Goodbye Australia
Dienstag gab es dann doch keine Ostereier mehr...
Ostermontag war mein letzter Tag in Adelaide. Da es ein hoher australischer Feiertag ist, war die Stadt wie ausgestorben. Und heiss war es, heiss, heiss, heiss! Die Sonne brannte erbarmungslos vom blauen Himmel, sodass man es sich zweimal ueberlegte, ob man draussen spazieren ging oder nicht! Ich unterhielt mich ein bisschen mit Paul und Stefan, einem Deutschen, den ich in Alice Springs kennengelernt hatte, und der jetzt zufaellig auch hier war, bevor ich mit der Strassenbahn nach Glenelg fuhr, um ein erfrischendes Bad im Meer zu nehmen.
Nicht, ohne vorher noch einmal auf die Gefahren des Ozeans hingewiesen zu werden, der bei Glenelg normalerweise spiegelglatt und ohne jede Stroemung ist:-)
Paul:"What are you doing today?"
ich: "I'm going for a swim."
Paul:"Where?"
ich: "In the sea."
Paul:"In Glenelg???!!!"
Ich hebe fragend die Augenbrauen.
Paul:"I hope you're a good swimmer - you know, there are sharks, and the rips are really dangerous - beware, and take care!"
:-)
Das Meer war schoen erfrischend, nur eben, wie gesagt, fehlen aufgrund der geschützten Bucht-Lage jegliche Wellen.
Abends, nach Kartenspielen, Abendessen und einem letzten Mal Apple Pie mit Eis, machte ich einen kleinen Spaziergang um die Haeuser. In einem Restaurant, in dem eine geschlossene Gesellschaft stattfand, spielten zwei Maenner Dudelsack. Es war so schoen, dass ich mich draussen hinsetzte und einfach zuhoerte. Eine vorbeikommende Polizeistreife hielt an und fragte, ob alles in Ordnung sei, weil ich hier draussen im Dunkeln saesse!
Und dann wurde es Dienstag, und es gab keine Ostereier. Ich hatte es naemlich schon total vergessen! Um neun Uhr morgens brachte mich Chris mit dem Hostelbus zum Keswick Rail Terminal, von welchem um zehn Uhr der Indian Pacific nach Sydney abfuhr. Neben mir sass eine aeltere Dame, die bis Broken Hill fuhr, wo wir am fruehen Abend eintreffen wuerden. Die Fahrt war sehr schoen, und als wir endlich in Broken Hill (der "Silver City") eintrafen, stand die Sonne schon tief. Auch hier nahm ich an einer "Off-train tour" teil; mit einem Bus fuhren wir durch die Stadt, bekamen Geschichten zu diversen Bauwerken erzaehlt, und besuchten die Royal Flying Doctor Base. Das Buero mit dem Funkraum sah genauso aus wie das in Alice Springs. Das Besondere hier war, dass sich direkt dahinter der Hangar mit den drei kleinen Flugzeugen befand, in den wir hinein durften! Alle drei Maschinen waren zuhause, was bedeutete, dass momentan alles in Ordnung war.
Ostermontag war mein letzter Tag in Adelaide. Da es ein hoher australischer Feiertag ist, war die Stadt wie ausgestorben. Und heiss war es, heiss, heiss, heiss! Die Sonne brannte erbarmungslos vom blauen Himmel, sodass man es sich zweimal ueberlegte, ob man draussen spazieren ging oder nicht! Ich unterhielt mich ein bisschen mit Paul und Stefan, einem Deutschen, den ich in Alice Springs kennengelernt hatte, und der jetzt zufaellig auch hier war, bevor ich mit der Strassenbahn nach Glenelg fuhr, um ein erfrischendes Bad im Meer zu nehmen.
Nicht, ohne vorher noch einmal auf die Gefahren des Ozeans hingewiesen zu werden, der bei Glenelg normalerweise spiegelglatt und ohne jede Stroemung ist:-)
Paul:"What are you doing today?"
ich: "I'm going for a swim."
Paul:"Where?"
ich: "In the sea."
Paul:"In Glenelg???!!!"
Ich hebe fragend die Augenbrauen.
Paul:"I hope you're a good swimmer - you know, there are sharks, and the rips are really dangerous - beware, and take care!"
:-)
Das Meer war schoen erfrischend, nur eben, wie gesagt, fehlen aufgrund der geschützten Bucht-Lage jegliche Wellen.
