Sunday, December 31, 2006

Blue Mountains



Am 17.12. fuhr ich also mit einem Doppelstockzug von Sydney nach Katoomba, einem gemuetlichen ruhigen Dorf in den Blue Mountains. Die Fahrt dauerte ca. zwei Stunden und war nicht besonders aufregend. Bis auf die Tatsache, dass man die Lehnen der Sitze individuell ueber die gesamte Sitzflaeche hinwegschieben konnte, sodass man selbst entscheiden konnte, ob man vorwaerts oder rueckwaerts faehrt!
In Katoomba quartierte ich mich in der "Blue Mountains YHA" ein. Diese war sehr schoen und haeuslich; sie schien auf Wanderer ausgerichtet zu sein.
Sonntag deckte ich mich nur im Supermarkt mit Verpflegung fuer die Woche ein (endlich lohnte es sich mal wieder, selbst zu kochen, da ich laenger als eine oder zwei Naechte blieb!) und schaute mich ein bisschen im Dorf um. Dabei kam ich zu dem Schluss, dass mir Katoomba gefiel. Es wirkte wie ein Ueberbleibsel aus vergangenen Jahrzehnten, mit aeltlichen verblichenen Laden- und Haeuserfronten, nostalgischen roten englischen Telefonzellen, einem richtigen "Landbaecker" etc...
Abends, als es dunkel war, lief ich zum Echo Point, um die "Three Sisters" anzuschauen, die dann beleuchtet sein sollten. Die "Three Sisters" sind drei nebeneinander stehende Sandsteinfelstuermchen, um die es eine Sage bzw Legende der Aboriginals gibt, und die wohl die bekannteste Sehenswuerdigkeit der Blue Mountains sind. An diesem Abend wirkten sie nicht sehr imposant, die "Scheinwerfer" waren sehr schwach, und im fahlen Licht sah man nicht so sehr viel. Trotzdem war der Spaziergang in der angenehm kuehlen und frischen Abendluft sehr schoen.

Am naechsten Tag unternahm ich wieder nicht viel, ausser, mir die 'Three Sisters' bei Tageslicht anzuschauen. Und siehe da: im rechten Licht wirkten sie viel beeindruckender! Nachteil war, dass bei Tageslicht der Echo Point, der Aussichtspunkt, von dem aus man auf sie blickt, von vor allem Fotos schiessenden Japanern ueberfuellt war.
Da Katoomba auf dem Hochplateau liegt, und die Ortsgrenze auch gleichzeitig die Grenze des Plateaus ist, kann man von diversen Aussichtspunkten aus ins Regen- und Eukalyptuswald bewachsene Jamison Valley hinabblicken. Ist die Sicht gut, kann man unheimlich weit sehen, es ist einfach toll. Tief unter sich sieht man die gruenen Baumkronen des Regenwaldes, ueber denen ab und zu strahlend weisse Kakadus fliegen, und wenn man in die Ferne schaut, vor allem morgens und abends, verliert sich alles in dem blauen Dunst, von dem die Berge ihren Namen haben. Dieser Dunst entsteht dadurch, dass die unzaehligen Eukalyptusbaumblaetter das aetherische Eukalyptusoel ausduensten. Dieser Oeldampf ist blaeulich, und von Millionen von Baeumen zusammen, vereint sich alles zu einem blauen Nebel.

Dienstag bin ich dann aber endlich gewandert: zum "Einwandern" habe ich eine kuerzere mittelschwere Route gewaehlt. Zuerst ging's ueber die "Giant Staircase", 890 Stufen, hinab ins Jamison Valley. Die Treppe war zum Teil sehr sehr steil und sehr eng; ab und zu waren es auch einfach nur Felsen, ueber die man hinabkletterte, ohne richtige Stufen.
Unten im Tal lief man ca. eine Stunde eben durch den Regenwald, in dem auch viele Farnbaeume stehen, bis man zur "Scenic Railway", der steilsten Eisenbahn der Welt, kommt. Mit dieser fuhr ich wieder hoch auf's Plateau. Das war ein Erlebnis! Es war wirklich unglaublich steil, und wenn man genau das dachte, wurde es nochmal ein Stueck steiler! Ausserdem fuhr die Bahn ganz schoen schnell hinauf. Die maximale Steigung waren 52 Grad, d.h. dass man auf 1m Entfernung 1,27m an Hoehe gewinnt. Unglaublich! Unten am Tal-Bahnhof standen ein paar Oesterreicher, die darueber diskutierten, ob 52 Grad moeglich seien, und wenn ja, warum es dann so eine Bahn nicht in den Alpen gibt.
Nachmittags ging ich noch ins Kino in Katoomba, um mir "The Edge", einen Film ueber den Nationalpark und das Weltnaturerbe der Blue Mountains anzusehen. Darin ging es vor allem um die erst kuerzlich entdeckten ca. 40 Wollemi (?) Pines, Baeume, von denen man dachte, sie seien seit 40 Millionen Jahren ausgestorben. Der Standort wird allerdings geheim gehalten, um sie zu schuetzen.

Mittwoch wollte ich eine laut Wanderfuehrer schwierige Tageswanderung unternehmen. Da ich aber, als ich morgens aus dem Fenster blickte, nichts sah, verwarf ich den Plan fuer diesen Tag. Es war so neblig draussen, dass man keine 100 Meter weit sehen konnte und die Sicht im Canyon oder von oben in den Canyon ungefaehr null gewesen waere. Daher blieb ich in Katoomba und tat nicht viel, ausser mir nachmittags "Santa Clause 3 - The Escape Clause" im Kino anzuschauen. Dabei kam sogar ein bisschen Weihnachtsstimmung auf, und als ich dann aus dem Kino in den Nebel hinaustrat und die Naesse und "Kaelte" geradezu spuerte, war es gleich etwas adventlich;-) Man konnte wirklich die Wassertropfen des Nebels auf der Haut spueren und auf der Jacke sehen.

