Friday, March 30, 2007

Who the **** is Alice???

Aaaalso, irgendwas stimmt hier nicht!!! Ich bin Alice Springs, in der Mitte von Australien, im zentralsten Outback ueberhaupt; Australien erlebt zur Zeit die schlimmste Duerre seit hundert, wenn nicht sogar seit tausend Jahren - und hier ist es kuehl und regnet haeufig, bzw. es schuettet wie aus Eimern!!! Der Kings Canyon ist ueberflutet und somit gesperrt, der Todd River fuehrt Wasser (der normalerweise das ganze Jahr ueber ausgetrocknet ist), es ist nachts eiskalt, ich wurde in den letzten Tagen oefters bis auf die Haut nass -von einer Sekunde auf die naechste- und von Tag zu Tag schwanken die Temperaturen zwischen 17 und 38 Grad!!!

Heute zum Beispiel war den ganzen Tag strahlend blauer Himmel bei angenehmen 24 Grad - gestern sah das gaaanz anders aus!

Mittlererweile ist die Haelfte meiner Zeit in Alice vergangen. Die letzten zwei Tage konnte ich leider nicht staubsaugen, weil der Sauger krank war: er hat nicht mehr gesaugt, bzw. es kam alles schwungvoll wieder heraus, was ich gerade aufgesaugt hatte. Vielleicht hat er eine Stauballergie und musste staendig niesen... heute jedenfalls war er wieder gesund:-)
Ansonsten mache ich immer im Wechsel einen Tag Baeder sauber, und die anderen Tage wie gesagt staubsaugen, Kueche putzen, und Bar und Restaurant saugen und wischen.
Nebenbei eine Waschmaschine nach der anderen fuellen, mit Handtuechern, Laken, Kopfkissenhuellen... das Ganze dann in den Trockner, wenn es fertig ist, usw...
Und dann die Laken falten!!! Da kommt Freude auf, wenn man das alleine erledigen soll: diese Laken sind naemlich die unpraktischsten, die man sich vorstellen kann: ca 1,50m breit und 3,50m (!) lang!!!

Die Maedels, mit denen ich hier arbeite, sind alle sehr nett, und mit fuenf von ihnen wohne ich zusammen in einem tollen Bungalow grad umme Ecke. Sind alles Britinnen. Sehr angenehm, da ansonsten hier viel zu viele Deutsche herumlaufen:-)

Vorgestern habe ich an einem Didgeridoo-Workshop teilgenommen. Ist ganz schoen schwierig, die Dinger zu spielen! Ansonsten war ich mal bei den Royal Flying Doctors, und habe mich da etwas umgesehen, und auf dem Anzac Hill, dem Aussichtshuegel von Alice Springs. Der Ausblick von oben war total schoen, ueber die Stadt und das Umland mit Bergketten, die sich in der Ferne verlieren - da haette ich am liebsten meine Stiefel angezogen und waere mit Rucksack und Swag losgezogen!


Bis Mittwoch arbeite ich noch, und Donnerstag geht's weiter nach Adelaide, wieder mit dem Ghan. Dort werde ich Ostern hoffentlich wieder in dem tollen Hostel mit Apple Pie verbringen!!!:-)

Tuesday, March 20, 2007

A Town Like Alice

Ich bin wieder aus dem Outback zurueck!
Die letzten drei Tage verbrachte ich im "Roten Herz" Australiens, um Uluru, Kata Tjuta und Watarrka (Kings Canyon). Uluru ist halt... ein Felsen. Ich fand die Olgas (Kata Tjuta) viel beeindruckender: riesige, ca 500m hohe rote Felsendoeme, die ganz steil aufragen, und zwischen denen sich ein toller Weg entlangschlaengelt. Das Tal zwischen den Felsendoemen heisst "Valley of the Winds" und traegt den Namen zu Recht: ausserhalb der Olgas war ueberhaupt kein Wind, aber da drinnen im Tal rauschte er in den Baeumen.




Kings Canyon war auch sehr schoen. Oben entlang des Rims fuehrt ein 6km langer Pfad, der tolle Aussichtspunkte mitnimmt, und unten im Canyon befindet sich ein Wasserloch, umrundet von ganz viel Gruen ("Garden of Eden"). Allerdings war es sehr heiss, wodurch das Laufen recht anstrengend war.