Abends, nach Kartenspielen, Abendessen und einem letzten Mal Apple Pie mit Eis, machte ich einen kleinen Spaziergang um die Haeuser. In einem Restaurant, in dem eine geschlossene Gesellschaft stattfand, spielten zwei Maenner Dudelsack. Es war so schoen, dass ich mich draussen hinsetzte und einfach zuhoerte. Eine vorbeikommende Polizeistreife hielt an und fragte, ob alles in Ordnung sei, weil ich hier draussen im Dunkeln saesse!
Und dann wurde es Dienstag, und es gab keine Ostereier. Ich hatte es naemlich schon total vergessen! Um neun Uhr morgens brachte mich Chris mit dem Hostelbus zum Keswick Rail Terminal, von welchem um zehn Uhr der Indian Pacific nach Sydney abfuhr. Neben mir sass eine aeltere Dame, die bis Broken Hill fuhr, wo wir am fruehen Abend eintreffen wuerden. Die Fahrt war sehr schoen, und als wir endlich in Broken Hill (der "Silver City") eintrafen, stand die Sonne schon tief. Auch hier nahm ich an einer "Off-train tour" teil; mit einem Bus fuhren wir durch die Stadt, bekamen Geschichten zu diversen Bauwerken erzaehlt, und besuchten die Royal Flying Doctor Base. Das Buero mit dem Funkraum sah genauso aus wie das in Alice Springs. Das Besondere hier war, dass sich direkt dahinter der Hangar mit den drei kleinen Flugzeugen befand, in den wir hinein durften! Alle drei Maschinen waren zuhause, was bedeutete, dass momentan alles in Ordnung war.

Waehrend der Ruckfahrt zum Bahnhof sahen wir aus dem Busfenster einen wunderschoenen -fuer mich allerletzten- Outback-Sonnenuntergang! So einen hatte ich das ganze Jahr ueber nicht gesehen: ein in allen nur denkbaren Farben gluehender Himmel, von koenigsblau ueber quietschgelb und knallpink, orange, rot und violett war alles vertreten. Waere es ein gemaltes Bild gewesen, haette ich es vermutlich fuer unnatuerlich und kitschig befunden. Wir stoppten noch kurz an einer Kunstgalerie, da Broken Hill eine fuer ihre Kuenstler beruehmte Stadt ist, aber ich ging nicht hinein; die Ausstellungsstuecke im Schaufenster reichten schon:-)
Nachts naeherte sich der Indian Pacific immer mehr der Kueste, und als ich morgens aufwachte, befanden wir uns schon in den westlichen Auslaeufern der Blue Mountains. Langsam schlaengelte sich der lange Zug durch Schluchten und an Kanten entlang; ueberall stieg von der Kuehle der Nacht Nebel auf; es sah wunderschoen aus. Wir passierten Katoomba, das ich vier Monate zuvor besucht hatte, und erreichten schliesslich um viertel elf Sydney Central.
Der Indian Pacific hatte seine Reise beendet, aber fuer mich sollte es dabei nicht bleiben, ich hatte nicht vor, ganze fuenf Tage in Sydney zu bleiben.
Seit Alice Springs hatte mich dieses Thema beschaeftigt, ich wollte noch moeglichst viel unternehmen. Da ich noch drei verbleibende Tage auf meinem Bahnpass hatte entschloss ich mich, diese auch zu nutzen.
Kaum in Sydney angekommen, begab ich mich ins Country Link-Buero und buchte noch fuer denselben Abend einen Platz im XPT nach Brisbane, Ankunft am naechsten Morgen. Den Tag wuerde ich noch einmal in der Stadt, die ich mittlererweile so gut kannte, verbringen, bevor ich in der darauffolgenden Nacht abermals im Zug, naemlich nach Sydney zurueck, schlafen wollte.
Damit schlug ich zwei Fliegen mit einer Klappe: meinen Bahnpass nutzte ich noch aus, und sparte zudem das Geld fuer zwei Hosteluebernachtungen. Ausserdem stellte ich meinen eigenen Rekord auf: drei Naechte hintereinander im Zug!
Die Zeit bis zum spaeten Nachmittag verbrachte ich in Sydneys Innenstadt; ich holte mir beim General Post Office meine Rueckflugtickets und Post aus Deutschland ab, und buchte drei Naechte im "George", in dem ich auch schon ueber Weihnachten und Silvester gewohnt hatte.