Donnerstag sah es morgens einigermassen gut aus, sodass ich beschloss, die Tageswanderung zum "Ruined Castle" in Angriff zu nehmen. Der Weg war wunderschoen; wirklich schwierig allerdings nur an drei Stellen insgesamt, da steil und glitschig und schmal. Aber es ging recht gut. Ruined Castle selbst ist ein einzelner Berg, der aus dem Tal aufragt, und der frueher wohl mal mit dem Plateau verbunden war. Auf dem Gipfel stehen verwitterte Felsen und Felsentuerme, die wirklich ein bisschen wie verwitterte Burgruinentuerme aussehen. Auf den hoechsten konnte man sogar hinaufklettern, da umliegende Felsen, Felsritzen und -vorspruenge genug Moeglichkeiten zum Festhalten boten. Die ca. 1 qm grosse Oberflaeche war ganz eben, sodass ich dort oben Mittag ass und den 360-Grad-Rundumblick genoss. Ganz in der Ferne sah man sogar einen der Staudaemme, die Sydney mit Wasser versorgen.
Der Rueckweg war ein anderer als der Hinweg, etwas kniffliger, da es ueber eine erodierte "land slide" ging, einen Felshang, auf dem alles irgendwie, wenn noch nicht weggerutscht, am Wegrutschen war und man keinen guten Halt hatte.
Am Ende nahm ich wieder die Scenic Railway hoch auf's Katoomba-Plateau.

Das war auch schon die Woche in den Blue Mountains kurz zusammengefasst; am Freitag, dem 22.12., fuhr ich vormittags wieder mit dem Zug zurueck nach Sydney, wo ich die naechsten 10 Tage verbringen wollte, unter anderem also auch Weihnachten und Silvester.
Und wie es in Sydney war, erfahrt ihr nach der naechsten Maus...



DAS BILD SOLLTE NICHT HIER SEIN, da es nicht gedreht werden kann!!!

Tuesday, December 26, 2006

Sydney, Carols in the Domain


Nachdem ich in der Sydney Central YHA, praktischerweise direkt am Hauptbahnhof, eingecheckt hatte, lief ich nachmittags ein bisschen durch die Strassen von Sydney, allerdings nicht bis zum Hafen/Opernhaus.
Nach der Woche im Outback waren der ganze Verkehr, der Laerm und die vielen Menschen hier in der Grossstadt richtig unangenehm.
Abends fand dann das statt, wofuer ich diesen Tag nach Sydney gekommen war: "Carols by Candlelight" im Botanischen Garten.
Das ist eine australische Tradition, und sieht in etwa so aus, dass viele Menschen sich nach Einbruch der Dunkelheit in einem Park versammeln und, jeder mit einer Kerze bewaffnet, zusammen Weihnachtslieder singen.
Hier in Sydney war das Ganze richtig organisiert, da es das groesste seiner Art in Australien ist, und auch landesweit im Fernsehen uebertragen wurde.
In "The Domain", einem Teil des Botanischen Gartens, war eine Buehne aufgebaut. Um acht Uhr abends ging es dann los. Nacheinander traten verschiedene Choere und Solisten auf und sangen, vom Orchester begleitet, Weihnachtslieder. Wir Zuschauer/-hoerer sassen davor auf Decken auf der Wiese. Angeblich waren es 100.000 Leute, jedenfalls war der Park gut voll:-)
Viele sangen die Lieder mit, und es klang sehr gut.
Als es dunkel wurde, zuendete jeder seine Kerze an, sodass der Park von Tausenden von Kerzen erleuchtet war. Es war wunderschoen, zumal ich einen leicht erhoehten Platz auf einem Mini-Huegel hatte.
Unter den Liedern, die gesungen wurden, waren u.a. "Silent Night, Holy Night" , "Joy to the World", "Jingle Bells", "O Holy Night", "O Tannenbaum", die englische Verson von "Jerusalem", und "The first Noel".
Dank Chor kannte ich die meisten Texte, und manchmal habe ich einfach auf Deutsch mitgesungen:-)
Es war so schoen. Einmal fing es leicht an zu regnen, aber da wurden dann einfach die Capes ausgepackt und weitergesungen!
Den Abschluss bildete ein Feuerwerk, zu dem die "Hymn of Joy" ("Ode an die Freude") gesungen wurde, ganz oft hintereinander, und immer lauter und voller werdend. Es war klasse; ab und zu hatte ich eie Gaensehaut, weil es so schoen war!
Am naechsten Tag, Sonntag den 22.Dezember, verliess ich Sydney vorerst wieder, um mit dem Zug in die Blue Mountains zu fahren...

Saturday, December 16, 2006

Leconfield


Die Tage auf der Farm sind vorbei - leider, leider. Von Montag bis Freitag wohnte ich mit den anderen Kursteilnehmern auf einer Farm mitten im Nichts, im Outback von New South Wales. Dort, wo die Hauptverbindungsstrasse ein staubiger steiniger Weg ist, der sich ueber die Huegel windet und wo abends absolute Stille herrscht, wenn die Tiere ruhig sind und auf der Farm alle schlafen.
Sonntag abend fuellte sich die YHA in Tamworth mit der Ankunft des Zuges aus Sydney explosionsartig. Etwa 40 Leute waren wir insgesamt, 20 fuer meinen fuenftaegigen Kurs, und 20, die einen elftaegigen Kurs belegen wuerden.