Und wie gesagt - Uluru ist halt ein Felsen. Ich meine, beeindruckend war er schon, so hoch und steil und die verschiedenen Farben, aber irgendwie wird da zu viel Wirbel drum gemacht, und fuer meinen Geschmack ist er viel zu sehr kommerzialisiert.
Allein die vielen Tourbusse, die am Sonnenuntergangsbeobachtungspunkt anhalten, wo dann die Tische mit Glaesern voll Champagner aufgebaut werden, und alle darauf warten, dass der Felsen Chamaeleon spielt und seine Farbe aendert.
Wirklich viel haben wir von der Farbveraenderung nicht gesehen, nur das Rot wurde intensiver. ABER: wir hatten Regen, und was fuer einen!!! Wenn's im Outback erstmal anfaengt, dann aber richtig. DAS war was Besonderes, das Wasser schoss den Felsen runter - Wahnsinn!
Viele aus der Gruppe haben das leider gar nicht geschaetzt, sondern sich beschwert, dass sie nass werden und sich dann erkaelten... in der Waerme!
Und am naechsten Morgen hatten wir genau die richtige Bewoelkung fuer einen kunterbunten Himmel hinter dem Felsen. Das sah wunderschoen aus.



Die zwei Naechte, die wir "da draussen" waren, verbrachten wir im Swag unter freiem Himmel. Die sind sowas von gemuetlich, die Dinger, das glaubt man gar nicht! Abends wurde das Essen immer am/im Lagerfeuer gekocht, und auf dem tragbaren Gasherd. Lecker;-)
Wir hatten Glueck, Wolken zu haben, denn wenn die gerade nicht da waren, war man der Sonne schutzlos ausgeliefert, was bedeutete, 52 Grad. Mit Wolken nur 41 oder 42. Den Unterschied merkt man schon:)
Dann gibt es noch ein sehr informatives Cultural Centre, das den Weissen die Kultur der Anangu, der dortigen Ureinwohner, naeher bringen soll, sodass hoffentlich irgendwann alle einmal verstehen werden, warum man den Felsen nicht besteigen sollte.
Von den vielen Touristen, die alle da hochklettern (und deshalb von den Anangu 'mingas' genannt werden - das heisst Ameisen:-) ist am Aufstieg die ganze rote Farbe ab und es zieht sich eine weisse Linie den Felsen hoch, entlang einer Sicherheitskette zum Festhalten. Sehr haesslich.

Tja, und jetzt bin ich wieder zurueck in Alice Springs und bleibe zwei oder zweieinhalb Wochen hier, um zu arbeiten. Heute habe ich Rollenverteilerin im Hostel "Annie's Place" gespielt - in jede Toilette eine:-) Ansonsten habe ich Baeder geputzt, und morgen darf ich staubsaugen, mit so einem australischen Staubsauger, den man sich auf den Ruecken schnallt. Und wenn ich Glueck habe, kann ich bald abends in der Kueche oder Bar arbeiten.
Jetzt wohne ich -zum ersten Mal seit langer Zeit- nicht mehr in einem Hostel, sondern mit anderen Maedels, die auch im Hostel arbeiten, (wieviele es sind, weiss ich noch nicht so genau) in einem krassen riesigen heruntergekommenen Bungalow. Dort teilen wir uns immer zu zweit ein Zimmer, statt zu sechst oder acht wie in den meisten Hostels, haben eine Waschmaschine, bei der die Muenzen unten wieder rauskommen (kostenlos waschen, muss ich direkt ausnutzen, das letzte Mal konnte ich das auf der Pferderanch in Kalbarri!), eigene Kueche, Bad, Dusche, ein riesiges Sofa, Fernseher, Garten... koennen den Hostelpool benutzen und uns Waschpulver stibitzen:-)
Heute habe ich zwei Dollar in die Waschmaschine gesteckt und es kamen drei wieder raus - wenn das jedes Mal so geht, brauche ich gar nicht zu arbeiten;-)

Ansonsten geniesse ich die Zeit in Alice. Die Stadt gefaellt mir richtig gut, hat einen tollen Outbackcharakter (auch wenn es etwas rau zugeht und man alleine eigentlich gar nicht raus soll - naja). Sogar der Todd River, der fast immer ausgetrocknet ist, fuehrt momentan Wasser, eine Sensation! Da wuerden die Boote der Henley-on-Todd-Regatta gnadenlos versinken, stimmt's, Torsten? Du warst ja letztes Jahr dabei;-)

