Wednesday, January 17, 2007

Der Osten Tasmaniens

Vorgestern verliess ich morgens frueh gegen halb acht Hobart, um mit "Under Down Under Tours" drei Tage lang den Osten der Insel zu erkunden. Das Programm des ersten Tages fand allerdings im Sueden von Hobart statt, sodass wir die erste Nacht wieder in der Stadt waren.
Und zwar stand das ehemalige Gefaengnis Port Arthur auf der Tasman Peninsula auf der Tagesordnung.
...


Es war einmal vor langer Zeit (fast schon in grauer Vorzeit:-), da war Australien eine Straeflingskolonie. Verbrecher, die von England aus dorthin verschifft wurden, landeten in einem der Gefaengnisse bzw Gefaengnisdoerfer auf dem Festland. Nun gab es jedoch ein paar dreiste Gemueter, die -da sie ja sowieso schon am anderen Ende der Welt waren- dort gleich nochmal eine Straftat veruebten. Und da das Verschiffen von Straeflingen damals wohl gerade der neueste Hit war, baute man solche Gefaengnisse zweiten Grades auf Stationen ausserhalb des australischen Kontinents, sodass man sie nochmal mit dem Schiff woandershin schicken konnte. So gab es z.B. gleich drei auf Tassie (das damals noch Van Diemens Land hiess), und eins auf Norfolk Island.
Viel war nicht mehr uebrig, einige Ruinenmauern, die aber recht gut ueber den Platz verteilt waren, sodass man einen Eindruck bekam, wie gross das Ganze einmal war.
Zudem erfuhr man sehr viel ueber das Gefaengnis und das Leben dort, sodass wir jetzt einiges mehr wissen als zuvor.
Auf dem Rueckweg sind wir noch an der Kueste spazieren gegangen, haben die Felsformationen "Tasman Arch" und "Devils Kitchen" gesehen, und ein Blowhole. Die Wellen waren schon recht imposant, da das Meer dort sehr weit ist und die naechsten Landmassen Neuseeland bzw die Antarktis sind.
Auch niedlich war der Ort namens "Doo-Town": jedes Haus im Ort trug einen Namen statt einer Strassen- und Hausnummer, und in jedem Namen kam "doo" vor, z.B. waren dabei: "Didgeri-doo", "How'd you doo", "What to doo", "Doo-me", "Yabba-dabba-doo"...
Unser Tourfuehrer Peter, "the big fat bloke", wie er sich selbst nannte, war sehr lustig und hat die ganze Tour mit viel Humor und spontanen Witzen aufgelockert.

Tag 2: Der Osten der Insel von Hobart im Sueden bis Bicheno im Osten. Erster Stopp war in Ross, einer kleinen niedlichen Stadt mit vielleicht 500 Einwohnern und einem vorbeifahrenden Auto in zehn Minuten.
Auf dem Programm stand unter anderem auch die Wineglass Bay im Freycinet Peninsula National Park, deren Strand von den Amis zu einem der weltbesten zehn Straende gezaehlt wird. Wir hatten vier Stunden Zeit und konnten entweder hoch zum Lookout laufen, von dem man einen tollen Blick ueber die Bay hatte, oder auch auf der anderen Seite den Berg runter zum Strand, und nachher wieder ueber den Huegel rueber zurueck. Ich lief mit Katrin(D) und Barbara(CH) erst hoch zum Aussichtspunkt, und da noch sehr viel Zeit war, anschliessend zum Strand runter. Das Wasser war super, ganz klar und blau, und mit tollen Wellen!!! Der Sand war weiss und fein. Das Meer war so verlockend, dass ich schwimmen gegangen bin. Es war klasse in den Wellen, bis auf einmal Katrin nach einer Unterhaltung mit ein paar Wanderern zum Meer runtergerannt kam. Da wusste ich, dass irgendetwas nicht stimmen kann, und bin vorsichtshalber aus dem Wasser raus gegangen...


