Thursday, February 08, 2007

Perth



Huhu aus Perth!
Heute ist der vierte Tag in Perth und morgen geht's weiter. Grrr... Western Australia hat einfach keine Jobs zu bieten! Die ersten zwei Tage war ich quasi nur bei verschiedenen Jobagenturen und habe versucht, ueber Aushaenge in Hostels Arbeit zu finden, aber nix is... immer heisst es, vielleicht in zwei Wochen...

Perth ist super schoen, es ist aber affenheiss, 40 Grad. Die Leute hier sind auch alle sehr freundlich und hilfsbereit, auf der anderen Seite gibt es aber auch einen Haufen Spinner (zB welche, die abends fluchend durch die Strassen rennen).
Vom Mt Eliza-Lookout im Kings Park, einer riesigen gruenen Oase oberhalb des Stadtzentrums hat man einen wunderschoenen Blick ueber die Stadt und den Swan River.
Gestern war ich in Fremantle, einem Perther Vorort am Meer, und habe zum ersten Mal den Indischen Ozean gesehen! Tuerkisblau, und unweit der Kueste sah man Korallenriffe! Ansonsten ist Fremantle sehr historisch, viele Gebaeude sind aus der Kolonialzeit erhalten. Heute fahre ich da nochmal hin, um mich mit Annika und Viola zu treffen. Die beiden bleiben noch ein bisschen in Perth, waehrend ich morgen nach Kalbarri fahre.

In einem Magazin habe ich eine Anzeige gelesen, dass die Big River Ranch Aushilfen sucht - Arbeit gegen Unterkunft und Verpflegung. Da verdiene ich zwar nichts, aber es ist genau das, was ich machen moechte: mit Pferden arbeiten. Ausserdem darf ich Ausritte begleiten:)
Dort werde ich zwei bis drei Wochen bleiben, dann wahrscheinlich schnell die Tour durchziehen und hoffentlich am Ende in Sydney arbeiten. Oder nochmal einen Abstecher nach Bundaberg zum Fruit-picking... juhu:-)
Das Hostel hier in Perth, die Rainbow Lodge, ist toll: klein und alt, aber eine tolle Atmosphaere herrscht hier. Im Garten ist eine Feuerstelle, um die alte Sofas und Sessel herumstehen, die Waende sind alle mit Naturbildern bemalt, der Wahnsinn!
Jetzt fahre ich erst nochmal mit dem kostenlosen Zug in die City (mein Hostel liegt noch innerhalb der 'Free Transit Zone', die die Perther Innenstadt umgibt) und bringe Annas Geburtstagsgeschenk zur Post:-), und nachmittags geht's nach Fremantle - see you!
Wie sieht's eigentlich momentan mit Schnee aus?

Tuesday, February 06, 2007

The Indian Pacific

"The Indian Pacific spans the land..."



Wir fahren weit, wir fahren weit... Sonntag abend werde ich mit dem Hostelbus zum Keswick Rail Terminal in Adelaide gebracht, von dem aus der Indian Pacific abfahren wuerde.
Meinen grossen Rucksack soll ich einchecken, da der Platz im Waggon angeblich begrenzt sei. Ironischerweise werde ich aufgefordert, die aussen am Rucksack befestigte Isomatte, die wirklich nur ein paar Gramm wiegt, zu entfernen, damit das Gewicht stimmt (20kg-Grenze...).
Schliesslich ist boarding time. Ich habe einen Gangplatz neben Michael, einem schrecklich saechselnden Sachsen. Auch auf der anderen Seite des Ganges sitzt ein netter Deutscher, neben einer Tasmanierin.
Um 6.45pm rollen wir los, erst durch die Vororte von Adelaide, dann durch Farmland. Bald wird es auch schon dunkel draussen, und der Film "Lucky, unlucky" wird gezeigt. Sehr anspruchslos, also genau das Richtige fuer einen Abend im Zug.
Gegen 10pm nehmen wir noch einige Passagiere in Port Augusta auf, dann werden die Lichter im Zug ausgeschaltet. Schlafenszeit, ab ins Bett!

