runter. Ab und zu kamen wir zu einer steilen Kante, hinter der es gute zwei bis drei Meter runter ging, um dann wieder erneut anzusteigen. Da hat es Spass gemacht, hinunterzuspringen, der Sand war so weich, dass es kein Problem war. Dort kann man wirklich das Gefuehl bekommen, man sei in der Wueste. Nur Sand! Und dann, ploetzlich, blickten wir von oben auf einen kleinen, flaschengruenen See: wir waren da! Noch eine letzte steile Duene hinunter, und wir waren am Wasser.
Der See ist wunderschoen, direkt von Wald umrandet (bis auf die Seite an der Duene), und das Wasser ist tiefgruen. Das Bad im See war wunderbar erfrischend, aber das Beste war: die steile Sandduene endete direkt an der Wasserkante. Was taten wir also (d.h. drei aus unserer Gruppe): wir rollten seitwaerts die Duene hinunter (ganz schoen schnell!!!), bevor wir mit einem Platsch im Wasser landeten. Das war ein Spass! Leider wird vorausgesagt, dass dieser See durch Verdunstung und Versandung in vier Jahren verschwunden sein soll.
Der Rueckweg war viel weniger anstrengend, es ging zwar wieder durch den tiefen weichen Sand, aber ueberwiegend abwaerts.
Dann mussten wir uns entscheiden, ob wir erst zur Faehre fahren sollten und dort Mittag essen, oder am Strand essen und dann zur Faehre. Wir entschieden uns fuer ersteres, da wir die 1.30pm Uhr-Faehre nehmen sollten. Und natuerlich musste am Ende noch was kommen: wir steckten im Sand fest! Direkt dort, wo die Faehre anlegen sollte! Wir wollten umdrehen, und dabei drehten die Reifen durch und gruben sich immer weiter in den Sand hinein. Aber nach einem Vor- und Zurueck und dadurch, dass alle anschoben, kamen wir relativ schnell frei, fuhren auf die Faehre, sahen wieder einen Delfin, und assen schliesslich unser Mittagessen auf dem Festland, bevor wir das Auto zurueckbrachten. Ein super Ausflug, fand die ganze Gruppe.

Es ist einfach erstaunlich, wieviel man lernen kann, in drei Tagen mitten in der Natur.
Nachdem wir alles abgeladen hatten checkten wir wieder im Hostel ein, bezogen unsere Zimmer (in meinem waren sonst nur Jungs aus anderen Gruppen, die mit uns auf der Insel waren. Sie bemitleideten mich sofort, dass ich in einem reinen Jungs-Zimmer schlafen sollte, waren aber sehr nett. Ausserdem hatten sie Coldplay-Musik laufen, schonmal sehr sympathisch;-).
Da sich fuer die Dusche eine Schlange gebildet hatte, huepften Heather und ich erst in den Pool, und dann ging ich nochmal zum Strand, kletterte die Klippen zum Sandblow hoch (um ein paar Fotos zu machen), stellte dabei fest, dass hoch komplizierter ist als runter, und ging ueber den Sandblow (schon wieder tiefer weicher Sand, hilfe!) und die Strassen des Dorfes zurueck.
Nach einer kurzen Unterhaltung mit Sara kam ich dann endlich dazu, zu duschen, bevor sich die Gruppe zum Abendessen im Hostel traf. Obwohl wir alle recht muede waren, blieben Sara, Tim, Jules, Simon und ich noch relativ lange auf, erzaehlten und spielten Billard (nach australischen Regeln, die manchmal einleuchtender sind als die, nach denen ich bisher gespielt habe).
(Ach ja, das war der erste Advent. Fiel mir ein, als ich in der Nachmittagssonne vom Sandblow zuruecklief und ueber Wale nachdachte;-).

Am naechsten Morgen nahm ich meine pitschnasse Waesche von der Leine, die ueber Nacht leider nicht getrocknet war, da es in Stroemen geregnet hatte, packte alles zusammen und fuhr mit dem Premier-Bus erst nach Brisbane, und von dort aus weiter nach Byron Bay.
Rainbow Beach ist so schoen, dass ich dort sehr viel laenger haette bleiben koennen, auch wenn es ganz klein und ruhig ist.
Da ich in Brissie zwei Stunden Umsteigezeit hatte, ging ich nochmal zum Foodcourt in der Queen Street Mall, um Mittag zu essen. Das war schon ein merkwuerdiges, wenn auch sehr vertrautes Gefuehl, durch die Strassen von Brisbane zu laufen. Aber der grosse Weihnachtsbaum in der Queen Street ist einfach haesslich und kitschig;-)
Abends kam ich in Byron Bay an und wurde von meinem Hostel, dass ich von Brissie aus angerufen hatte, in einem Kleinbus abgeholt. Ich bekam sogar eine kleine Stadtrundfahrt, damit ich wusste, wo Woolies, der Strand, Bars etc sind. Das war vorgestern.

1 Comments:

At 3:33 PM, Anonymous Anonymous said...

Bush goes ballistic about other countries being evil and dangerous, because they have weapons of mass destruction. But, he insists on building up even a more deadly supply of nuclear arms right here in the US. What do you think? How does that work in a democracy again? How does being more threatening make us more likeable?Isn't the country with
the most weapons the biggest threat to the rest of the world? When one country is the biggest threat to the rest of the world, isn't that likely to be the most hated country?
Are we safer today than we were before?
We have lost friends and influenced no one. No wonder most of the world thinks we suck. Thanks to what george bush has done to our country during the past three years, we do!

 

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