Tuesday, March 20, 2007

A Town Like Alice

Ich bin wieder aus dem Outback zurueck!
Die letzten drei Tage verbrachte ich im "Roten Herz" Australiens, um Uluru, Kata Tjuta und Watarrka (Kings Canyon). Uluru ist halt... ein Felsen. Ich fand die Olgas (Kata Tjuta) viel beeindruckender: riesige, ca 500m hohe rote Felsendoeme, die ganz steil aufragen, und zwischen denen sich ein toller Weg entlangschlaengelt. Das Tal zwischen den Felsendoemen heisst "Valley of the Winds" und traegt den Namen zu Recht: ausserhalb der Olgas war ueberhaupt kein Wind, aber da drinnen im Tal rauschte er in den Baeumen.




Kings Canyon war auch sehr schoen. Oben entlang des Rims fuehrt ein 6km langer Pfad, der tolle Aussichtspunkte mitnimmt, und unten im Canyon befindet sich ein Wasserloch, umrundet von ganz viel Gruen ("Garden of Eden"). Allerdings war es sehr heiss, wodurch das Laufen recht anstrengend war.




Und wie gesagt - Uluru ist halt ein Felsen. Ich meine, beeindruckend war er schon, so hoch und steil und die verschiedenen Farben, aber irgendwie wird da zu viel Wirbel drum gemacht, und fuer meinen Geschmack ist er viel zu sehr kommerzialisiert.
Allein die vielen Tourbusse, die am Sonnenuntergangsbeobachtungspunkt anhalten, wo dann die Tische mit Glaesern voll Champagner aufgebaut werden, und alle darauf warten, dass der Felsen Chamaeleon spielt und seine Farbe aendert.
Wirklich viel haben wir von der Farbveraenderung nicht gesehen, nur das Rot wurde intensiver. ABER: wir hatten Regen, und was fuer einen!!! Wenn's im Outback erstmal anfaengt, dann aber richtig. DAS war was Besonderes, das Wasser schoss den Felsen runter - Wahnsinn!
Viele aus der Gruppe haben das leider gar nicht geschaetzt, sondern sich beschwert, dass sie nass werden und sich dann erkaelten... in der Waerme!
Und am naechsten Morgen hatten wir genau die richtige Bewoelkung fuer einen kunterbunten Himmel hinter dem Felsen. Das sah wunderschoen aus.



Die zwei Naechte, die wir "da draussen" waren, verbrachten wir im Swag unter freiem Himmel. Die sind sowas von gemuetlich, die Dinger, das glaubt man gar nicht! Abends wurde das Essen immer am/im Lagerfeuer gekocht, und auf dem tragbaren Gasherd. Lecker;-)
Wir hatten Glueck, Wolken zu haben, denn wenn die gerade nicht da waren, war man der Sonne schutzlos ausgeliefert, was bedeutete, 52 Grad. Mit Wolken nur 41 oder 42. Den Unterschied merkt man schon:)
Dann gibt es noch ein sehr informatives Cultural Centre, das den Weissen die Kultur der Anangu, der dortigen Ureinwohner, naeher bringen soll, sodass hoffentlich irgendwann alle einmal verstehen werden, warum man den Felsen nicht besteigen sollte.
Von den vielen Touristen, die alle da hochklettern (und deshalb von den Anangu 'mingas' genannt werden - das heisst Ameisen:-) ist am Aufstieg die ganze rote Farbe ab und es zieht sich eine weisse Linie den Felsen hoch, entlang einer Sicherheitskette zum Festhalten. Sehr haesslich.

Tja, und jetzt bin ich wieder zurueck in Alice Springs und bleibe zwei oder zweieinhalb Wochen hier, um zu arbeiten. Heute habe ich Rollenverteilerin im Hostel "Annie's Place" gespielt - in jede Toilette eine:-) Ansonsten habe ich Baeder geputzt, und morgen darf ich staubsaugen, mit so einem australischen Staubsauger, den man sich auf den Ruecken schnallt. Und wenn ich Glueck habe, kann ich bald abends in der Kueche oder Bar arbeiten.
Jetzt wohne ich -zum ersten Mal seit langer Zeit- nicht mehr in einem Hostel, sondern mit anderen Maedels, die auch im Hostel arbeiten, (wieviele es sind, weiss ich noch nicht so genau) in einem krassen riesigen heruntergekommenen Bungalow. Dort teilen wir uns immer zu zweit ein Zimmer, statt zu sechst oder acht wie in den meisten Hostels, haben eine Waschmaschine, bei der die Muenzen unten wieder rauskommen (kostenlos waschen, muss ich direkt ausnutzen, das letzte Mal konnte ich das auf der Pferderanch in Kalbarri!), eigene Kueche, Bad, Dusche, ein riesiges Sofa, Fernseher, Garten... koennen den Hostelpool benutzen und uns Waschpulver stibitzen:-)
Heute habe ich zwei Dollar in die Waschmaschine gesteckt und es kamen drei wieder raus - wenn das jedes Mal so geht, brauche ich gar nicht zu arbeiten;-)

Ansonsten geniesse ich die Zeit in Alice. Die Stadt gefaellt mir richtig gut, hat einen tollen Outbackcharakter (auch wenn es etwas rau zugeht und man alleine eigentlich gar nicht raus soll - naja). Sogar der Todd River, der fast immer ausgetrocknet ist, fuehrt momentan Wasser, eine Sensation! Da wuerden die Boote der Henley-on-Todd-Regatta gnadenlos versinken, stimmt's, Torsten? Du warst ja letztes Jahr dabei;-)

Machtet jut und jeniesst den Winter:-) Hebt mir mal ein bischen Schnee auf, falls welcher kommt, ok?
P.S.: Von Darwin nach Alice bin ich uebrigens mit dem "Ghan" gefahren, mit dem es auch nach Beendigung der Arbeit weiter nach Adelaide gehen wird. Mir gefiel die Fahrt mit dem Indian Pacific viel besser - lag aber wahrscheinlich auch daran, dass ich mich diesmal nicht schon im Voraus auf die Zugfahrt gefreut habe, weil ich eigentlich gar nicht vom Top End wegwollte... aber das ist eine andere Geschichte;-) In der Katherine Gorge war ich auch beim Halt in Katherine - aber im Gegensatz zu anderen Gorges in zum Beispiel WA war sie nichts Besonderes. Wir sind da mit einem Speedboot durchgefahren, weil der Wasserstand für langsame Boote und Kajaks zu hoch war.

1 Comments:

At 8:29 AM, Anonymous Anonymous said...

hallo inken,

bin über ausmag auf deine seite gestoßen. wirklich tolle beiträge :)

werde weiterlesen
gregor

 

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