Monday, January 01, 2007

Sydney


Und schon sind die zehn Tage in Sydney vorbei! Es war so schoen...
Die Stadt hat mir sehr gut gefallen, ich fand, dass es die schoenste aller australischen Staedte ist, die ich bisher besucht habe!
Vor allem, wenn bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel das Wasser im Hafen tiefblau wirkt und im hellen Licht glitzert, daneben das Opernhaus in einem scheinbar reinen Weiss strahlt, umrandet von den sattgruenen Pflanzen des angrenzenden Botanischen Gartens.
Obwohl ich sehr viel von der Stadt gesehen habe, scheint die Zeit doch viel zu kurz gewesen zu sein, da es hier einfach sooo viel gibt, was man unternehmen kann!!!

Am 22.Dezember kam ich aus den Blue Mountains zurueck und habe mir nachmittags die Umgebung des Hostels angeschaut; bin die George Street entlanggelaufen, war bei der Hauptpost, und habe die China- und Thainatown erkundet. Abends war ich mit Tim, einem Amerikaner aus meiner Fraser Island-Gruppe, verabredet, weil es sein letzter Abend in Australien war. Wir sind zusammen am Circular Quay essen gegangen, womit ich schon am ersten Abend Sydney Harbour, Opernhaus und Harbour Bridge, die Ikonen der Stadt, zu sehen bekam.

Der naechste Tag war ausgefuellt mit typischem Touristen-Programm: Sydney Sky Tower, von dem aus die Sicht super war, Botanischer Garten, Parliament House, Old Mint Building, Royal Sydney Hospital, State Library of NSW, Circular Quay, Darling Harbour, ...

Da war es ganz gut, dass ich so viel von den Unternehmungen unter freiem Himmel bereits an diesem Tag abgehakt hatte, denn am 24. regnete es bis nachmittags, und gewitterte sogar um 13 Uhr. Somit ging ich ins Sydney Wildlife World am Darling Harbour, in dem ich mir mal wieder die ganzen null- bis achtbeinigen Australier ansah, und anschliessend ins National Maritime Museum. Hier gefiel mir vor allem die "Endeavour", Captain Cook's Schiff, das im Hafen liegt und begehbar ist. Die Leute muessen frueher wirklich klein gewesen sein!
Ausserdem bekam ich von einem aelteren Herrn, der freiwillig im Museum arbeitet, eine "Fuehrung" durch die Segelyacht, mit der Kay Cottins als erste Frau alleine um die Welt gesegelt ist. Innen war es ganz genauso eingerichtet wie auf der Reise, fast alles war original von damals im Boot geblieben. Das war sehr beeindruckend und spannend, vor allem, da der aeltere Herr mit Freude sehr viele Anekdoten von der Reise erzaehlte.
Nachmittags waren die Strassen der Stadt verstopft, man konnte sich fast nicht mehr bewegen, da unzaehlige Leute ihre Weihnachtseinkaeufe scheinbar in letzter Minute erledigten. Lustig waren die zwei Jungs in der Pitt St Mall, die in Kaenguru-Kostuemen steckten und in den Pfoten Sprungfedern gehabt haben muessen: sie huepften bis zu zwei Meter hoch durch die Fussgaengerzone, sehr zur Belustigung aller Passanten.
Um 16 Uhr ging ich in die St Andrews Cathedral in der Naehe meines Hostels, um dem "Contemporary Christmas Service" beizuwohnen. Es war super! Der Pfarrer trug statt eines Pinguinkostuems einen Anzug, war sehr locker und lustig und hat den Gottesdienst sehr unterhaltsam gestaltet, u.a. mit Anekdoten von Weihnachtsfesten in seiner Jugend.
Auf der "Buehne" begleitete eine Band dieWeihnachtslieder, die gesungen wurden, deren Texte per Beamer auf eine Leinwand geworfen wurden, damit auch ja jeder mitsingen konnte. Wie beim Karaoke! Anschliessend ging der Pfarrer mit einem Mikrofon durch die Kirche und fragte, wer aus Uebersee zu Besuch sei. Es waren erstaunlich viele, und aus jedem vertretenem Land durfte ein Gast "Frohe Weihnachten" in seiner Muttersprache sagen. Das fand ich sehr schoen. Am Ende bekam jeder Besucher eine CD, auf der irgendetwas Weihnachtliches drauf ist (ich habe sie mir noch nicht naeher angeschaut) und Schokolade. Da koennte sich die Kirche in Deutschland mal eine Scheibe von abschneiden;-)
Abends feierte ich Weihnachten im Hostel mit zwei Deutschen aus meinem Zimmer, mit aus Deutschland eingetroffener Weihnachtspost, Keksen, Stollen, Kerzenschein und gesungenen Weihnachtsliedern. Eigentlich schoener als von der CD:-)
Es war nur etwas komisch mit kurzem Rock, T-Shirt und Weihnachtsmannmuetze dazusitzen...
Wir haben bis halb drei morgens gefeiert.