Dann war es Zeit, in den XPT einzusteigen. Diese Strecke kannte ich per Bahn ja noch gar nicht, aber sie war toll. Noerdlich von Sydney wanden sich die Gleise entlang von Bergen umgebenen Seen, durch Tunnel hindurch, bis Newcastle. Ab dann war es dunkel. Gluecklicherweise hatte ich eine Zweierreihe fuer mich; der Waggon war insgesamt recht leer.
Als wir morgens (mit einer Stunde Verspaetung, die mir aber egal war)gegen sieben Uhr Brisbane erreichten, war ich noch nicht annaehernd ausgeschlafen. Meinen grossen Rucksack verstaute ich in einem Schliessfach im Roma St Transit Centre, waehrend ich den kleinen mit in die Stadt nahm.
Es war toll, noch einmal in Brisbane zu sein, die mir vetrauten Strassen entlangzulaufen, am Flussufer spazieren zu gehen, in der Queen St Mall zu sitzen und im Food Court des Myer Centre noch einmal einen frisch gebackenen Cookie von Mrs Fields zu geniessen:-)
Mit meinem gelben Peter Pan-Armband durfte ich kostenlos ins Internet, bis es dann ploetzlich schon wieder Zeit zur Rueckfahrt nach New South Wales wurde. Diesmal fuhr leider kein Zug direkt von Brisbane durch bis Sydney; wir mussten erst mit einem Country Link-Reisebus bis Casino (das liegt kurz hinter der NSW'schen Grenze) fahren und dort auf den XPT nach Sydney warten.
Das Schoene daran war, dass dieser Bus am 'Hyperdome' vorbei, durch Beenleigh, Surfers Paradise und Coolangatta fuhr. So sah ich durch das Busfenster nochmal all jene Orte, an denen so viele Erinnerungen haengen. In Casino angekommen war es schon dunkel, wir hatten drei Stunden gebraucht. Der Zug, so teilte man uns mit, habe eine Stunde Verspaetung. Als er dann nach 20 Minuten in den Bahnhof einfuhr, freuten wir uns. Wir durften jedoch nicht einsteigen. Der Zug, so hiess es, muesse erst gereinigt werden. Nach weiteren 25 Minuten liess man uns hinein. Ich hatte wieder zwei Sitze fuer mich, was nachts ein schoener Luxus ist, da es sich so gleich viel besser schlaeft.
Am Freitag, dem 13. April war ich zurueck in Sydney, checkte im "George" ein, und ging einkaufen. Montag Abend wollte ich versuchen, standby mit Cathay Pacific nach Hong Kong zu fliegen; und bis es so weit war, hatte ich mir noch viel vorgenommen.
Freitag und Samstag machte ich letzte Besorgungen, ging nochmal zur Didgeridoo-Show ins Outback Centre am Darling Harbour, schlenderte durch den Botanischen Garten und unternahm mehrere Versuche, mich bei Qantas und Cathay Pacific zu listen, die aber allesamt fehlschlugen. Bei Cathay, so sagte man mir, solle ich einfach drei Stunden vor Abflug am Schalter auftauchen, das sei dann schon ok. Na, hoffentlich!
Sonntag fuhr ich mit dem Bus nach Bronte, um mich vom Pazifik zu verabschieden. Ich schwamm ueber eine Stunde draussen in der Brandung der grossen Brecher und konnte mich nicht dazu durchringen, zum Strand zurueckzuschwimmen. Da die Sonne jedoch unbarmherzig brannte und ich nicht am letzten Tag -mal wieder- einen Sonnenband vom Schwimmen bekommen wollte, nahm ich schweren Herzens Abschied vom Meer und fuhr zurueck in die Stadt.
Das war auch ganz gut so, denn nach einer notwendigen Dusche, um das Salz abzuspuelen, nahm das Packen dann doch mehr Zeit in Anspruch, als ich gedacht haette.
Als alles soweit fertig war, war es schon dunkel draussen, und ich machte einen Spaziergang; erstens, um etwas zu essen, zweitens, um das naechtlich erleuchtete Sydney zu sehen und zu fotografieren, und drittens, um am Darling Harbour unten noch ein echt australisches Ginger Beer zu trinken. Mein Spaziergang fuehrte mich erst zum Darling Harbour, wo ich bestimmt eine Stunde lang, wie viele andere auch, sass, um einfach nur auf die erleuchtete Skyline zu blicken, und fasziniert das Wetterleuchten zu beobachten, das aus Richtung Port Jackson / Parramatta zu kommen schien.