Machtet jut und jeniesst den Winter:-) Hebt mir mal ein bischen Schnee auf, falls welcher kommt, ok?
P.S.: Von Darwin nach Alice bin ich uebrigens mit dem "Ghan" gefahren, mit dem es auch nach Beendigung der Arbeit weiter nach Adelaide gehen wird. Mir gefiel die Fahrt mit dem Indian Pacific viel besser - lag aber wahrscheinlich auch daran, dass ich mich diesmal nicht schon im Voraus auf die Zugfahrt gefreut habe, weil ich eigentlich gar nicht vom Top End wegwollte... aber das ist eine andere Geschichte;-) In der Katherine Gorge war ich auch beim Halt in Katherine - aber im Gegensatz zu anderen Gorges in zum Beispiel WA war sie nichts Besonderes. Wir sind da mit einem Speedboot durchgefahren, weil der Wasserstand für langsame Boote und Kajaks zu hoch war.

Thursday, March 15, 2007

Kakadu NP & Litchfield NP

Die zwei Tage im Kakadu Park waren schoen - aber gut, dass ich diese Tour vor der Litchfield-Tour gemacht habe, denn im Vergleich dazu war es gar nichts!!!


Das Beste an der Kakadu-Tour war die "Aboriginal Cultural Experience", die wir gleich morgens an einem Strand in der Naehe von Darwin auf dem Programm stehen hatten. Zuallererst wateten wir knietief ins Meer und wuschen Haende und Fuesse (ich versuchte, den Gedanken an Wuerfelquallen zu verdraengen), um der Erde unseren Respekt zu zeigen. Am Strand uebten wir uns anschliessend im Speerwerfen, mit und ohne Speerwerfer. Unglaublich, der Unterschied. Ohne Speerwerfer trudelt der Speer durch die Luft, aber mit fliegt er weit und schnurgerade, wenn man es richtig anstellt. Das Styroporkaenguru in der Ferne hat allerdings niemand getroffen. Anschliessend spielten wir ein bisschen Didgeridoo, bzw versuchten es, bevor uns als Letztes gezeigt wurde, wie die Aboriginals traditionell Schmuck aus Pflanzen und Muscheln herstellen, wobei auch wir Hand anlegen durften.
Als wir schliesslich Richtung Kakadu aufbrechen wollten, fuhr das Auto nicht mehr. Maschin kaputt. Nach ungefaehr einer Stunde bekamen wir ein Ersatzfahrzeug, und es konnte endlich losgehen. Naechster Stopp: Darwin Crocodile Farm. Viele Gehege mit Salties und Freshies, die gerade mit ganzen, allerdings toten, Huehnern bzw Huehnerkoepfen gefuettert wurden. Es war sogar ein Star unter den Salties: Burt,ein Krokodil, das in "Crocodile Dundee" mitgespielt hat! Wiedererkannt habe ich es allerdings nicht;-)

Und dann, endlich, ging es zum Kakadu National Park. Viele Bereiche im Park waren noch aufgrund der Ueberflutungen gesperrt, und aergerlicherweise war der Highway in den Park, der Darwin am naechsten liegt, unpassierbar, da eine Bruecke weggewaschen wurde. Eine Bruecke aus Beton. Also mussten wir einen Umweg fahren, sodass es knappe 4 Stunden dauerte, bis wir am Park ankamen. Wir luden unsere Sachen am Campingplatz des Mary River Roadhouse ab, auf dem wir uebernachten wuerden, assen Mittag und fuhren nachmittags endlich in den Park hinein, zum Nourlangie Rock. Einem grossen Felsen mit viel alter Aboriginal-Malerei. Das war sehr interessant, vor allem, auch die Geschichten hinter den Bildern zu lesen.
Irgendwann begann dann das alltaegliche tropische Gewitter, und es wurde frueh dunkel. Auf der Fahrt zurueck zum Roadhouse sahen wir einige Tatars (?) (=winkende Lizards), und waren zum ersten mal live beim makabren Sport des 'Cane Toad Popping' dabei.