Montag wurden wir gegen neun Uhr morgens von Tim, dem Boss und Leiter der Kurse, und Besitzer der Farm, in einem kleinen Bus abgeholt. Nach zwei Stopps bei einem Second-Hand-Laden (wo wir Arbeitskleidung kaufen konnten, um unsere normalen Klamotten zu schuetzen) und bei einem "bottle shop" (Drogenverkauf=Alkohol und Zigaretten, da normale Supermaerkte keinen Alkohol verkaufen duerfen. Sollte man auch in Deutschland einfuehren.). Anschliessend ging's erstmal eine halbe Stunde ueber normale Strassen Richtung Farm, dann nochmal eine Dreiviertelstunde ueber eine sehr holprige, unasphaltierte (wie oben beschriebene) "Strasse".
Nachdem wir unser Gepaeck in den Schuppen, in dem wir alle schlafen wuerden, gebracht und uns farmgerecht umgezogen hatten, gab's fuer alle Tee, im Billy-Kessel ueber'm Lagerfeuer gekocht. Nach einer Vorstellungsrunde (Name, Nationalitaet, Reiterfahrung, weitere Reiseplaene) ging's auch schon los. (Uebrigens wurden hier zum ersten mal die Deutschen (wir waren drei) zahlenmaessig uebertroffen: es waren fuenf Hollaender dabei, und sieben Australier. Dazu zwei Daenen und zwei Schweden).
Als erstes bekamen wir jeder "unser" Pferd fuer die Woche zugewiesen, gefolgt von einer Demonstration, wie man Halfter/Geschirr/Sattel an-/auflegt.


Und dann hiess es auch schon, auf die Pferde, fertig, los, und ab ging's. Das kam fuer uns Reitanfaenger etwas ueberstuerzt, da wir quasi keine Ahnung hatten, wie man ein Pferd lenkt, antreibt etc. Zweieinhalb Stunden lang trotteten die Pferde hintereinander her, sodass wir ein Bruchstueck des riesigen Farmareals zu sehen bekamen (und einen Vorgeschmack auf das, was in den naechsten Tagen noch kommen wuerde: vor allem viel Zeit auf dem Ruecken der Pferde).
Nach diesem Ritt war ich von meinem Pferd ("Billy") nicht besonders angetan: er war SO faul und langsam, dass ich staendig irgendwo 100 Meter hinter den anderen entlangzockelte. Zumal ich ja nicht wusste, was man da so macht oder wie man das Pferd dazu bewegt, schneller zu laufen, da ja alle Pferde anders trainiert sind. Mistvieh:-)!
Da die Farmkueche nur aus Kuehlschrank und Waschbecken besteht, wurde alles Essen in extrem schweren, schwarzen gusseisernen Tiegeln ueber'm Lagerfeuer gekocht, das von morgens bis abends brennt. Der letzte, der ins Bett geht, muss es mit Wasser loeschen.
Das Essen war sehr, sehr lecker!!!
Bei Ankunft wurde uns erzaehlt, dass wir entweder im Schuppen schlafen koennten, in dem ca. 18 aus Holz selbstgebaute Doppelstockbetten standen und es auch recht gemuetlich war, oder in swags draussen irgendwo auf der Wiese.
Ein "swag" ist etwas typisch australisches: eine Art Ueberschlafsack aus schwerem, regendichten Canvas, in dessen Boden sich eine dicke Schaumstoffmatte befindet. Da ich, seit ich in Australien bin, in einem solchen schlafen wollte, nahm ich mir vor, gleich in der ersten Nacht draussen zu schlafen (im Schuppen hielt sich zudem die Hitze des Tages sehr gut). Leider konnte ich abends, nach einer gemuetlichen Runde am Lagerfeuer, die swags jedoch nicht finden, sodass ich quasi gezwungen war, auf dem Doppelstockbett zu schlafen.