Ich liebe Naechte im Zug. Das konstante Rattern und Schaukeln wirkt irgendwie beruhigend, ist aber auf der anderen Seite auch herrlich abenteuerlich. Immerhin sind wir gerade dabei, einen Kontinent zu durchqueren!
Nachts wechsele ich nach verschiedenen Schlafpositionen im Sitz auf den Boden, in eine Nische hinter unseren Sitzen (wir sind in der letzten Reihe im Waggon). So im Liegen schlaeft es sich richtig gut!
Gerade rechtzeitig bin ich morgens frueh zurueck auf meinem Sitz, um am Horizont den ersten hellen Streifen des Morgens zu sehen. Es wird schnell heller, und bald geht eine strahlend goldene Sonne auf. Die Landschaft, die draussen vorbeizieht, ist wunderschoen: roter Sand mit Bueschen und Baeumen.

9.05am: Wir passieren die Grenze zur Nullarbor Plain, einer kargen baumlosen 250 000 qkm grossen Ebene. Bald darauf beginnt das laengste schnurgerade Gleisstueck der Welt: 478 km bis zur naechsten Kurve! Der Blick ist fantastisch: weite Ebene, soweit das Auge reicht, bis zum Horizont. (Vor einigen Jahren gab es uebrigens mal einen Versuch, die Nullarbor Plain umzubenennnen, indem man in Cook ein paar Baeume pflanzte...feunktionierte aber nicht.).


9.12am: Lockere Swing-Musik spielt im Hintergrund.

9.20am: Wir erreichen Cook, eines der isoliertesten Doerfer der Welt, mit einer Bevoelkerungszahl von 4, mitten in der Nullarbor Plain. Die Lokomotive wird aufgetankt, und die Einwohner mit Lebensmitteln versorgt, waehrend wir aussteigen und uns 25 Minuten lang umsehen duerfen. Das Dorf ist so verlassen und wirkt surreal in dieser Weite. Aber auch faszinierend, ich haette auch eine oder zwei Stunden hier bleiben koennen. Die meisten Fahrgaeste verbringen die Zeit im klimatisierten Souvenirshop (!) direkt am Bahnsteig.


Es fuehrt uebrigens keine asphaltierte Strasse nach Cook.
9.45am: Feueralarm ertoent, das Signal zum Einsteigen. Es geht weiter!

Noch waehrend wir in der Nullarbor Plain sind, bemerke ich, dass sich die Vegetation leicht veraendert, dass nun mehr Gras als Gestruepp den Boden bedeckt.
Der Tag vergeht, mit aus-dem-Fenster-sehen und Tagebuch schreiben, wirklich schnell. Gegen 17.30 Uhr erkunde ich die Dusche: das Wasser fliesst durch ein Loch im Boden direkt auf die Schienen. Praktisch!

6.12pm: Wir passieren ein Schild: "Highest Railway Point Perth - Adelaide". Wir muessen auf einem Berg sein;-)
Im Hintergrund laeuft seit ca zwei Stunden leise Entspannungsmusik, richtig schoen!

7.13pm: Seit ca einer halben Stunde ist Michael wieder da, der fast den ganzen Tag in der kuehlen Lounge verbracht hat. Somit hatte ich beide Sitze fuer mich! Wir haben die Nullarbor Plain seit einiger Zeit verlassen und sehen wieder Baeume. Was viele langweilig finden, kann mich nicht genug faszinieren: stundenlang Zug fahren, und das Bild draussen veraendert sich nicht: Busch, Busch, Kaenguru, Gras, Busch, Kaenguru, Gras, Busch.
Eine Stunde spaeter: Busch, Gras, Kaenguru, Busch, Busch, Gras, Busch.
Ich behaupte, tagsueber auch einen Emu erspaeht zu haben.

Mittlererweile kennt hier im Sitzwagen fast jeder jeden, und jeder hat mal mit jedem ein paar Worte gewechselt.