Montag war insgesamt besser, wir wanderten durch den Busch (insgesamt ca 8km) zu zwei Wasserfaellen, in deren Rock Pools wir schwammen. Beim ersten, den Kurrundie Falls, ware eine unheimlich starke Stroemung im Pool. Wir schwammen auf die andere Seite des Pools, von wo aus wir einen perfekten Blick auf den Wasserfall hatten. Das Wasserloch des zweiten Wasserfalls, den Motorcar Falls, war groesser und hatte kaum Stroemung. An einer Stelle konnte man sogar von einem Felsen aus hinein springen, weil es tief genug war und sich keine Felsen im Wasser verbargen. Ich versuchte zweimal, unter den Wasserfall zu schwimmen. Das war sehr schwierig, da, je dichter man sich ihm naeherte, die Stroemung umso staerker wurde. Aber das Schwierigste war, dass ab ca drei Meter vor der Aufprallstelle die Luft so voller Gischt war, dass man kaum vernuenftig Luft holen konnte. Hat sehr viel Spass gemacht!



Im Anschluss ging's noch zu den Boulder Creek Falls, welche am allerschoensten waren. Mehrere kleine Wasserfaelle, die treppenstufenartig hinabfielen, und zwischen denen sich immer ein Pool befand. Man konnte in einem Pool liegen, direkt an der Kante zum naechsten Wasserfall, und ins naechste Wasserloch hinabblicken. Wunderschoen, zumal die Stelle von sattgruenen Pflanzen umwachsen war. Das Allerbeste allerdings war, wieder einmal in normalem Suesswasser zu baden! Ohne Chemikalien, wie das Leitungswasser ueberall, und ohne Salz wie das Wasser in den Hostelpools oder natuerlich das Meer.
Und dann ging's auch schoen wieder die 4 Stunden zurueck nach Darwin, wo wir abends zusammen im Vic Hotel ein kostenloses Backpacker-Essen bekamen und als Gruppe das Pub Quiz gewannen, einen Gutschein fuer Getraenke im Wert von AUD 100;-)
Spaeter gingen wir noch in den Irish Pub zur Karaoke Night.

Tja, und am naechsten Morgen ging's dann in den Litchfield NP! Unser Tourguide Joey war super. Zuerst sahen wir beeindruckende Termitenhuegel, Magnetic Termite Mounds und Cathedral Termite Mounds, bevor es zum ersten Wasserfall, den Wangi Falls ging. Wow! Was da an Wassermassen herunterkam! Schwimmen war leider verboten, da der Pool dieses Wasserfalls in der Regenzeit wohl von Krokos besiedelt ist.


Dafuer badeten wir nach einem leckeren Mittagessen in den Florence Falls und im Buley Rockhole, einem System aus kleinen Wasserfaellen, Wasserloechern und Stromschnellen. Man konnte von einem Wasserloch ins andere klettern, von einem Wasserfall zum anderen... toll. Dort regnete es noch richtig heftig.
Eine Englaenderin und ich waren so begeistert, dass Joey uns Extra-Programmpunkte anbot, waehrend die anderen badeten - eine exzellente Didgeridoo-Stunde in einem Bach im Regenwald, und ein Entspannungsprogramm in einem anderen Bach - super;-) Aber davon erzaehle ich dann lieber persoenlich, sonst fände dieser Eintrag heute kein Ende mehr!

Jetzt ist meine Zeit im Internet vorbei. Morgen geht's fuer drei Tage ins Rote Zentrum zu Uluru, Kata Tjuta und Kings Canyon, und anschliessend wird in Alice Springs fuer ca 2 Wochen gearbeitet - muss sein;-) Liebe Wuestengruesse nach Deutschland!

Friday, March 09, 2007

Darwin

Ich bin in Darwin! Nach einem schoenen Flug mit Fensterplatz, einigen Turbulenzen und 1:15h Verspaetung bin ich am Donnerstag Abend hier gelandet.



