Great Ocean Road & Grampians

Montag Vormittag traf ich alle meine Reisegefaehrten fuer die naechsten vier Tage: Annika und Viola aus Deutschland und James aus Wales. Gegen Mittag kamen wir von Melbourne los, und fuhren zunaechst ueber den Freeway nach Geelong, wo die Great Ocean Road ihren Anfangspunkt hat.
Erster Stopp war das Surfermekka Torquay, in dem ein Surferladen am anderen ist: Billabong, Ripcurl, Roxy, und wie sie alle heissen. Sowas hatte ich noch nirgendwo gesehen, nichtmal an der Gold Coast! Auch der Strand war schoen, wenn auch die Wellen ein Witz waren. Vielleicht kniehoch...
Naechster Stopp: Bells Beach, an dem viele Surfmeisterschaften, u.a. auch die Surf World Championships ausgetragen werden. Da waren die Wellen schon besser!
Irgendwann begann die Strasse, sich wunderschoen immer direkt an der Kueste entlangzuwinden. Teilweise sah es so aus wie auf dem Highway #1 in Kalifornien. Nachdem wir das Staedtchen Lorne passiert hatten, kamen wir zu einem tollen Strand bei Fairhaven, an dem wir uns zwei Stunden aufhielten und Annika, Viola und ich gebadet haben. James fand es zu kalt. Die Wellen waren super, hatten richtig viel Schub!
Als wir zum Auto zurückkehrten, hatten wir erstmal direkt einen Strafzettel ueber sieben Dollar am Scheibenwischer klemmen!
Die erste Nacht verbrachten wir in Apollo Bay. Im Backpacker Hostel war zwar kein Bett mehr frei, aber der Herbergsvater hatte im Garten zwei Campingkabinen. Eine davon hat er uns angeboten, zum gleichen Preis wie der Schlafraum gewesen waere. War toll! Abends sind wir nochmal zum Strand gelaufen, haben einen unglaublich schoenen klaren Sternenhimmel gesehen und etwas Mysterioeses, das aussah wie ein Komet (Halley oder wie der damals hielt). Was es war, haben wir nicht herausgefunden (spaeter allerdings fand ich heraus, dass es wirklich ein Komet war! Wow! Aber an dem Abend hat James mich deshalb ausgelacht "if that was a comet, we would be f**ked" ...).
Dienstag standen die 12 Aposteln, Loch Ard Gorge, The Arch, und London Bridge auf dem Programm. Alles Sandsteinformationen an der Kueste, einfach ueberwaeltigend. Allerdings kann man nur noch sechs Apostel sehen, zwei sind glaube ich versteckt und vier erodiert oder so.

Unter den Wellen, die sich an der Kueste brachen, waren z.T. riesige Brecher, deren Gischt gigantisch hoch und weit spritzte. Das sah toll aus! Schwimmen wollte ich da allerdings nicht (und das will was heißen!!!)! Als wir auf der Great Ocean Road durch den Otway NP fuhren, sahen wir ploetzlich auch ganz viele Koalas in den Baeumen ringsherum! Meine ersten Koalas in freier Wildbahn, juhu! Total suess, ab liebsten haette ich mir einen gepflueckt. Einige waren sogar wach und frassen!
Abends fuhren wir durch's Inland von Victoria nach Halls Gap, welches in den Grampians liegt, und wo wir in einer Oeko-YHA dieNacht verbringen wollten. Das Inland war unglaublich flach und braun, bis dann in der Ferne die Huegel der Grampians auftauchten. Unterwegs sahen wir oft das typische australische Outback-Klischee: braune Wiesen mit Merino-Schaf-Herden vor einer alten verfallenen Holzhuette mit rostigem Grundwasser-Windrad. Total schoen, so ein Foto haenge ich mir spaeter mal in mein Zimmer!
Abends planten wir noch den naechsten Tag, den wir komplett in den Grampians verbringen wollten.
Mittwoch verbrachten wir dann in den Grampians, sahen die McKenzie Falls, einen schoenen, wenn auch kleinen Wasserfall, und genossen die Aussicht von verschiedenen Lookouts, u.a. Boroka und Reeds Lookout. Die Sicht war toll, und da der Boroka Lookout sich fast genau ueber Halls Gap befindet, konnten wir von dort das Dach der YHA mit den Solarzellen sehen. Vom Reeds Lookout fuehrte ein Weg zu "The Balconies", einer Art "ueberdachtem" Felsvorsprung. Da ich von dort ein Foto von mir als kleinem Kind darauf habe, wollte ich quasi nochmal genau das gleiche Bild aufnehmen, 16 Jahre spaeter. Aber heute ist das alles weitraeumig mit Gelaender abgezaeunt, damit man da ja nicht mehr raufkann. Man koennte ja zu dicht an die Kante gehen und runterfallen... Grrr... ein Verbotsschild steht dort allerdings nicht:-)
Nachmittags fuhren wir zum Mt William, dem hoechsten Berg der Grampians. Man kann bis fast oben fahren, den Rest laeuft man auf einer SEHR steilen, kurvigen Asphaltstrasse hoch. Frueher konnte man bis auf's Gipfelplateau rauffahren, heute ist die Strasse allerdings fuer Autos gesperrt. Richtig so! Wer hoch will, kann auch laufen;-)
Der Ausblick war sehr schoen, zur einen Seite lagen die Grampians in mehreren Bergketten hintereinander, zur anderen das unglaublich weite viktorianische Flachland, platt bis zum Horizont. Toll!