7.20pm: Der Film "Finding Neverland" wird gezeigt. Sehr schoen, aber leider kann ich ihn nicht komplett sehen, da wir die Goldstadt Kalgoorlie-Boulder erreichen, in der wir ca. zweieinhalb Stunden Aufenthalt haben. Ich nehme an einer Busrundfahrt teil. Sie ist super! Wir erfahren viel ueber die Geschichte der Stadt, sehen alte Haeuser aus der Zeit des Goldrauschs, hoeren eine Geschichte zu jedem Haus, und fahren zu einem Aussichtspunkt ueber der "Super Pit", einer riesigen Goldmine! Sehr beeindruckend!
Bei einsetzender Dunkelheit sehen wir durch die Lichter auch die Ausmasse der Stadt, die sich erstaunlich weit erstreckt (jedoch natuerlich laengst nicht so weit wie Mt Isa, Minenstadt in Queensland, und groesste Stadt der Welt, betrachtet man die Flaeche, naemlich ungefaehr so gross wie die Schweiz!).

In dieser Nacht tauschen Michael und ich, jetzt schlaeft er auf dem Boden, und ich habe beide Sitze fuer mich. Auch nicht schlecht!
Viel zu frueh ertoent morgens die erste Lautsprecherdurchsage. Die Landschfat hat sich veraendert, ist zivilisierter geworden, von der Wildnis des Outbacks ist nichts mehr zu sehen. Weizenfelder und huegelige Wiesen mit Baeumen ziehen vorbei.
Schliesslich erreichen wir den Grossraum Perth, dessen Vororte. Eine halbe Stunde vor Ankunft am Bahnhof East Perth steigt ein Quarantine Inspector ein, der Lebensmittel, die man nicht mit nach Western Australia bringen darf, einsackt. Meine Cashew-Kerne werden aber durchgelassen, und den Honig braucht er nicht zu sehen:-)

In Perth quartiere ich mich in der Rainbow Lodge ein und gehe anschliessend mit Tara, einer Hollaenderin aus meinem Zimmer, in die Stadt zu verschiedenen Jobbueros. Das war gestern, heute war ich nochmal da, hatte allerdings bis jetzt keinen Erfolg:-( Ueberall Fehlanzeige. Wenn's nichts wird, fahre ich erstmal weiter nach Norden und versuch's dort wieder.

Gestern Nachmittag schaute ich mich noch etwas in Central Perth und Northbridge um, die Stadt ist superschoen!!! Und heiss ist es hier... 40 Grad... aber zum Glueck nicht schwuel.
Viele Radfahrer gibt's hier, erstaunlich viele! Aber auch Radwege.

Besonders gefaellt mir auch die Tatsache, dass ich kostenlos Zug fahren kann: einer der Bahnhoefe in der Naehe des Hostels liegt noch in der Free Transit Zone, somit kann ich gratis in die Stadt fahren! Super! Auch kostenlose Ringlinien-Busse gibt's in Perth.
Heute Nachmittag werde ich nach Fremantle fahren, einen angeblich sehr schoenen Perther Vorort am Meer. Da bin ich schon gespannt...


Kangaroo Island

Hier jetzt also die Zweitages-Tour, die ich in meinen Adelaide-Aufenthalt einschob:

Wie schon am Tag zuvor klingelte mein Wecker sehr frueh, da ich um 6.45 Uhr abgeholt werden wuerde. Da Paul allerdings auch so frueh aufstehen musste, um zur Arbeit zu gehen, musste ich nicht alleine fruehstuecken, sodass wir uns gegenseitig etwas aufwecken konnten. Sonst waere ich vermutlich direkt wieder eingeschlafen... Gaehn:-)
(Ich weiss auch nicht, warum das so ist, aber sobald ich in einer Stadt bin, gehe ich automatisch spaeter ins Bett und stehe spaeter wieder auf, als wenn ich in einem kleinen Dorf uebernachte - da passt man sich eher der Natur an. Keine Ahnung, warum...).