Dementsprechend lange schlief ich dann am 25.12. Viel wollte ich an diesem Tag sowieso nicht unternehmen. Da es sehr warm und sonnig war, beschloss ich, mit dem Bus nach Coogee, einem Sydneyer Stadtteil an der Kueste, zu fahren und den Kuestenwanderweg nach Bondi entlangzulaufen. Es war wunderschoen! Die beste Brandung war in Tamarama, wo auch der Strand sehr schoen war, nicht zu gross und auch nicht voll. Das Wasser war ueberall sehr klar.
Am Bondi Beach war dagegen die Hoelle los, da dort auch eine Party mit schrecklich lauter Techno-Musik stattfand. Lustig war es aber, die Leute in Badesachen, und dann mit Santa-Muetzen oder Rentiergeweihen auf dem Kopf am Strand sitzen zu sehen. Einige sind sogar mit Muetze/Geweih geschwommen!!!

Da der 26.12. in Australien kein Feiertag ist, war alles wieder geoeffnet. An diesem Tag schaute ich mir sehr viel an: Hyde Park, Botanischen Garten, Australian Museum, Martin Place und Australia Square, usw. Genauso am 27.: Chinesischer Garten, Kings Cross, Paddington, Woolloomooloo, sowie das Outback Centre am Darling Harbour. Da um 17 Uhr eine kostenlose Didgeridoo-Show stattfinden sollte, blieb ich solange da. Und das Warten lohnte sich! Es war super! Der Kuenstler erzaehlte viel ueber sich, seine Geschichte und Familie, er erklaerte, wie man Didj spielt, und spielte drei Lieder. Dabei benutzte er seine Stimme und Haende, um Tiere nachzuahmen und somit eine Geschichte zu erzaehlen. Es war einfach klasse. Im Hintergrund liefen auf einer Leinwand Bilder aus dem Outback, vor allem aus dem Northern Territory: Red Centre und Kakadu.
Ausserdem startete am 26.12. das beruehmte "Sydney-to-Hobart Yacht Race", bei dem Segelyachten in drei Tagen um die Wette von Sydney bis ganz runter nach Hobart im Sueden von Tasmanien, um die Wette segeln. So sass ich mit vielen weiteren Menschen unten am Hafen und wartete auf die Yachten, bis wir dann sahen, dass sie viel weiter "draussen" im Hafen starteten! So konnten wir das Ganze nur von Weitem beobachten. Besser als gar nicht, aber angekuendigt war ein Startpunkt viel weiter im Hafeninneren...

28.12.: An diesem Tag sollte Anja, das deutsche Aupair aus Canberra, mit der ich mir seit einigen Monaten E-Mails geschrieben hatte, in Sydney ankommen. Da ich aber nicht wusste, um wieviel Uhr, fuhr ich vormittags zum Strand von Bronte, um eine Runde zu schwimmen. Die Brandung war sehr sehr gut, hohe Wellen und eine ganz gute Stroemung! Ein Stueckchen weiter draussen brachen sich die hoechsten Wellen, sodass ich dort ungefaehr eine Stunde herumschwamm. Nachmittags traf ich dann Anja im Hostel, und zusammen liefen wir an dem Tag noch ein bisschen durch die Stadt, zum Opernhaus und Circular Quay, zu den "Rocks" (dem historischen Stadtteil mit Haeusern aus der Kolonialzeit, direkt unten am Hafen) usw.

Am 29.12. hatten Katja (eine Deutsche aus meinem Hostelzimmer) und ich eigentlich geplant, zusammen abends in den Luna Park (einen Vergnuegungspark) zu gehen, und einige weitere Leute wollten noch mitkommen. Deshalb blieben Anja und ich tagsueber in der Stadt, um nicht zu spaet zurueckzukommen. Da sie noch nicht auf dem Sky Tower, war fuhr sie hinauf, und ich lief in der Zeit so ein bisschen durch die Stadt. Nachmittags waren wir zusammen nochmal in der Didgeridoo-Show, und es war genauso toll wie beim ersten Mal! Da es dann abends jedoch wie aus Eimern goss, fiel der Luna Park wortwoertlich ins Wasser. Daher verbrachten Katja, Anja, Dom (ein Australier) und ich den Abend mit Kartenspielen, u.a. "Wizard", das Katja aus Deutschland mitgebracht hatte und das sehr viel Spass machte!

Also verschoben wir den Luna Park auf den naechsten Abend. Tagsueber fuhren Anja und ich mit der Faehre nach Manly, wo wir uns etwas umsahen und den Strand besuchten. In einem Souvenirladen kaufte Anja sieben Kuschel-Roos, waehrend ich mich draussen ueber einen solarbetriebenen Weihnachtsbaum amuesierte.
Abends war es dann auch trocken, sodass Katja, Anja und ich ueber die Harbour Bridge zum Luna Park spazierten. Mit einem "unlimited rides pass" konnten wir den ganzen Abend mit allen Fahrgeschaeften fahren! Es war spitze, bis auf die Tatsache, dass die beiden anderen gegen zehn Uhr wieder zum Hostel zurueckgingen. Ich blieb noch bis halb zwoelf, um den Pass auszunutzen:-) Vom Riesenrad z.B. hatte man einen tollen Ausblick auf die naechtlich beleuchtete Harbour Bridge, das Opernhaus und die Skyline, was sehr schoen aussah. Und von einem Fahrgeschaeft namens "Extreme Speed Machine" sah man das Ganze staendig ueber Kopf. Das hatte auch was:-)
Es blieb auch tatsaechlich trocken, was wir uns auch fuer den naechsten Tag erhofften.