Allerdings rissen meine Sandalen da oben an vierter Stelle aus. Bis zur YHA musste ein Gummiband provisorisch das abgerissene Stueck ersetzen, bevor ich es abends (wie ueblich) mit der weissen Nylonschnur ersetzte. Irgendwann fragte mich mal jemand aus meinem Hostel, warum ich denn die ganzen Schnuere an meinen Sandalen haette;-)
Im Anschluss an den Mt William fuhren wir noch zum Ngamadjidj Shelter, einem Felsen mit Felsmalerei der Aboriginals drauf.
Abends war auf der Dorfwiese von Halls Gap eine Leinwand aufgebaut: Kino! Das ganze Dorf war zusammengekommen und sass auf der Wiese, um einen neuen australischen Kinofilm zu sehen: "Kenny"! Eine herrliche Pseudo-Dokumentation ueber das Leben von Kenny, der fuer eine Klohaeuschenfirma arbeitet. Klasse, wirklich zum Wegwerfen, vor allem, weil in der Originalfassung noch alle Wortspiele und Witze rueberkommen...:-)
Donnerstag stand dann vor allem viel Fahrerei auf dem Programm. Die ganze Zeit durchs unglaublich flache Inland, von den Grampians in Victoria bis nach Adelaide in South Australia. Mittags gabs dann noch einen Streit, da James, auf den Annika, Viola und ich sowieso schon einen Groll hatten, ploetzlich ohne Vorwarnung anfing, herumzuzicken, und dann beleidigte Leberwurst spielte, als wir sagten, lass uns lieber normal reden, als uns gegenseitig Beschimpfungen an den Kopf zu werfen... Ein Idiot, mit dem wir uns spaeter auch nochmal herumaergerten. Aber das gehoert hier nicht hin. Wir anderen drei verstanden uns jedenfalls super:-) Wer genauere Ausfuehrungen hoeren moechte, muss bis April warten:-)

Am fruehen Abend machten wir noch einen Zwischenstopp in Hahndorf, 40 km vor Adelaide. Erst waren wir in einem Weingut, in dem Annika und Viola Wein probierten und ich wieder an diese "DLG Siegergala Deutscher Ehrenweinpreis" denken musste, auf der wir letztes Jahr mit dem Chor gesungen und uns koestlich ueber die Weinprobe amuesiert hatten... soviel nur dazu, auf diesem Weingut in Hahndorf sollte ein Rosewein nach Muscheln, Garnelen und Krabben schmecken, ein anderer nach Ananas und Mango, und der dritte nach Kokosnuss... Wozu dann der ganze Aufwand? Da kann man doch gleich Kokosnussmilch trinken...
Hanhdorf jedenfalls ist wohl die aelteste deutsche Siedlung in South Australia, und im "German Arms Hotel" wurde Loewenbraeu serviert, es hingen Bayern-Fahnen draussen, und ueberall gab es "deutsche Wurst": Mettwurst, Leberwurst, Wiener(!), Frankfurter, Krainer...

Schliesslich erreichten wir gegen 18 Uhr Adelaide, und nisteten uns im "Adelaide Backpackers Inn", einem kleinen familiengefuehrten Hostel im Zentrum der Stadt, ein. Ich hatte von unterwegs mehrere Hostels angerufen, und dies war das Einzige, das Unterkunft fuer 4 Personen hatte, da am naechsten Tag Australia Day war (dritthoechster Feiertag nach Karfreitag und Weihnachten) und ausserdem ein Cricket-Match zwischen England und Australien stattfand. Wir wurden jedenfalls sehr herzlich empfangen, und kannten an dem Abend schon alle anderen aus dem Hostel. Eine richtig nette freundliche Atmosphaere herrschte dort. Abends war fast das ganze Hostel zusammen im Pub, um zu feiern, dass Paul, ein Englaender, endlich einen Job gefunden hatte. Das gefaellt mir viel besser als diese grossen anonymen Hostels, in denen niemand miteinander redet. So freute ich mich auch schon darauf, ein paar Tage in Adelaide und diesem Hostel zu bleiben!

0 Comments:
Post a Comment
<< Home