Jedenfalls wurde ich dann gegen sieben Uhr von Tom, unserem Tourguide, abgeholt, der einen sehr netten Eindruck machte, was sich waehrend der Tour bestaetigte.
Mit dem Bus ging's die Fleurieu Peninsula runter nach Sueden, bis Cape Jervis, wo die Faehre nach Kangaroo Island abfuhr. Auf der Fahrt lernte ich gleich schonmal ein paar andere der Gruppe kennen: die beiden netten Schweizerinnen Nicole und Tsering, den Kanadier Phil und Yuichi aus Japan.

In Penneshaw auf Kangaroo Island angekommen, fuhren wir mit einem Zwischenstopp an einem Aussichtshuegel (512 Stufen!) direkt zur verlassenen Schaffarm, auf der wir uebernachten wuerden. Toll war's da, richtig laendlich und rustikal. Kangaroo Island ist die drittgroesste Insel Australiens (nach Tasmanien und Melville Island noerdlich des Top End bei Darwin), sodass man sich im Inland durchaus nicht fuehlt, als sei man auf einer Insel.
Was mir auch sehr gut gefiel: die meisten Strassen waren unasphaltiert, was das Gefuehl des Abgeschieden-Seins nochmal verstaerkte.

Nach einem leckeren BBQ-Lunch auf der Farm zeigte Tom uns das Gelaende; wir erspaehten Koalas auf den Baeumen und besuchten das Skelett des, wie Tom erzaehlte, britischen Backpackers Bill, der Opfer einer Dropbear-Attacke geworden war... soll aber wohl schon einige Zeit her sein.
Nachmittags fuhren wir zur Seal Bay und gingen mit einem Fuehrer runter an den Strand, auf dem eine Kolonie von Australian Sea Lions ihr Territorium hat. Toll! Ich habe noch nie Robben, bzw. Seeloewen, von so nah in freier Wildbahn gesehen! Die Bullen waren z.T. wirklich riesig!



Die meisten schliefen, aber ein paar schwammen auch oder rannten auf den Flossen umher. Das sah sehr lustig aus.
Im Anschluss ging's in die 'Little Sahara' zum Sand-boarding. Das war super! Wir kletterten eine Sandduene hinauf und rodelten auf Bodyboards im Liegen oder Sitzen, oder Sandboards (wie Snowboards) im Stehen. Es klappte sogar einigermassen und hat riesigen Spass gemacht! Nur der Schlepplift fehlte:-)

Da wir anschliessend wirklich UEBERALL Sand hatten, fuhren wir zu einem Strand an der Suedkueste der Insel. Das Wasser war angenehm kuehl und die Wellen klasse, ein paar Mal unterschaetzte ich sogar ihre Kraft und wurde gut durchgewirbelt:-) Wooo-hoo!
Danach musste ich vom Salzwasser husten und Yuichi lachte sich kaputt, als ich auf seine Frage, ob ich es getrunken haette, "Yes, but not on purpose" antwortete...:-)

Nach einer schnellen Dusche auf der Farm ging's ans Abendessen-Zubereiten. Wir schnitten Gemuese, und Tom bereitete alles auf dem BBQ zu. Es war ein Bild fuer die Goetter, Tom hinter diesem riesigen Berg Gemuese! Er machte es aber sehr gut und es fiel nichts an der Seite runter! (Ihn fragte ich uebrigens auch nach dem Kometen, und er bestaetigte es mir).

Als es dunkel wurde, fuhren wir zur Kueste, um Pinguine zu gucken. Zwergpinguine, wie ich sie auf Tasmanien bereits gesehen hatte. Zuerst erspaehten wir nur einen, einsam auf einem Felsen sitzend, worauf Tom meinte, die Pinguinkolonie auf Kangaroo Island sei nicht sehr gross... in der Tat! Spaeter sahen wir aber noch ein paar mehr.