Vom Flughafen aus habe ich versucht, die Gecko Lodge anzurufen, in der ich uebernachten wollte. Habe keinen erreicht, aber da es erst 6.15pm war, dachte ich mir nichts weiter und liess mich vom Airport Shuttle-Bus dort absetzen - und stand vor geschlossenen Tueren. Ein Maedchen oeffnete mir zwar das Tor, aber die Rezeption war schon geschlossen! Mist... nach einigem Ueberlegen beschloss ich, die Nacht auf dem Sofa auf der ueberdachten Terrasse zu schlafen. Nach und nach lernte ich an dem Abend die anderen aus dem Hostel kennen, insgesamt ca 12 oder 13. Zwei Aussies, ein Deutscher und ich unterhielten uns schliesslich noch ganz lange und es wurde immer spaeter, sodass ich letztendlich gar nicht mehr "illegal" schlafen musste - wir quatschten bis 6.30 Uhr und um 8 Uhr oeffnete die Rezeption:-) Ausserdem hatten sie mir alle angeboten, in einem freien Bett in ihrem Zimmer zu schlafen.
Jetzt wohne ich also ganz legal in der Gecko Lodge (die ihren Namen zu Recht traegt, da abends haufenweise Geckos zu sehen und hoeren sind - diese schnalzenden, keckernden Geraeusche sind einfach suess), lasse mir jeden Morgen zum Fruehstueck kostenlose Pancakes vom BBQ schmecken und geniesse die Atmosphaere und die beiden suessen Katzen, von denen die eine ein Thea-/Schroeder-Mix ist: Fell, Ohrenhaare und Wesen von Thea, Fellzeichnung von Schroeder).
Darwin gefaellt mir ganz gut, vielleicht auch deshalb, weil ich von Broome als "tropischer Stadt" enttaeuscht war. Aber es ist sehr heiss und schwuel, ueberall wachsen Palmen, und abends entlaedt sich immer ein Gewitter mit heftigstem Regen. Die Temperatur sinkt dann immer mit einem Schlag um 10 Grad, was sehr toll ist.
Gestern und heute schaute ich mich etwas in der Stadt um, am Hafen, und besuchte das "Museum and Art Gallery of the Northern Territory", ein sehr informatives und schoen gestaltetes Museum. Besonders beeindruckend waren "Sweetheart", ein ausgestopftes 5m-Kroko, und eine Ausstellung ueber den Zyklon 'Tracy', der am Weihnachtsabend 1974 ueber Darwin hinwegfegte und quasi nichts Brauchbares von ihr uebrig liess. In einer dunklen Kammer konnte man sich Tonbandaufnahmen des Zyklons anhoeren - und ich ertappte mich einmal selbst dabei, wie ich mich duckte, als scheinbar ein Metalldach neben mir ueber die Stasse geweht wurde.


Morgen geht's fuer zwei Tage in den Kakadu NP (der nach und nach wieder geoeffnet wird, nachdem aufgrund heftigster Stuerme der Park groesstenteils gesperrt war), Dienstag in den Litchfield NP, und Mittwoch fahre ich mit dem 'Ghan' nach Alice Springs, wo ich Donnerstag ankomme (nur 23,5 h diesmal:-).

Wednesday, March 07, 2007

Die Westkueste Perth -> Broome

Ich habe wieder Internet!!!:-)
Deshalb fange ich jetzt gleich mal dort an, wo ich aufgehoert habe. Naemlich bei Perth...
Per Telefon wurde die Arbeit auf der Big River Ranch in Kalbarri vereinbart, und am 10.Februar war es dann soweit: ich stieg in den Easyrider-Bus, um die erste Etappe entlang der Westkueste zurueckzulegen.
Nach einigen Stopps in kleinen Orten fuhren wir in den Nambung National Park zu den "Pinnacles". Das sind lustige Sandsteinzapfen unterschiedlicher Groesse, die aus der gelben Sandwueste herausragen.

Weiter ging's ueber Julien Bay und einen Strand mit dem Namen "Hangover Bay", bevor wir nach Geraldton kamen. Die letzte groessere Stadt, in der wir die letzte Ampel fuer die naechsten 5000(!) km sahen. Ein letzter Stopp bei den Pink Lakes, deren Wasser wirklich pinkfarben aussieht. Faszinierend! Schliesslich erreichten wir abends Kalbarri, und zufaellig, als wir gerade am Bottleshop hielten, stieg eine junge Frau aus einem Ute und fragte, wer von uns zur Big River Ranch wolle. Es war Skye, die die Farm leitet, auf der ich arbeiten bzw wwoofen wollte!
Ich warf also meinen Rucksack auif die Ladeflaeche, stieg ein, und ab gings zur Ranch!
Skye war sehr nett, zeigte mir an dem Abend noch ein bisschen die Ranch, fragte nach meiner Reiterfahrung (hm......), und zeigte mir die 32 Pferde und die Katze Whingey.