Weiter ging's durch ein dunkles Industriegebiet zu den 'Rocks', dem Stadtteil, das Sydneys Anfaenge wiederspiegelt. Nachts in den steilen holprigen Strassen der 'Rocks'; da konnte ich mich ploetzlich problemlos in der Handlung von "Abby Lynn" wiederfinden! 
Letztendlich kam ich doch noch am Circular Quay heraus, blickte auf das stille, dunkle Wasser des Hafens; auf die Faehren, die noch jetzt fast geraeuschlos in den Circular Quay hineinfuhren, betrachtete das weiss strahlende Opernhaus auf der anderen Seite des Wassers und fragte mich, warum mich Staedte bei Nacht immer wieder faszinieren.

Viel zu schnell war es Montag, ich musste um zehn Uhr auschecken, konnte mein Gepaeck aber zum Glueck in einem Raeumchen abstellen, bis ich abends zum Flughafen musste. Eigentlich hatte ich mit dem Zug dorthin fahren wollen, entdeckte aber noch rechtzeitig ein Schild "Airport Shuttle Bus, 12 AUD".
Die nette Dame an der Rezeption fragte nur, wann ich denn abgeholt werden wolle. Um 22 Uhr sollte das Flugzeug starten, ich war also grosszuegig und sagte, 17 Uhr. Sie regelte alles fuer mich, und ich verbrachte den Tag nochmal in der Innenstadt, u.a. am World Square, im Hyde Park und an Mrs Macquaries Chair im Botanischen Garten, von dem aus man einen wunderschoenen Blick ueber das klare blaue Wasser des Hafens auf Opernhaus vor Harbour Bridge hat. Postkarten-Motiv.
Die letzte Stunde vor Abfahrt sass ich im Hostel am Computer und ueberpruefte noch einmal die Buchungslage fuer meinen Wunschflug nach Hong Kong. Sah soweit ganz gut aus. Puenktlich auf die Minute sammelte mich der Fahrer des Shuttle Busses ein. Anstatt jedoch direkt zum Flughafen zu fahren, klapperten wir ueber eine Stunde lang diverse Hotels in Sydney ab; der Fahrer in konstanter Hoffnung, es wuerden sich doch noch irgendwelche weiteren zahlenden Gaeste finden, die zum Flughafen wollten. So sah ich noch einige Vororte der Stadt. Am Ende gesellte sich dann doch noch eine fuenfkoepfige Familie zu uns, sodass wir dann gegen halb sieben am Sydney Airport aufkreuzten. Gerade richtig, denn bis ich am Schalter war, waren es noch genau die drei Stunden bis zum Abflug, die ich vorher hatte dort sein sollen.
Was die Angestellten von Cathay Pacific allerdings nicht so genau nahmen, sie selbst erschienen naemlich erst um 20 Uhr, um die Check-in-Schalter zu oeffnen. Mit meinem Standby-Ticket wussten sie zuerst nichts anzufangen, bis dann ein netter Herr einfach meinte, ach was, ich check dich jetzt einfach ein, und damit hat sich's, was soll denn der ganze Heckmeck. Und damit hatte ich direkt einen Sitzplatz!
Puenktlich starteten wir in die Nacht hinein, von oben warf ich einen letzten Blick auf das sich entfernende Sydney - die naechsten Stunden wuerden wir noch ueber's australische Outback fliegen, wovon man allerdings nachts nichts sehen konnte. Nur auf den Bildschirmen, auf denen die Flugroute mitverfolgt werden kann, sah ich, wie weit es noch war, bis wir Australien endgueltig hinter uns lassen wuerden.
Mir schlichen sich diverse Lieder in den Sinn, Lieder wie "Home Among the Gum Trees", "And the Band Played Waltzing Matilda", oder "I Still Call Australia Home"; und mir war ploetzlich klar, dass der Abschied von diesem wunderschoenen Land, so schwer er auch fiel, bestimmt nicht fuer immer sein wuerde. Mir wurde ganz leicht ums Herz und ich schaute nach vorne, waehrend wir uns wie ein Vogel im Wind unserem Ziel, Hong Kong, naeherten.

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