Wieder zurueck auf der Farm war ich gerade dabei, mit Nicole und Tsering Tee zu kochen, als Tom fragte, ob jemand Lust auf eine Fahrt uebers Gelaende haette, um Feuerholz zu holen. Natuerlich! Die Fahrt war holprig und sehr lustig, wir waren vier Maedels, die mitgekommen waren, dazu Tom und zwei andere Tourguides, die im Moment allerdings keine Gruppe zu betreuen hatten und wir sie deshalb adoptierten. Als Nicole begeistert "Wallabies" ausrief, als eine ganze Gruppe im Scheinwerferlicht auftauchte, wiederholten die beiden ganz aufgeregt mit Kopfstimme "Oh! Wallabieswallabieswallabies!"
Mit reichlich Feuerholz kamen wir wieder an der Farm an, wo das Lagerfeuer schon angefacht worden war. Am Lagerfeuer spielten wir spaeter 'Twister'. Gut fuer mich, schlecht fuer meine Hose. Tagsueber war irgendwann (vermutlich beim Sandboarden) ein kleines Loch hinten entstanden. Es war wirklich sehr klein gewesen. Beim Twister allerdings hoerte ich bei jeder Verrenkung ein erneutes "Ratsch!". Ich kuemmerte mich nicht weiter darum, dachte aber bei jedem Geraeusch das gleiche...:-)
Das alles ging ja noch, haetten wir anschliessend nicht das 'Box Game' gespielt... "ratsch", "ratsch", "ratsch"! Bei jeder Runde... (mit einer heilen Hose kein Problem, wie alle anderen bewiesen... - hah, jetzt kenn ich noch ein weiteres lustiges Spiel fuer euch:-)
Abends vor dem Schlafengehen traute ich mich dann mir die Hose anzuschauen: der Riss ging jetzt vom Bund hinten bis fast zum Knie runter:-)



Nachts hatten wir die Wahl, im Swag draussen oder im Dorm drinnen zu schlafen. Da fiel die Entscheidung nicht schwer! Nachts fing es sogar an zu regnen, aber wozu hat man denn den Swag. Waere er nicht wasserdicht, koennte man ja gleich nur im Schlafsack schlafen.
Deshalb fuehlte ich mich leicht veraeppelt, als gegen halb drei Daniel aus meiner Gruppe herumging und alle aufforderte, aufzuwachen und ins Trockene zu gehen ("Get up, get up, go inside, it's raining!"). Inzwischen regnete es so stark, dass ich erst dann nass geworden waere, haette ich den Swag verlassen! Deshalb schob ich nur kurz die Haube ueber meinem Kopf zur Seite, antwortete ihm etwas, das ich jetzt nicht wiederhole, und klappte die Haube wieder runter. Morgens entdeckte ich dann allerdings, dass erstaunlich viele seiner Aufforderung nachgekommen waren: wir waren nur noch zu dritt draussen (entgegen der, ich glaube 9 vom Abend).

Nach dem Fruehstueck mit u.a. leckeren Pancakes vom BBQ und nach dem Erspaehen einer Koala-Mama mit Baby in einem Eukalyptusbaum fuhren wir los zum Flinders Chase NP. Erste Attraktion: Remarkable Rocks, die wirklich sehr remarkable und genial waren!


Anschliessend ging's weiter zu einer Kolonie New Zealand Fur Seals am Cape Du Couedic. Goldig! Sie schwammen munter in den gewaltigen Wellen und sprangen manchmal hoch wie Delphine!
Dazu pfiff der Wind dort wahnsinnig stark, aber eigentlich nicht kalt. Ich stand im Top dort (die Jacke wollte ich nicht anziehen, da ich sie mir um die Huefte gebunden hatte, um den Riss zu verdecken;-) und fand es toll, den Wind zu spueren. Auf dem Rueckweg allerdings musste ich ausprobieren, wie es waere, sie als Windfang hinter dem Kopf zu halten. Eine, wie sich herausstellte, schlechte Idee: ich musste sie sofort wieder runternehmen, da ich mich nicht auf den Fuessen halten konnte!
Nachmittags ging's auf die Nordseite der Insel, zu verschiedenen Straenden. Sie waren zwar sehr schoen, hatten aber leider keine Wellen. Nach einer Runde Beach Volleyball gingen wir baden, und ich bekam zum ersten Mal zu spueren, was ein Rip wirklich ist.
Ich lag auf dem Ruecken im Wasser und liess mich treiben, Augen geschlossen, Arme ueber dem Bauch verschraenkt... als ich die Augen oeffnete und hochschaute sah ich, wie die Felsenmole in rasanter Geschwindigkeit in der "falschen" Richtung an mir vorbeizog! Wahnsinn!
In schraeger Richtung zum Strand zurueckzuschwimmen ging aber besser als gedacht.
Und wie unglaublich klar das Wasser dort war! Wir fanden sogar einen Seestern am Boden.