Die naechsten 2 1/2 Wochen verbrachte ich auf der Ranch, und hatte kaum was zu tun, jedenfalls nichts, was ich wirklich Arbeit nennen wuerde. Morgens und abends fuetterte ich die Pferde (d.h. morgens wurde ein Heuballen ausgerollt, und abends, was laenger dauerte, in 7 grossen Bottichen Kornpampe angeruehrt. Dabei stand ich, mit Maske versehen, mit einem sehr langen, dicken und schweren Wasserschlauch auf der Koppel und spritzte so lange Wasser auf die staubtrockenen Kornhuelsen, bis das Ganze feucht war und keine Staubwolken mehr aufstiegen); und ansonsten war das Einzige, was ich zu tun hatte, Pferde zu satteln, wenn Kunden kamen. Das machte immer am meisten Spass, die Pferde von der Weide zu holen, zu buersten, die Hufe auszukratzen, und sie dann zu satteln. Dann ritten Skye und ich mit den Kunden aus, was sehr viel Spass machte, vor allem, wenn man sah, wie Leute, die noch nie auf einem Pferd gesessen hatten, Spass am Galoppieren hatten (was fast immer der Fall war!)!
Samstags war Sattelclub - da kamen die Kinder aus dem Ort, um etwas ueber Pferde zu lernen, und zu reiten.
Ansonsten konnte ich reiten, so oft ich wollte. Ich ritt viele verschiedene Pferde, aber mein Liebling war Millie, ein richtiges Energiebuendel:-)

Einen Mittwoch hatte ich frei und machte eine Tour in den Kalbarri NP mit, zu den wunderschoenen Schluchten aus rotem Sandstein. In einer fuhren wir Kanu, und ich lernte Kate aus Victoria kennen, die am naechsten Tag mit ihren franzoesischen Freunden auf die Ranch zum Reiten kommen wollte. Das taten sie dann auch, und anschliessend luden sie mich ein, mit ihnen in den Ort zu kommen, erst in den Pub, und dann mit auf den Campingplatz, wo sie uebernachteten. Dort kochte Morgan, der Franzose (und von Beruf Koch:-) ist, ein ganz leckeres Abendessen!
Was noch Spass machte: Skye hatte ein Problem mit wilden Ziegen, die immer in die Scheune einbrachen und die Heuballen auseinandernahmen. Ich durfte immer, wenn ich die Herde sah, diese wegjagen. Das war sehr lustig. Einen Abend kamen zwei Aussies aus dem Ort, schossen eine, nahmen sie auseinander und behielten das "gute" Fleisch fuers BBQ. Die Reste wurden zur "Pit" gebracht, zu der Skye und der eine Aussie mich mitnahmen: mit dem 4WD gings quer durch den Sand zu einer Stelle, die aussah wie der Elefantenfriedhof in "Koenig der Loewen".
Abends sass ich oft in der Kueche, hatte Whingey auf dem Schoss und loeste Kreuzwortraetsel aus australischen Frauenzeitschriften, die im Regal lagen. Mit der Zeit geht es immer besser:-)




Leider war irgendwann auch die Zeit auf der Ranch vorbei, und es ging weiter die Kueste hoch. Ich waere gerne laenger geblieben, und die Pferde (v.a. Millie:-) wuerden mir fehlen...
Der letzte Ritt war noch eine komplette Katastrophe, aber Skye und ich konnten nur darueber lachen, weil wirklich alles schief ging. Dummerweise waren Kunden dabei:)
Waehrend der Zeit in Kalbarri sah ich haufenweise Kaengurus ("Voll die Seuche!"), einen Echidna und ein paar wedge-tailed eagles, einige feral pigs (verwilderte Hausschweine), am letzten Tag euros (Bergkaengurus)...und endlos viele wilde Ziegen...
Einen Nachmittag lief ich zum Fluss runter, quer durch den Busch, schwamm auf die andere Seite, und kletterte dort auf den Castle Rock, von dem aus die Aussicht ueber den Kalbarri NP einfach grandios war. Schade, dass ich keine Kamera dabeihatte.