Am naechsten Morgen, nachdem zwei Farmarbeiter die Pferde auf ihrer riesigen huegeligen Weide mit Gelaende-Motorraedern zusammengetrieben hatten, mussten wir, bewaffnet mit Geschirr oder Halfter, dorthinlaufen und unser Pferd einfangen. Anschliessend zu seinem Platz in der Naehe der Sattelkammer fuehren, striegeln, Hufe ueberpruefen und gegebenenfalls auskratzen, und satteln. Das ging besser, als ich dachte, und mit Hilfe von Bree, einer netten Kursteilnehmerin aus Victoria, die viel Erfahrung mit Pferden hat, war es kein Problem.
So gesattelt und reitfertig liessen wir die Pferde erstmal an ihren Plaetzen, da eine zweistuendige Unterrichtseinheit ueber Natural Horsemanship auf dem Programm stand. Das ueberspringe ich jetzt, da ich es auf Deutsch nicht richtig erklaeren koennte. Genauso wie den Reitstil: in Deutschland unterscheidet man wohl zwischen "Englisch" und "Western" (???), hier reitet man in australischem Stil, der keinem von beiden aehnelt, aber doch Elemente von beiden vereint.
Nach dieser wirklich sehr interessanten Stunde + Reitunterricht bekamen wir gezeigt, wie man die Hufe eines Pferdes mit Hufeisen beschlaegt, bevor wir uns selbst daran versuchen sollten. Mein Part war das Feilen der Hufe. Dazu benutzt man eine riesige Feile, wie man sie fuer Holzarbeiten verwendet. Zum Glueck hielt das Pferd einigermassen still.
Als Naechstes lernten wir, wie man eine Peitsche knallt und ein Lasso benutzt. Das mit dem Knallen habe ich nicht besonders gut hinbekommen, mein Knall war ziemlich leise. Allerdings glaube ich jetzt, nach ein paar unfreiwillig selbst verschuldeten Peitschenhieben, erahnen zu koennen, wie sich die Sklaven und die Straeflinge, die nach Australien transportiert wurden, gefuehlt haben muessen...;-)
Die Arbeit mit dem Lasso war sehr viel angenehmer. Geuebt wurde an einer zweikoepfigen Kuh (einem zwei Meter langen Holzzaun, an dessen Enden je ein Kuhschaedel hing).
Nach dem Mittagessen spielten wir ein paar "Natural Horsemanship"-Spiele mit unserem Pferd, bevor wir losritten. Ueber einen Huegel zu einer riesigen Schafweide, die sich ueber mehrere Huegel und Senken zog). Aufgabe war, die Schafe zusammenzutreiben, und einen Weg entlang zur Strasse, diese entlang, und schliesslich die Herde in einen kleinen Pferch direkt neben den Gebaeuden der Farm, zu treiben. Das hat sehr viel Spass gemacht, und dank des Unterrichts am Vormittag hatte ich mein Pferd besser im Griff. Langsam war es trotzdem, aber ich bekam es dazu, dorthinzulaufen, wo ich es haben wollte;-)
Wir ritten hufeisenfoermig hinter der Herde her, die wir durch Rufen und generellem Laerm vor uns herscheuchten. Wir loesten die Aufgabe, ohne dass ein Schaf ausbuexte.
Im Pferch sollten die Schafe erstmal zur Ruhe kommen, bevor wir uns weiter mit ihnen beschaeftigen wuerden. Fuer uns stand erstmal ein Wettrennen auf dem Programm! Und zwar auf dem Ruecken unserer Pferde. In einer kleinen Arena wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, und das Ganze sah dann aus wie ein Staffellauf. Ich trieb Billy hart an, denn er fing sogar an zu traben, etwas, das ich vorher noch nie gemacht hatte. Trotzdem gewann die andere Gruppe:)
Anschliessend liessen wir unsere Pferde fuer den restlichen Tag in Ruhe, sattelten sie ab und fuehrten sie auf die Weide zurueck, wo wir sie freiliessen. Wir selbst gingen zum Schafpferch zurueck, und bekamen etwas ueber die Haltung von Schafen erzaehlt, sowie demonstriert, wie man ein Schaf faengt und seine Gesundheit und Alter prueft. Das war sehr lustig und hat riesigen Spass gemacht!!!
Nachdem wir wussten, wie man ein Schaf faengt, mussten wir zwei Tiere aus der Herde herausholen und auf je einen Ute hieven. Dann teilten wir uns auf, sodass auf der Ladeflaeche jeden Utes ein Schaf und ca. zehn Leute sassen, alle bemueht, dass Schaf festzuhalten, da ihm die ganze Situation sichtlich nicht geheuer war. Das ging aber ganz gut, da wir in der tiefen Wolle einen guten Griff hatten.
So fuhren wir ueber die "Strasse" zur naechsten Farm, die Tims (Besitzer und Leiter) Vater gehoert, und wo es ein Schurstall gibt. Zu viert mussten wir je ein Schaf eine schmale Holztreppe hinauftragen. Dann zeigten uns Ivan und Fiona, zwei Angestellte, wie man ein Scaf schert, bevor wir selbst Hand anlegen durften. Am Ende hatten wir in etwa zwei Kubikmeter loser Wolle und zwei sehr viel schlankere, oelig-glibschige Schafe, da sich das Lanolin-Oel scheinbar direkt ueber der Haut befindet. Nun wurde es erst knifflig, denn wir mussten diese glibschigen Schafe erst wieder die Treppe hinuntertragen, und dann versuchen, sie festzuhalten, waehrend wir auf dem Ute zu unserer Farm zurueckfuhren! Am Ende sass ich fast auf dem Schaf drauf;-)
Der Abend endete damit, dass alle Interessierten dabei zusehen konnten, wie ein Schaf geschlachtet und auseinandergenommen wurde. Zum Glueck ging es ganz schnell: Kehle durch und das war's. Das Auseinandernehmen war recht spannend, wie eine Anatomie-Stunde, da wir alles erklaert bekamen. Das Schaf hing kopfueber an einem von der decke des Sheds baumelnden Haken und Ivan, der das Ganze durchfuehrte, machte es mit viel Humor: es wollten nicht alle zusehen (zu seinem Unverstaendnis); er sagte grinsend: "well, take a seat, grab a beer, and enjoy the show!". Zuerst kam das Fell ab, dann wurde der Bauch aufgeschnitten, sodass die Organe zum Vorschein kamen. Als er die Lunge mit einem Stueck Luftroehre herausschnitt, kam gerade Tim vorbei und meinte grinsend, es sei immer ein Riesenspass, wenn jemand die Lungen durch die Luftroehre aufpuste und sie somit atmen liesse. Da von den Teilnehmern keiner wollte, sagte Ryan, ein Backpacker, der seit sechs Wochen auf der Farm arbeitete, er wolle es probieren. Er blies in die Luftroehre wie in einen Strohhalm, und es klappte! Nicht besonders gut, weil Ivan beim Zerlegen ein kleines Loch hineingeschnitten hatte, aber ein bisschen sah man es doch.
Alles endete damit, dass Ivan fragte, wer gut im Baseball oder Tennis sei. Marieke aus Holland meldete sich und somit durfte sie mit einem grossen Messer den Kopf abschlagen, als Leckerbissen fuer die Hunde.
Entgegen unserer Erwartungen gab es an dem Abend kein Schaf zu essen, aber es war wieder sehr lecker, was da ueber'm Feuer fuer uns zubereitet worden war. In dieser Nacht wollte ich nicht im Swag schlafen, da es die ganze Zeit regnete und der Boden sehr aufgeweicht war.