Hoehepunkt des naechsten Tages, des 31.12., war ganz eindeutig das Feuerwerk um Mitternacht! Da wir das natuerlich nicht verpassen wollten, brauchten wir einen guten Platz, von dem aus man eine uneingeschraenkte Sicht ueber den Hafen, zum Opernhaus und zur Harbour Bridge hin, haben konnte. Dieser Platz fand sich am Mrs Macquaries Point im Botanischen Garten, von dem wir gehoert hatten, dass man schon frueh da sein sollte, um ein Plaetzchen zu finden, da es DER Platz ueberhaupt sei! Nach dem Fruehstueck besuchten wir noch Woolies, um Verpflegung fuer den Tag einzukaufen, und gingen los. Am Eingang zum Botanischen Garten angekommen trauten wir unseren Augen nicht: die Schlange der wartenden Menschen war ca. 600 Meter lang, die komplette Zugangsstrasse entlang! Das wuerde Stunden dauern, da hineinzukommen (da man durch einen security check musste: Alkohol und Glasflaschen waren verboten). Doch ploetzlich kam jemand aus dem vorderen Ende der Schlange heraus auf mich zugelaufen und rief "Inken!". Es war Corinna aus meiner Fraser Island-Gruppe! Wenn das mal kein Glueck war!!! So mussten wir nur noch ca. 40 Minuten warten, statt einiger Stunden, da wir uns natuerlich zu ihrem Grueppchen gesellten... ein anderes Maedchen, das bei Corinna stand, hatte ich auch schonmal getroffen: im Ozzie Pozzie Backpackers in Port Macquarie! Australien ist doch klein...
Im Garten waren noch nicht viele Leute, und wir fanden ein Plaetzchen auf dem Rasen ganz vorne am Wasser, sodass sich niemand mehr vor uns setzen konnte. Jetzt hiess es nur noch, elf Stunden auf das Feuerwerk zu warten...
Um 13 Uhr fing der Countdown mit einem Kanonenschuss von Fort Denison aus an, und stuendlich zur vollen Stunde fand irgendetwas statt, z.B. einige historische Doppeldecker-Flugzeuge, die in Formationen ueber den Hafen flogen, oder abends beleuchtete Segelschiffe, die durch den Hafen fuhren, oder ein Loeschboot, das drei riesige Fontaenen verspritzte. So wurde es nicht langweilig! Nur knallheiss war es, da wir in der prallen Sonne sassen/lagen. Selbst beim einfachen Nichtstun im Liegen floss der Schweiss. Jede kleinste Wolke oder leichteste Brise war da eine willkommene Abwechslung! Gegen 17 Uhr bezog sich dann der Himmel, juhu!!!
Als es dann wirklich so weit war, war das Feuerwerk einfach grandios: abgeschossen von der Harbour Bridge, von verschiedenen Schiffen im Hafen und von Wolkenkratzern in der City... wunderschoen!!! Durch die anderen 24999 Leute um mich herum war die Stimmung auch super, auch wenn es krachend voll war! Es war einfach toll, aber wahrscheinlich: einmal und nie wieder...:-) Direkt vor Mitternacht wurde irgendwie ein Countdown auf den Brueckenpfeiler projiziert, und alle zaehlten laut mit, bis es dann soweit war: 2007!!!
Zusammen mit Silvester wurde auch das 75-jaehrige Jubilaeum der Harbour Bridge gefeiert, das in diesem Jahr faellig ist. Daher stand die Nacht unter dem Motte "A Diamond Night in Emerald City". Um Mitternacht wurde dann gleichzeitig zum Feuerwerk noch ein grosser Diamant aus Leuchtschnueren am Brueckengitter aktiviert.
Da Anja gleich ins Hostel zurueckwollte, um ins Bett zu gehen; ich jedoch nicht, blieb ich noch auf, ging ins Internetcafe und feierte noch mit einigen Maedels aus meinem Zimmer weiter.
Dementsprechend muede war ich auch am naechsten Morgen, da ich erst gegen sechs Uhr im Bett war (aber es wird ja schliesslich nur einmal 2007, nicht wahr:-), und somit hatte ich keine Lust, Neujahr gross was zu unternehmen.
Deshalb fuhr ich nur zum Strand von Tamarama, um ein bisschen in den Wellen zu schwimmen und munter zu werden, was auch klappte! Nachmittags hiess es dann auch schon packen, da ich am naechsten Morgen um 7.45 Uhr nach Canberra weiterfahren wuerde...
Schoen war's in Sydney, aber gleichzeitig freute ich mich auch schon darauf, endlich wieder aus der Grossstadt herauszukommen.

1 Comments:

At 11:35 AM, Anonymous Anonymous said...

Interesting to know.

 

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