Mittwoch, den 28.Februar ging es dann weiter... in der Nacht zuvor schwamm ich bei Mondschein ein letztes Mal im Pool der Farm, in den ich jeden Abend nach Beendigung der Arbeit gehuepft war, bevor Skye mich morgens um 6 Uhr in den Ort brachte, wo ich wieder in den Easyrider-Bus einstieg.
An diesem Tag fuhren wir bis Denham. Auf dem Weg hielten wir an zwei "roadhouses" mitten im Nichts (man kann an der Westkueste stundenlang fahren, ohne einem Auto geschweige denn Anzeichen von Zivilisation zu begegnen...toll!), bevor wir die Shark Bay World Heritage Area erreichten. Zuerst wollten wir die Stromatolithen sehen - die waren suess!!! Putzige kleine Fellbuendel mit schwaerzen Knopfaugen und niedlichen kleinen Ohren und Pfoetchen...
Nein, in Wirklichkeit sind es schwarze Felshaufen, die Hinterlassenschaften von abgestorbenen Cyanobakterien. Es gibt nur sehr sehr wenige Gebiete auf der Erde, in denen man sie noch sehen kann. Was daran so besonders ist? Sie waren die ersten Lebensformen auf der Erde, produzierten Sauerstoff ueber Millionen von Jahren, sodass die Atmosphaere entstand und sich weiteres Leben entwickeln konnte. Wenn man ganz genau hinschaute, sah man kleine Luftblaeschen aufsteigen.
Abends gingen wir alle in den Pub von Denham... kein Kommentar dazu, jedenfalls nicht im Blog:-) Nur: die Einheimischen von Denham spinnen total, geben aber ne gute Show ab.
Uebrigens ist Denham "home of the bilby", einer suessen kleinen, vom Aussterben bedrohten, langohrigen Beutelratte. Um diese und viele andere selten gewordene Arten zu schuetzen, laeuft in der Shark Bay das "Project Eden".

Am naechsten Morgen ging's erst frueh rueber nach Monkey Mia zu den weltberuehmten Delphinen. Die begeisterten mich aber nicht sehr, nachdem ich in Adelaide die tolle Delphintour mitgemacht hatte. Vielmehr waren es, wir schon der Name des Ortes sagt, Affen, die dort den Touristen zur Schau gestellt wurden. Weiter ging's an dem Tag bis Coral Bay, einem winzigen Ort in the middle of nowhere. Freitag schnorchelten wir morgens vom Strand aus, da Coral Bay am Ningaloo Reef liegt. Dieses ist das Westkuestenpendant zum Great Barrier Reef an der Ostkueste, aber viel schoener, ueberhaupt nicht kommerzialisiert und daher nicht ueberlaufen, und was das Beste ist: es ist direkt vom Strand aus zu sehen, man muss nicht erst mit Booten rausfahren! Das Schnorcheln in Coral Bay war super; wir sahen viele bunte Fische. Mittags erreichten wir Exmouth, checkten schnell ein, liehen nochmal Schnorchelzeug aus und fuhren in den Cape Range NP zur Turquoise Bay, deren Wasser wirklich tuerkis und glasklar war.




Das Schnorcheln dort war fantastisch, Korallen in allen Farben und Fische jeder Groesse... wow! Viel besser als am Great Barrier Reef!!! Abends glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen, als wir zum Campingplatz zurueckkehrten und ich James, den Idioten von der Great Ocean Road sah... der auch noch am naechsten Tag in unseren Bus einsteigen sollte - was hiess, dass ich ihn mindestens drei Tage am Hals haben wuerrde... grrr... aber meine anderen Reisegefaehrten, die mit mir seit Kalbarri im Bus waren, leisteten gute Arbeit:-) Und er war immer noch die gleiche beleidigte Leberwurst und ignorierte mich zu meiner Freude komplett! Gab nur oefters giftige Kommentare ueber "die Deutschen" ab:-)

