Tuesday, February 06, 2007

Adelaide


Anderthalb Wochen wohnte ich im "Adelaide Backpackers Inn", und die Zeit verging wie im Flug. Die Stadt gefiel mir sehr gut; sie ist nicht zu gross, obwohl sie eine weite Flaeche einnimmt, und auch die Atmosphaere ist nicht die einer Grossstadt.
Das Hostel war super, die Angestellten alle sehr nett und hilfsbereit, und morgens gab's kostenloses Fruehstueck und abends ofenwarmen Apple Pie mit Vanilleeis, bis man platzte...:-)
Sehr, sehr lecker!

Freitag war ja direkt Australia Day, es war also ALLES geschlossen. Vormittags spielte ich Hausfrau, mit Waesche waschen etc, bevor ich nachmittags loszog, um in der Stadt fahnenschwenkende und flaggenbemalte Aussies zu gucken, beim Cricket-Stadion vorbeizuschauen, und vom Montefiore Hill aus die Stadt und im Hintergrund die Adelaide Hills von einem etwas erhoehten Standpunkt aus anzuschauen.
Also Cricket ist ja bei Weitem (okay, nach Angeln) die langweiligste Sportart, die es gibt. Ich wollte beim Cricket Oval ein bisschen was von der Stimmung mitbekommen (soweit man bei Cricket von Stimmung reden kann: waehrend des Spiels lief ueber Lautsprecher Partymusik, um welche zu erzeugen), und schaute sogar mal ins Stadion rein. Aber da kann man seine Zeit wirklich auf spannendere Art und Weise verbringen.
Anschliessend schaute ich mir noch in North Adelaide die alten, noblen Villen an, bevor es Zeit war, zur "Apple Pie Time" ins Hostel zurueckzukehren...:-)
James hatte erfreulicherweise nach der ersten Nacht ausgecheckt, sodass ich mit Annika und Viola ohne ihn im Hostel war. Juhu!!!:-)
Abends spielten wir im Hostel oft Karten auf der ueberdachten Hinterhofterrasse; Spiele wie "Shithead" (entgegen seines Namens ein recht anspruchsvolles), "Dorftrottel" und wie sie alle heissen. Einmal fingen wir auch Monopoly an, hoerten aber aus vernuenftigen Gruenden nach einer Stunde wieder auf, sonst hätten wir in dieser Nacht nicht ins Bett gehen muessen!



Samstag lief ich zum Bahnhof, was sehr weit war (und dann hatte auch noch das Buero, in dem ich mein Ticket nach Perth buchen wollte, geschlossen), und anschliessend zur "Haighs Chocolate Factory", ebenfalls sehr weit! Das mag ich an australischen Stadtplaenen nicht, dass die meisten keinen Massstab drauf haben (drei Blocks weiter, so weit kann es ja nicht sein... wenn man dann aber fuer diese drei Blocks 45 Minuten braucht, war es doch etwas weiter...!).
Nachmittags sah ich mich in der Stadt um und schaute, was es alles so im Zentrum gibt (entdeckte u.a. auch einen Wegweiser zum "SA German Club"...).
Abends spielten wir wieder Karten.

Sonntag buchte ich dann endlich einen Platz im Indian Pacific; dummerweise war der Donnerstags-Zug ausgebucht, weshalb ich erst Sonntag drauf fahren konnte. Andererseits hatte ich jedoch auch nichts dagegen, noch ein bisschen in dem tollen Hostel zu bleiben und abends das Apple Pie-Ritual mitzumachen:-)

Montag war super: ich fuhr nach Glenelg, um Delphine zu beobachten! Mit einem Segelboot ging's raus auf's Meer, und wir sahen eine Menge Bottlenose - und Common Dolphins. Ich liebe Delphine! Danke, Torsten, für das tolle Geburtstagsgeschenk!!!!!
Dienstag und Mittwoch verbrachte ich auf Kangaroo Island, siehe dazu naechsten Blog.

Donnerstag bis Sonntag war ich wieder in Adelaide, ass abends Apple Pie und spielte Karten mit vor allem Annika, Viola und Paul, schaute mir das South Australian Museum an, fuhr dreimal mit dem kostenlosen City Loop-Bus...
Drei richtige Chilltage. Einen Abend war ich noch mit Annika, Viola, Paul und zwei netten Koreanern aus meinem Hostel in einem Pub, und schrieb dann nachts noch auf der Terrasse Tagebuch und unterhielt mich mit Paul, einem sehr netten Kerl (ich fragte ihn, wann er nach England zurueckfahren wuerde. Antwort: "2010.". Und jetzt weiss ich auch, was 'Schlumpf' auf Englisch heisst:-).



Samstag abend gab's dann leider zum letzten Mal Apple Pie, da ich am naechsten Abend bereits im Zug nach Perth sitzen wuerde. Bei einem anschliessenden Spaziergang im Mondlicht durch die kleinen Strassen rings ums Hostel kam ich an einem Restaurant vorbei, in dem anscheinend gerade eine Geschlossene Gesellschaft stattfand, fuer die zwei Maenner Dudelsack spielten. Ich sass bestimmt 40 Minuten draussen auf der Strasse und hoerte zu;-) Eine vorbeikommende Polizeistreife hielt an und fragte, ob alles in Ordnung sei, weil ich auf der Strasse saesse!

Die Tage waren alle verdammt heiss und wolkenfrei, zwischen 35 und 38 Grad. Zum Glueck aber nicht schwuel.

Sonntag schien ich mich etwas an die Hitze gewoehnt zu haben, da es mir richtig Spass machte, draussen herumzulaufen, auch wenn es sehr heiss war und die Sonne brannte.
Um zehn Uhr morgens musste ich auschecken, konnte mein Gepaeck aber im Hostel lassen, da mein Zug erst um 18.40 Uhr fahren wuerde und mich der Besitzer des Hostels um 17 Uhr zum Bahnhof fahren wollte. Sehr praktisch!;-)
Tagsueber besorgte ich bei Coles noch etwas Verpflegung fuer die 39-stuendige Zugfahrt. Den Nachmittag verbrachte ich mit Annika und Viola im Hostel, die abends auch Richtung Perth loswollten, allerdings mit dem Flugzeug.
Der Abschied von den beiden und Paul fiel mir dann ziemlich schwer, aber wir wollen uns in Perth nochmal treffen.
Und dann ging's los! Ich freute mich schon sehr auf die Zugfahrt...

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