Mittwoch hatten die Pferde ihren Ruhetag. Vormittags stand etwas auf dem Programm, das sich "pasture improvement" nannte, als Verbesserung der Weideflaeche. Wir hatten zwei Optionen, "graben" und "spruehen". Ich dachte mir, ich weiss, wie man graebt, also waehlte ich spruehen, da ich es mir interessanter vorstellte. War es nicht. Drei Stunden lang liefen wir in einer Reihe ueber einen Huegel, hin und her, bewaffnet mit Latexhandschuhen, Gesichtsmaske und einer 5l-Flasche, in der ein pinkfarbenes Gift hin und her schwappte. Trotz der Hitze und des wolkenlosen Himmels (45 Grad in der Sonne?) mussten wir lange Hosen, geschlossene Schuhe und ueber'm T-Shirt etwas Langaermliges tragen. Es war leichter zu ertragen, als ich gedacht hatte. Wahrscheinlich hatte ich mich die letzten zwei Tage schon etwas an die Hitze gewoehnt, die doch sehr viel staerker war als an der Kueste. Aber im Outback ist die Luft auch trockener, sodass es besser zu ertragen ist.
Die Handschuhe bliesen sich richtig auf, da sie voller Wasser waren.
Das Gift war mir auch nicht so geheuer. Opfer waren gelbe Blumen, die, wenn von Pferden gefressen, diese krank machen bzw. die Pferde sogar daran sterben koennen.
Der Nachmittag war schon besser; wir bauten einen Zaun. Zuerst faellten wir einen Baum, schaelten ihn, und stiessen ihn wie einen Schlitten den Hang hinunter. Unten wurde er in drei ca. drei Meter lange Teile zersaegt, die wir auf den Ute hieven mussten. Ganz schoen schwer! Ryan und ich sassen auf den Staemmen, um sie vor'm hin- und herrollen zu bewahren, waehrend die anderen laufen mussten. Dann teilten wir uns in drei Gruppen auf. Meine grub ein Loch in den trockenen, steinharten Lehmboden und steckte anschliessend das groesste der Stammstuecke hinein, womit wir einen Eckpfosten hatten. Die Metall-Zwischenpfosten standen schon. Eine andere Gruppe spannte Draht, und wir bauten noch einen Stuetzpfeiler fuer unseren Pfosten.
An diesem Nachmittag sah ich zum ersten mal eine Rotrueckenspinne ("redback spider").
Dieser Tag war sehr interessant, aber die Arbeit war auch recht hart.
Und in der folgenden Nacht schlief ich zum ersten Mal im Swag. Es war toll, der Sternenhimmel im Outback ist grandios, zumal der Mond erst gegen vier Uhr morgens zum Vorschein kam und alles etwas erhellte. Nachts hoerte man nur ab und zu die Geraeusche der Tiere, sonst war es absolut still. Ab und zu wurde ich von kleinen Regenschauern etwas im Gesicht nass.

Donnerstag war meiner Meinung nach der beste Tag! Nach dem Einfangen, Satteln etc. der Pferde und einiger "Natural Horsemanship"-Spiele ritten wir gleich morgens los (nachdem wir uns Sandwiches fuer's Mittagessen gemacht hatten, das in Form von Picknick ausfallen wuerde). Wir ritten ca. zwei Stunden ueber steile Huegel, bis zu einer verteilten Rinderherde. Nachdem wir uns Dienstag an Schafen probiert hatten, mussten wir heute Rinder zusammentreiben, was um einiges schwieriger war, aber auch sehr viel Spass machte! Und ich war stolz auf Billy, da ich ihn oefters dazu bekam, steile Haenge hochzuklettern, um z.B. ein ausreissendes Kalb zu jagen.
Wir trieben die Herde ungefaehr drei Stunden vor uns her, zu einem abgelegenen Pferchsystem. Dort war unsere erste Aufgabe, nachdem sich die ganze Herde im gleichen Pferch befand, die Kaelber von den ausgewachsenen Kuehen zu trennen und in einen anderen, angrenzenden Pferch zu treiben. Mit dicken Stoecken bewaffnet machten wir uns ans Werk. Es dauerte etwa eine halbe Stunde, bis es geschafft war. Nachdem wir die Kaelber in einem abgesonderten Pferch hatten, ueberprueften wir ihre Augen. Diejenigen mit Anzeichen einer Krankheit bekamen ein Puder in die Augen gestreut, dass die Heilung verbessern sollte.
Nach dem Mittagessen erzaehlte Tim uns ueber die Haltung von Rindern, ueber verschiedene Rassen und Krankheiten.
Naechster Punkt der Tagesordnung war ein Lasso-Wettkampf, bei dem wir echte Kaelber benutzten. Erste Aufgabe war, das Lasso aus drei Metern Entfernung ueber den Kopf des Kalbes zu werfen, zweite Aufgabe, aus vier Metern, und dritte Aufgabe war, ein rennendes Kalb zu fangen. Ich kam bis zur Runde drei, das rennende Kalb fing ich leider nur an den Hinterbeinen, nicht am Kopf;-)
Anschliessend lernten wir etwas, das sich calf wrestling nennt. Zu zweit mussten wir ein Kalb einfangen und auf die Seite auf den Boden legen. Das ist sehr schwer, und diese Kaelber sind staerker und schwerer, als man vielleicht denkt. Bree und ich nahmen uns zusammen eins vor, ich war am Schwanz, Bree am Kopf. Ich zog am Schwanz und stemmte meine Hacken in den Boden, und trotzdem zog mich das Kalb ein paar Meter weit, bis Bree den Kopf herumdrehte, ich die lose Haut an den Flanken ergriff und wir auf "drei" das Kalb hochhievten, in der Luft drehten, und auf die Seite warfen. Das muss sehr lustig ausgesehen haben. Bei den anderen war es zumindest so, und solange man zuschaute, war man nur am Lachen;-) Aber es macht dann fast noch mehr Spass, es selbst zu tun!
Nachdem jedes Zweierteam ein Kalb "besiegt" hatte, wurden einige der Kaelber in der gleichen Position gebrandmarkt und einige kastriert. Woraufhin Marieke (Krankenschwester) sagte, in dem Menschenkrankenhaus, in dem sie im OP arbeitet, machten sie es ganz genauso wie hier bei den Kaelbern...
Nach einer Demonstration, wie Hunde trainiert werden und wie sie Kuehe zusammentreiben, ritten wir nach einem langen Tag zurueck zur Farm. Zwoelf Stunden waren wir unterwegs gewesen.
Abends durfte, wer wollte, die ueber'm Feuer gebratenen Kalbshoden probieren. Schmeckte ein bisschen wie das schwabbelige Fett an Steaks. Nicht besonders gut, aber auch nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte. In dieser Nacht schlief ich wieder draussen im Swag.