Samstag war ein gaaanz langer Tag, wir fuhren zehn Stunden durch's Outback. Klasse. Ausserdem sahen wir ellenlange und schwere Roadtrains - einen anfahren zu sehen war besonders beeindruckend (alle 2 Sekunden ein hoeherer Gang, wobei das Gefaehrt kaum sichtbar an Geschwindigkeit gewann - 18 Gaenge insgesamt!), und in einer sass ich sogar im Fahrerhaeuschen. Abends campten wir in Auski, einem Campingplatz mit Roadhouse in der Naehe von Tom Price. Ich schlief draussen auf dem Rasen statt in einem der grossen Zelte - war fantastisch, besonders der Outback-Sternenhimmel!
Am naechsten Tag besuchten wir den Karijini NP, eine Stunde Fahrtzeit von Auski. Dort wanderten wir in der Dales Gorge, einer wunderschoenen tiefen roten Schlucht. An beiden Enden befand sich je ein Wasserloch, in dem wir schwammen. Besonders toll war, auf Felsvorspruengen zu sitzen und einen der Wasserfaelle auf sich herabprasseln zu lassen -herrlich erfrischend! Der Nationalpark war traumhaft schoen. Auf dem Foto zu sehen ist der Fern Pool, ein Paradies, eine Oase mitten im Nichts.


An diesem Tag ging's noch ueber Port Hedland bis zur Pardoo Cattle Station, wo wir uebernachteten. Und dort erlebten wir einen richtig krassen tropischen Gewittersturm!!! Von einer Sekunde auf die andere heulte der Sturm, und es goss wie aus Bottichen. Dazu wunderschoene riesige Blitze und gewaltiger Donner. Nach 2 Sekunden draussen war man klitschnass, und die Sachen komplett vollgesogen, aber es war herrlich. Als das Gewitter uns noch nicht ganz erreicht hatte, waren wir alle zusammen bei stroemendem Regen im großen Pool, sahen die Blitze und hörten den Donner grollen...
Kleiner Ersatz fuer den Zyklon, der uns um ca 200 km verfehlte... wir hatten alle gehofft, er wuerde unseren Wg kreuzen:-)

Und dann war auch schon der letzte Tag der Easyrider-Tour: wir fuhren nach Broome! Unterwegs hielten wir nur einmal am Eighty Mile Beach, um uns die Fuesse zu vertreten, an einem Roadhouse zum Tanken, und an einem einsamen Rastplatz (Goldwire), auf dem Chris, unser netter Tourguide, ein fast reines Kluempchen Eisenerz aufhob und mir gab. Die Gegend dort ist sehr reich an Bodenschaetzen, und die Bergbauindustrie boomt (schrecklich neudeutsch, was ich hier schreibe...).
Schliesslich erreichten wir nachmittags Broome, sahen den Cable Beach, der in Wirklichkeit gar keinen richtig weissen Sand hat, und verbrachten nach Einchecken etc. sechs Stunden im Pool des Backpacker-Resorts. Es ist hier naemlich richtig heiss und schwuel, selbst das Poolwasser ist eklig warm, aber immer noch besser als die Luft:-)

Die naechsten zwei Tage verbrachte ich in Broome, schaute mir die "Innenstadt" (Chinatown genannt) an (Broome ist ungefaher so gross wie Oestrich alleine..., aber eine der groessten Staedte der Westkueste!), ging zum Town Beach, was aber eher frustrierend war, da man nicht ins Wasser darf (niedliche kleine Wuerfel- und Irukandji-Quallen, und Man-o-wars/Portugiesische Galeeren... ausserdem bin ich wieder in Crocodile Country!!!).
Den Rest der Zeit verbrachte ich mit meinen Easyrider-Gefaehrten im Pool, und abends gingen wir zweimal in den Pub, was immer sehr lustig war.


Das Hostel, der "Kimberley Klub", ist eher ein Resort, mit einem riesigen tropischen Swimmingpool, ueberall Palmen, Bar direkt am Pool, Beach Volleyball-Feld, Badmintonplatz, Haengematten...; richtig toll!

Heute regnet es sehr heftig, schon seit gestern Abend, die ganze Nacht hindurch, und es ist kein Ende absehbar. Teilweise wird sogar die doch eher laute Musik der Bar vom Rauschen des Wassers uebertoent! Vorhin habe ich ausgecheckt, und jetzt warte ich darauf, dass es Zeit wird, zum Flughafen zu gehen, von dem aus gegen 15 Uhr mein Flugzeug nach Darwin abfliegt. Hoffentlich regnet es bis dann nicht mehr so heftig - der Flughafen ist zwar nur 5 min zu Fuss an der naechsten Strassenecke, aber bei dem Regen reicht eine Minute, um triefend nass zu sein!

Ich melde mich wieder aus Darwin!!!