Als ich spaeter (mal wieder als Letzte) das Wasser verliess, sah ich, wie Tom vom Strand aus auf etwas im Wasser zeigte, und alle dorthinsahen: eine kleine dreieckige Rueckenflosse! Suess...
Nach einigen Tierbeobachtungen ging's zurueck nach Penneshaw und zur Faehre aufs Festland. Drueben assen wir auf einer Wiese Fish'n'Chips als Abendessen, bevor wir nach Adelaide zurueckfuhren. Der Blick auf die naechtlich erleuchtete Stadt, als wir ueber den Huegel fuhren, war einfach nur schoen, und wir sahen erstmals die wirklichen Ausmasse der Stadt.


(von links: Yuichi, ich, Tsering, Nicole)

Diese zwei Tage waren sehr, sehr schoen, und ich war froh, die Tour mitgemacht zu haben, da ich vorher lange gezoegert hatte. Aber die Insel ist so schoen und wirklich empfehlenswert, ein Stueck Outback so nah an der Stadt.

Adelaide


Anderthalb Wochen wohnte ich im "Adelaide Backpackers Inn", und die Zeit verging wie im Flug. Die Stadt gefiel mir sehr gut; sie ist nicht zu gross, obwohl sie eine weite Flaeche einnimmt, und auch die Atmosphaere ist nicht die einer Grossstadt.
Das Hostel war super, die Angestellten alle sehr nett und hilfsbereit, und morgens gab's kostenloses Fruehstueck und abends ofenwarmen Apple Pie mit Vanilleeis, bis man platzte...:-)
Sehr, sehr lecker!

Freitag war ja direkt Australia Day, es war also ALLES geschlossen. Vormittags spielte ich Hausfrau, mit Waesche waschen etc, bevor ich nachmittags loszog, um in der Stadt fahnenschwenkende und flaggenbemalte Aussies zu gucken, beim Cricket-Stadion vorbeizuschauen, und vom Montefiore Hill aus die Stadt und im Hintergrund die Adelaide Hills von einem etwas erhoehten Standpunkt aus anzuschauen.
Also Cricket ist ja bei Weitem (okay, nach Angeln) die langweiligste Sportart, die es gibt. Ich wollte beim Cricket Oval ein bisschen was von der Stimmung mitbekommen (soweit man bei Cricket von Stimmung reden kann: waehrend des Spiels lief ueber Lautsprecher Partymusik, um welche zu erzeugen), und schaute sogar mal ins Stadion rein. Aber da kann man seine Zeit wirklich auf spannendere Art und Weise verbringen.
Anschliessend schaute ich mir noch in North Adelaide die alten, noblen Villen an, bevor es Zeit war, zur "Apple Pie Time" ins Hostel zurueckzukehren...:-)
James hatte erfreulicherweise nach der ersten Nacht ausgecheckt, sodass ich mit Annika und Viola ohne ihn im Hostel war. Juhu!!!:-)
Abends spielten wir im Hostel oft Karten auf der ueberdachten Hinterhofterrasse; Spiele wie "Shithead" (entgegen seines Namens ein recht anspruchsvolles), "Dorftrottel" und wie sie alle heissen. Einmal fingen wir auch Monopoly an, hoerten aber aus vernuenftigen Gruenden nach einer Stunde wieder auf, sonst hätten wir in dieser Nacht nicht ins Bett gehen muessen!