Freitag regnete es morgens in Stroemen. Als erstes mussten wir sattel, Zaumzeug und alles, was aus Leder ist, mit geschmolzenem Lammfett (woher kam das nur....) einoelen, um es vor dem Bruechigwerden zu schuetzen. Dann fragte Tim uns, ob wir wieder picknicken wollten, da es sein koennte, dass es bis mittags regnete, oder ob wir mittags zur Farm zurueckkommen wollten. Auf die Frage: "Who wants to have lunch in the rain?" meldeten sich Marieke, Bree und ich, auf die Gegenfrage nur zwei andere, und der Rest hatte keine Meinung. Also picknickten wir wieder. Nach einigen Spielen mit unserem Pferd (wie jeden Tag) ritten wir los, wieder ca. zwei Stunden lang, bis zu einem Wasserloch. Dort durfte, wer wollte, sein Pferd schwimmen. Es hatte aufgehoert zu regnen, war auch nur gemaessigt warm, aber ich wollte es ausprobieren. Wir waren zu fuenft.
Etwas weigerte sich Billy schon, aber dann ging es. Ich musste rueckwaerts ins Wasser laufen, Billy am Zuegel haltend, und ihn bis zur Mitte locken, wo es so tief war, dass er schwimmen musste. Mit einer Hand hielt ich die Zuegel und fuehrte ihn, mit der anderen krallte ich mich in seiner Maehne fest und schwamm nebenher. Es war toll, erfrischend und eine einzigartige Erfahrung! Zweimal durften wir es machen, bevor wir Mittag assen.
Anschliessend ritten wir zur Farm von Tims Vater, auf deren Gelaende wir ein paar Spiele auf dem Ruecken der Pferde spielten. Wir teilten uns wieder in unsere beiden Gruppen vom Dienstag auf. Erstes Spiel war im Slalom um fuenf Stangen herum, und geradeaus wieder zurueck. Wieder wie Staffellauf. Diesmal gewannen wir. Beim "geradeaus zurueck" trieb ich Billy so sehr an, dass er wieder trabte! Juhu:-)!
Das dritte und letzte Spiel, das den Gewinner entscheiden wuerde, war sehr knifflig. In vier hintereinander aufgestellten, hohlen Stangen steckte ein kleiner Stock drin. Zuerst mussten wir geradeaus zur letzten Stange reiten, den Stock herausziehen, zurueck zur ersten, darum herum, wieder zur letzten, den Stock hineinstecken. Von dort aus zur vorletzten Stange, das gleiche Spiel, dann zur zweiten, das gleiche Spiel, bis zur ersten. Dann war der Naechste dran.
Da ich jetzt wusste, dass Billy einfach nur faul war, aber sehr wohl schneller konnte, nahm ich ihn wieder hart ran und konnte sogar einiges an Zeit herausholen, was meine Vorgaengerin vergeudet hatte (sie war auch deutsch, sehr willenlos und antriebslos, sass bei jedem Ritt nur auf dem Ruecken ihres Pferdes aber tat nichts, lenkte es nicht, trieb es nicht an, nichts. Und dann meinte sie immer nur mit monotoner Stimme :"I don't know what my horse is doing now."). Das Rennen war sehr, sehr knapp, aber am Ende gewann unsere Gruppe!
Der Nachmittag war optional, entweder konnten wir zur Farm zurueckreiten, unser Pferd versorgen und uns dann dort ausruhen, oder wir konnten nochmal zwei Stunden mit Tim reiten gehen, und dabei wuerden Trab und Galopp eingegliedert werden. Ratet, wozu ich mich entschloss...:-) Ich verstand nicht, dass nur acht Leute, davon vier erfahrene Reiter, mitkamen! Ich haette mich glaube ich gelangweilt, wenn ich den Nachmittag einfach nur auf der Farm herumgesessen haette! Und es hat einen Riesenspass gemacht!!!!! Das glaubt man gar nicht! Trab war schwieriger als Galopp, weil man sich dem Rythmus des Pferdes anpassen und sich in den Steigbuegeln auf und ab druecken musste. Beim Galopp stand man die ganze Zeit in den Steigbuegeln und stuetzte sich mit den Haenden auf dem Nacken des Pferdes ab.
Es war einfach toll, auch wenn ich den Stock, den ich zum Antreiben des faulen Billy hatte, benutzen musste, damit er galoppierte! Dann hielt er aber die ganze Strecke durch!!!
Im Schritt ritten wir zurueck zur Farm, von wo aus es mit dem Bus zurueck nach Tamworth ging. Es war sehr schade, die Farm und die Einsamkeit/Abgeschiedenheit zu verlassen, denn es war dort wunderschoen. Spaeter unterhielt ich mich mit Wendy aus Holland darueber, die es ganz genauso empfand.
Nach einer (notwendigen!) Dusche im Hostel (alles war staubig, staubig, staubig!) ging die Gruppe mit Ausnahme der zwei anderen Deutschen im noblen Services Club essen. All you can eat-Buffet! Lecker!!! Vor allem das Dessert-Buffet... *schleck*
Nach dem Essen gingen wir noch in zwei verschiedene Pubs, erzaehlten, und erlebten das Tamworther Nachtleben. Diese Nacht war sehr kurz, da um 3.30 Uhr mein Wecker klingelte, weil ich zum Bus laufen musste, der mich in sieben Stunden nach Sydney bringen wuerde. Zum Glueck war er, wie schon auf der Hinfahrt, sehr leer, da sich nicht viele Backpacker auf die Inlandroute verirren, sondern an der Kueste bleiben. Somit hatte ich eine ganze Viererreihe fuer mich und konnte mich zum Schlafen lang hinlegen.
Der Sonnenaufgang aus dem Busfenster war wunderschoen, und vormittags fuhren wir sogar durch Nebel und vorbei an Huegeln, in denen die Wolken ganz schwer, tief und grau hingen und scheinbar nicht loskamen.
Um 13.20 Uhr erreichten wir Sydney und als ich aus dem Busfenster den ersten Blick auf die Skyline und besonders den Sydney Tower warf, ueberkam mich ein sehr seltsames Gefuehl, als ob ich das alles kannte...
Jetzt ist meine Internet-Nutzungszeit fast vorbei, sodass ich ueber Sydney einen neuen Artikel verfassen werde... vielleicht morgen...oder uebermorgen...

