Cape Tribulation

Seit zwei Stunden bin ich wieder aus Cape Tribulation zurueck, wo ich das Wochenende verbracht habe. Das Dorf befindet sich ca. 120 Kilometer noerdlich von Cairns und traegt den Beinamen "where the reef meets the rainforest".
Samstag ging's morgens um halb acht mit dem Tourunternehmen "Cape Trib Connections" los; erster Stop war in Mossman, einem kleinen Dorf ca. eine Stunde Fahrtzeit noerdlich von hier. Dort liefen zwei goldige Border Collies frei herum, die sich haben streicheln lassen und die wir fast mitgenommen haetten!
Weiter ging's zu einem Tierpark, in dem wir drei ineinander verschlungene sechs Meter lange Pythons, einen Fellhaufen aus Sqirrel Glidern, zwei Swamp Wallabies, zwei Cassowaries (Helmkasuare), einige Kakadus und zwei Salties (estuarine crocs) gesehen haben.
Vom Park aus ging's weiter nach Norden durch die Alexandra Ranges, von denen aus man einen tollen Ausblick aufs Meer hatte, und von dort aus weiter nach Cape Tribulation.
Gegen 13 Uhr wurden wir in unserem Hostel/Resort "PK's Jungle Village" abgesetzt und hatten dort 24 Stunden zur freien Verfuegung.
Zuallererst bin ich ueber einen Holzsteg durch Regenwald und Mangrovensumpf zum Strand gegangen. Ein paar dutzend Meter weiter draussen sah man wirklich schon Korallenriffe!
Leider sollte man im Sommer in Nordaustralien nicht im Meer baden, da sowohl fuer Salzwasserkrokodile, als auch fuer Haie und Wuerfelquallen "Jagd"Saison ist.
Das zumindest wird den Touristen erzaehlt. Viele Einheimische gehen trotzdem im Meer baden und behaupten, das sei alles halb so wild.
Trotzdem habe ich es vorgezogen, an Land zu bleiben und bin den Strand entlang zum eigentlichen "Cape Tribulation" gelaufen, einem felsigen gruen bewachsenen Kap. Ich bin die Felsen hochgeklettert und hatte von oben einen tollen Blick auf das Meer, den Strand und den gleich dahinter beginnenden Regenwald. Klasse!
Anschliessend bin ich noch zu einem "offiziellen" Lookout gegangen (zudem extra fuer Touristen ein ordentlich angelegter Weg fuehrt), und zum Strand hinterm Cape.
Abends war ich mit zwei Maedels aus Sydney und einigen Jungs aus Cairns, die wir im Resort getroffen haben, im Pool und in der resorteigenen "Jungle Bar", in der gegen 22 Uhr einige Aboriginals Trommel- und Didgeridoo-Musik zum Besten gegeben haben, was richtig super war!
Heute hatten wir dann noch den Vormittag zur freien Verfuegung. Ich wollte eigentlich nochmal zum Cape, was sich aber als zu gefaehrlich herausgestellt hat, da Flut war. Man muss naemlich einen Bach durchqueren, der den Strand kreuzt. Bei Ebbe ist er hoechstens zehn Zentimeter tief und windet sich maeanderartig ueber den Strand zum Meer hin. Bei Flut jedoch ist er bis zu einem Meter tief und kreuzt den Strand schnurgerade (und der Strand ist dort nicht sehr breit).
Das Pikante an der Sache war , das es ein Muendungsarm eines kleinen Flusses ist, der sich direkt hinter dem Wald durch den Regenwald schlaengelt, und der von niedlichen salties bewohnt ist. Ueberall stehen Warnschilder, man solle sich von der Wasserkante fernhalten und schon gar nicht schwimmen gehen. Bei Flut haette ich diesen Bach nun ca. drei Meter vor dem Warnschild kreuzen muessen - und das Wasser waere durchaus tief genug fuer ein Kroko gewesen... deshalb habe ich es lieber gelassen:-) Ausserdem drueckte die Flut Meerwasser in den Bach, und haette somit auch Wuerfelquallen hineinbefoerdern koennen. Also nicht so einladend das Ganze...
Deshalb habe ich mich nur an den Strand gesetzt, mit den Sydneysidern (den beiden Maedels) erzaehlt, und anschliessend den ganzen Sand abgeduscht und Mittag gegessen.
Um 13 Uhr wurden wir wieder aufgesammelt, erster Stopp auf der Rueckfahrt war bei einer Ice Cream Company, die auf einem grossen Stueck Land tropische Fruechte anbaut, eigens zur Herstellung von Speiseeis. Besonders gut fand ich "Wattleseed", fuer das ich das deutsche Wort nicht kenne.
Stopp Nummer zwei war am von Krokodilen bewohnten Daintree River fuer einen Wildlife Cruise auf einem Boot. Wir sahen zwei crocs, viele Fledermaeuse und Flughunde, eine tree snake, einen green tree frog, und viele Voegel. Ausserdem gab's kostenlosen Daintree-Tee zum Probieren. Lecker!
Letzter "groesserer" Stopp war in der Mossman Gorge, in der wir schwimmen durften. Allerdings waren nur ein anderes Maedel und ich drin, die anderen fanden das Wasser zu kalt. Das war es aber gar nicht, sondern nur schoen erfrischend, nicht so eklig badewannenwarm wie die Pools hier:-)
Und weiter ging's nach Port Douglas zum "4 Mile Beach". Da ueber den Bergen dunkle schwere Wolken aufzogen sah das Wasser nicht so blau aus wie auf den Postkarten. Trotzdem war es sehr schoen, wenn ich auch den Ort etwas nobel fand (ist wohl ein beliebter Urlaubsort von reichen Amis und Stars).
Zurueck nach Cairns ging's ueber eine tolle Strasse direkt am Wasser entlang.
Nachdem ich wieder ins Corona's eingecheckt hatte bin ich erstmal direkt zum "Woolshed" fuer ein gratis Abendessen gegangen (heute Chili con Carne mit Reis, welches das Wort "Chili" zu Recht trug:-), und anschliessend nochmal die Esplanade entlang, um mich von der Stadt zu verabschieden, da es morgen schon frueh weiter nach Townsville geht.
So, jetzt wisst ihr erstmal, wie mein Wochenende so aussah...

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