Samstag lief ich zum Bahnhof, was sehr weit war (und dann hatte auch noch das Buero, in dem ich mein Ticket nach Perth buchen wollte, geschlossen), und anschliessend zur "Haighs Chocolate Factory", ebenfalls sehr weit! Das mag ich an australischen Stadtplaenen nicht, dass die meisten keinen Massstab drauf haben (drei Blocks weiter, so weit kann es ja nicht sein... wenn man dann aber fuer diese drei Blocks 45 Minuten braucht, war es doch etwas weiter...!).
Nachmittags sah ich mich in der Stadt um und schaute, was es alles so im Zentrum gibt (entdeckte u.a. auch einen Wegweiser zum "SA German Club"...).
Abends spielten wir wieder Karten.

Sonntag buchte ich dann endlich einen Platz im Indian Pacific; dummerweise war der Donnerstags-Zug ausgebucht, weshalb ich erst Sonntag drauf fahren konnte. Andererseits hatte ich jedoch auch nichts dagegen, noch ein bisschen in dem tollen Hostel zu bleiben und abends das Apple Pie-Ritual mitzumachen:-)

Montag war super: ich fuhr nach Glenelg, um Delphine zu beobachten! Mit einem Segelboot ging's raus auf's Meer, und wir sahen eine Menge Bottlenose - und Common Dolphins. Ich liebe Delphine! Danke, Torsten, für das tolle Geburtstagsgeschenk!!!!!
Dienstag und Mittwoch verbrachte ich auf Kangaroo Island, siehe dazu naechsten Blog.

Donnerstag bis Sonntag war ich wieder in Adelaide, ass abends Apple Pie und spielte Karten mit vor allem Annika, Viola und Paul, schaute mir das South Australian Museum an, fuhr dreimal mit dem kostenlosen City Loop-Bus...
Drei richtige Chilltage. Einen Abend war ich noch mit Annika, Viola, Paul und zwei netten Koreanern aus meinem Hostel in einem Pub, und schrieb dann nachts noch auf der Terrasse Tagebuch und unterhielt mich mit Paul, einem sehr netten Kerl (ich fragte ihn, wann er nach England zurueckfahren wuerde. Antwort: "2010.". Und jetzt weiss ich auch, was 'Schlumpf' auf Englisch heisst:-).



Samstag abend gab's dann leider zum letzten Mal Apple Pie, da ich am naechsten Abend bereits im Zug nach Perth sitzen wuerde. Bei einem anschliessenden Spaziergang im Mondlicht durch die kleinen Strassen rings ums Hostel kam ich an einem Restaurant vorbei, in dem anscheinend gerade eine Geschlossene Gesellschaft stattfand, fuer die zwei Maenner Dudelsack spielten. Ich sass bestimmt 40 Minuten draussen auf der Strasse und hoerte zu;-) Eine vorbeikommende Polizeistreife hielt an und fragte, ob alles in Ordnung sei, weil ich auf der Strasse saesse!

Die Tage waren alle verdammt heiss und wolkenfrei, zwischen 35 und 38 Grad. Zum Glueck aber nicht schwuel.

Sonntag schien ich mich etwas an die Hitze gewoehnt zu haben, da es mir richtig Spass machte, draussen herumzulaufen, auch wenn es sehr heiss war und die Sonne brannte.
Um zehn Uhr morgens musste ich auschecken, konnte mein Gepaeck aber im Hostel lassen, da mein Zug erst um 18.40 Uhr fahren wuerde und mich der Besitzer des Hostels um 17 Uhr zum Bahnhof fahren wollte. Sehr praktisch!;-)
Tagsueber besorgte ich bei Coles noch etwas Verpflegung fuer die 39-stuendige Zugfahrt. Den Nachmittag verbrachte ich mit Annika und Viola im Hostel, die abends auch Richtung Perth loswollten, allerdings mit dem Flugzeug.
Der Abschied von den beiden und Paul fiel mir dann ziemlich schwer, aber wir wollen uns in Perth nochmal treffen.
Und dann ging's los! Ich freute mich schon sehr auf die Zugfahrt...