Die Wanderer erzaehlten, dass aufgrund der Meeresstroemung die Bucht voller Bluebottles sei (eine Quallenart, deren Tentakeln sehr schmerzhaft sind, und ausserdem sind sie lang und ganz fein und brennen auch dann noch wie Feuer, wenn sie schon seit langem von der Qualle abgetrennt sind. "Brennt wie Feuer": ist wahrscheinlich noch untertrieben, nach allem, was ich bisher ueber die Biester gehoert habe...). Ich bin also lieber rausgegangen, und ploetzlich sahen wir auch recht viele angespuelt am Strand liegen. Mistviecher!:-)
Abends uebernachteten wir im Bicheno Backpackers, einem ganz gemuetlichen kleinen Hostel in einem kleinen Dorf. Hauptattraktion dort: Zwergpinguine, die nach Einbruch der Dunkelheit an Land gehen!!! Uns wurde angeboten, abends um zehn eine Tour mitzumachen, und diese Gelegenheit liess ich natuerlich nicht aus. Eigentlich waere ich nach Phillip Island gefahren (bei Melbourne), um dort die Pinguine zu sehen, aber hier war das alles viel weniger touristisch und "naeher", sehr toll!
Die Pinguine waren so goldig, es waren sowohl Kueken als auch erwachsene Tiere dabei. Putzig!



Und heute war auch schon der letzte Tag meiner Tour (einige aus der Gruppe fahren im Westen von Tassie wieder nach Hobart zurueck, aber da sie zwei Tage am Cradle Mountain bzw Lake St Clair verbringen, die ich ja beide schon vom Overland Track kenne, hatte ich mich entschieden, nur bis Launceston mitzufahren). Erster Punkt auf dem Programm war der Besuch eines Tierparks. Was hier auf Tasmanien natuerlich eine besondere Attraktion ist: Tasmanische Teufel! Wir waren zur Fuetterungszeit da, was auf jeden Fall super und mal etwas anderes war! Ich fand sowohl die ausgewachsenen Teufel als auch die Jungen sehr suess, und bin davon ueberzeugt, dass sie ein gutes Haustier abgeben wuerden, das auch einen Wachhund ersetzen koennte.
Leider sind sie vom Aussterben bedroht:-(


Anschliessend ging's weiter zur Bay of Fires, einem Strand mit Felsen an beiden Seiten. Die Wellen heute waren gigantisch, und brachen sich mit voller Wucht an den aeussersten der Felsen. Ich bin mit Katrin ein bisschen darauf herumgeklettert, und zum Schluss haben wir dort oben noch "geduscht", da wir wegen der Bluebottles nicht schwimmen wollten. Es war klasse, dort haette ich den ganzen Tag verbringen koennen; einfach nur den sich brechenden Wellen zuschauen.
Zum Mittagessen (Fish'n'Chips) sind wir in den Fischerort St Helens gefahren, in dem wir uns anschliessend noch eine Stunde umsehen konnten. Dann ging's weiter, erst zu den St Columba Falls, dem hoechsten Wasserfall Tasmaniens, und anschliessend zu einem Pub, dessen besondere Attraktion das Bier trinkende Hausschwein ist. Man kann gegen das Schwein antreten: schafft man es, mehr Bier als das Schwein zu trinken, bekommt man alle Getraenke gratis. Verliert man aber, muss man die des Schweins mitbezahlen...
Die Flasche, die wir ihm angeboten haben, trank es innerhalb von fuenf Sekunden aus.


Anschliessend ging's weiter durchs tasmanische Nichts, durch winzige 100-Einwohner-Staedtchen und vorbei an einer Lavendelfarm, bis wir abends Launceston erreichten und ich mich von der Gruppe trennte. Schade, die Tour hat sehr viel Spass gemacht, und die Gruppe war bis auf eine Ausnahme ("Eckhardt"...) super!

Morgen habe ich noch den Vormittag Zeit, mir Launceston anzusehen, bevor es nachmittags zurueck aufs Festland geht! Jippie!!!!:-)

2 Comments:

At 1:16 AM, Anonymous Anonymous said...

HI Inken!
Hab gestern deine Karte bekommen. Vielen Dank dafür hab mich riesig gefreut.
Oh man du bist echt beneidenswert.
Hoffe du hast noch viel Spaß in Australien.

grüße alex

 
At 6:56 PM, Blogger Inken said...

Komm doch auch;-)

 

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