Saturday, December 09, 2006

Coffs Harbour & Port Macquarie


Abends kam ich um halb zehn in Coffs Harbour an und wurde erfreulicherweise vom YHA-Bus abgeholt. Da es am naechsten Tag gegen drei Uhr weitergehen sollte, hatte ich einen Vormittag Zeit, um mir die Stadt anzuschauen. Und die Zeit hat gereicht! Dieser Zwischenstopp hat sich wirklich nicht gelohnt. Zu Fuss dauert es ewig, von A nach B zu kommen, da die Stadt vermutlich auf Autofahrer ausgelegt ist. Ausser einer tollen Jugendherberge gibt es viel Wasser zum Baden (Straende und einen Frischwasser-Bach), was ganz schoen ist, was es aber auch ueberall sonst entlang der Kueste gibt. Die Stadt ist im Grossen und Ganzen ein Industriegebiet mit einer Marina.
Pluspunkt war Aldi, wo ich mir eine Packung Zimtsterne gekauft habe, die ich , mit Weihnachtsmannmuetze auf dem Kopf, am Strand liegend genuesslich verspeiste. Sie haben bei der Waerme besser geschmeckt als gedacht! Aber "Zimtsterne von Mutter Hand gesaegt" schmecken wirklich immer noch am besten;-)!
Und dann gibt es in Coffs noch eine grosse Banane aus Kunststoff und Fiberglas, die urspruenglich Touristen in die Stadt locken sollte (weil es dort sonst nichts Interessantes gibt).
Ich war zwar in Byron Bay "gewarnt" worden :"Don't go to Coffs Harbour, it's not worth it" - recht hatten sie! Aber irgendwann war dann auch drei Uhr, und damit Zeit, weiter die Kueste runter nach Port Macquarie zu fahren!

Diese Stadt war viel schoener, da koennte man auch laenger bleiben. Das Hostel, in dem ich geschlafen habe, war ganz klein und sehr gemuetlich, wie bei Mutti. Die Herbergseltern waren sehr nett und herzlich, jeder wurde persoenlich zum Zimmer gebracht und bekam eine "Hausfuehrung". Auch die Atmosphaere war angenehm, es gab einen kleinen Innenhof mit Holztischen und -baenken, Palmen und Haengematten, und kaum, dass man sass, setzte sich jemand zu einem und fing ein Gespraech an.
Da das Hostel kostenlos Fahrraeder auslieh, machte ich davon Gebrauch und fuhr einen ganzen Tag lang Fahrrad, da die Stadt sich weiter erstreckte, als man vielleicht gedacht haette.
Ich fuhr zuerst immer an der Kueste entlang, von Strand zu Strand, erspaehte fuenf Delphine im Meer, die in die gleiche Richtung schwammen, in die ich fuhr, immer parallel zur Kueste, bis zum Leuchtturm. Von dort aus fuhr ich landeinwaerts zu einem "Aussichtspunkt", von dem man allerdings nicht viel sah. Anschliessend ging es zum einzigartigen Koala-Krankenhaus.
Das war Port Macquarie. Abends musste ich frueh ins Bett, weil mein Wecker um 3.30 Uhr klingeln wuerde, da ich dann zur Bushaltestelle laufen musste, um ueber Newcastle nach Tamworth zu fahren.
Dort, im wolkenlosen, 40 Grad heissen Tamworth, sitze ich jetzt gerade im Internetcafe und freue mich auf den morgen beginnenden Jackaroo- und Jillaroo-Kurs;-)
Die YHA hier ist sehr schoen und wird von einer Frau gefuehrt, was man merkt;-)
In Newcastle hatte ich sechs Stunden Aufenthalt. Vier Stunden lang habe ich mir die Stadt angesehen, die viele tolle alte Haeuser, teilweise noch aus der Kolonialzeit, besitzt, die leider aber alle miteinander sehr heruntergekommen und vernachlaessigt sind. Insgesamt wirkt die Stadt sehr europaeisch. Sogar den Weihnachtsmann habe ich dort am Steuer eines Busses gesehen!
Die letzten zwei Stunden lag ich auf einer Wiese neben der Hafenmole und schaute den Segelbooten zu, die in der Hafeneinfahrt hin und her kreuzten.
Abends sass ich nochmal fuenf Stunden im Bus nach Tamworth und sah von dort aus einen tollen "laendlichen" faszinierenden Sonnenuntergang...

Tuesday, December 05, 2006

Byron Bay


Gestern stand ich erst um halb neun auf und hatte damit zehn Stunden geschlafen, so lange wie schon ewig nicht mehr. Nachholbedarf von Fraser Island...
Da um elf Uhr ein Shuttlebus nach Nimbin losfuhr, kaufte ich mir ein Ticket, und - fuhr nach Nimbin.
Dieses kleine Dorf liegt im Hinterland von Nord-New South Wales, und jeder, der "Nimbin" hoert, denkt an Gras. Also Hasch. Das Dorf ist naemlich der einzige Ort in Australien, in dem es (fast) legal ist, Marihuana zu konsumieren. Also legal ist es nicht, aber die Polizei kuemmert sich nicht drum.
Angefangen hatte es in den 70er-Jahren, als Hippies und Studenten aus ganz Australien das Dorf fuer ihr "Aquarius"-Festival aussuchten, in dem sie die alternative Lebensweise und die Ideen des "New Age" feierten. Dieses Event hatte einen enormen Einfluss auf das Dorf, welches noch heute ueberwiegend von Hippies und Alternativen bewohnt ist.
Es gibt dort eine "Hanf-Botschaft", die sich dafuer einsetzt, dass Hasch legalisiert wird, und waehrend ich die Hauptstrasse entlanglief, wurde mir viermal "Marijuana, Cookies" angeboten...;-)
Sogar die Kinder dort sehen aus wie kleine Hippies!
Aber es dreht sich nicht alles nur um Drogen, was allerdings nicht viele Leute wissen.
Zum Beispiel hat Australiens groesste Gesellschaft fuer Alternativ-Energien (Rainbow Company oder so aehnlich)wie Solarenergie, Wasserkraft oder Windenergie in Nimbin ihren Sitz. Das Haus ist der Wahnsinn; es produziert alle Energie, die es braucht, und gibt sogar noch etwas an umliegende Haeuser ab. Ausserdem existiert dort der weltgroesste "permaculture garden", in dem Kurse gehalten werden, wie man "permaculture" betreibt. Im Grossen und Ganzen laeuft es so, dass man keine Chemikalien oder irgendetwas anderes Kuenstliches auf die Pflanzen giesst. Vielmehr pflanzt man verschiedene Arten, die sich unterstuetzen und gegenseitig die Naehrstoffe geben, die sie brauchen... faszinierend!
Anschliessend besuchten wir noch (von weitem) die Nimbin Rocks, eine heilige Staette der lokalen Aboriginals, und eine Kerzenfabrik, die ein Hippie in den 70er-Jahren in seinem Wohnwagen gruendete, um sich ein bisschen Geld dazuzuverdienen.
Ehrlich, ein Dorf wie dieses gibt es nicht noch einmal. Ein ganzes Dorf, das nach den gleichen Prinzipien lebt, sehr umweltbewusst ist... aber keine Sekte oder so;-)

Gegen fuenf Uhr waren wir zurueck in Byron, sodass noch genug Zeit war, um zum Leuchtturm und dem oestlichsten Punkt des australischen Festlandes zu laufen. Der Weg dorthin war wunderschoen, schmal und steil und ging immer rauf und runter, aber auch viel laenger als gedacht.
Der Sonnenuntergang an sich ueber den Bergen war leider etwas wolkenverhangen.
Da es hier in New South Wales Sommerzeit gibt, war es schon acht Uhr, als die Sonne unterging, sehr ungewohnt. Zurueck im Hostel packte ich meinen Rucksack fuer die naechste Etappe um, da immer noch die Fraser-Island-Sachen im kleinen Rucksack waren und im Grossen dadurch ein Riesen-Chaos herrschte...

Heute ist der 6.12. (Nikolaus!!!), wovon man hier aber nichts mitkriegt. Da mein Bus nachher erst um halb fuenf faehrt, ueberlegte ich, was ich heute mache. Die Entscheidung fiel relativ leicht, da so viel Zeit war: ich gehe Drachenfliegen!!!
Somit stand ich heute um zehn Uhr morgens auf einem kleinen Holzpodest in der Naehe des Leuchtturms, befestigt an Peter, dem Profi, und dem Drachen ueber uns, und schaute hinab auf den Wald und den Strand weiter unten. Auf Kommando rannten wir die paar Meter uebers Holzpodest bis zur Kante, und -woooo-hoo- flogen durch die Luft, bzw glitten ganz sanft im Wind, hin und her, rauf und runter... Einmal haetten wir fast die Baumkronen streicheln koennen.
Ein tolles Gefuehl!!! Leider fehlte es etwas an Thermik, sodass der Flug nicht sehr lang war, dafuer aber toll!!!!!! Auch die Landung war ganz sanft, am Strand.

Tja, und jetzt sitze ich im Peterpans Reisebuero am Computer und habe immer noch drei Stunden Zeit, bis der Bus faehrt. Somit werde ich mich gleich nochmal mit einem der kostenlosen Boogieboards, die das Hostel verleiht, in die Wellen stuerzen. Und dann geht's ab nach Coff's Harbour! Hoo Roo!

Monday, December 04, 2006

Fraser Island

c
Wow!!!
Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll...
Gestern Nachmittag sind wir von Fraser Island zurueckgekommen, nach zweieinhalb Tagen im Paradies. Diese Insel ist sooooo schoen! Ich kann jetzt hier so viel schreiben, wie ich moechte, ich kann naechstes Jahr Fotos zeigen, aber dabei werden weder die ganze Schoenheit der Insel, noch die Atmosphaere, noch der ganze Spass, den meine Gruppe hatte, komplett rueberkommen.
Und wir hatten richtig viel Glueck mit dem Wetter!!! Am Tag vor unserer Abfahrt regnete es von morgens bis abends (als wir auf dem Sandblow waren und die Klippen heruntergeklettert sind, sodass wir vollkommen durchnaesst wurden:-), und gestern abend fing es wieder an und regnete die ganze Nacht. Aber die drei Tage, die wir auf der Insel waren, waren trocken!
Die Gruppe war gut gemischt: drei Deutsche, zwei Englaender, eine Kanadierin, ein Amerikaner, zwei Irinnen und ein Schweizer; alle zwischen 19 (ich war das Kueken;-) und 32. Wir haben uns richtig gut verstanden, sodass der Ausflug ein voller Erfolg wurde.
Am Nachmittag vor der Abfahrt mussten wir an einem Briefing teilnehmen, in dem wir ein bisschen was ueber die Insel erfuhren, und ueber sicheres Camping und 4WD-Fahren.
Freitag Morgen fing dann der Spass an: nach einem gratis Pancake-Fruehstueck musste sich die Gruppe im Hinterhof des Hostels einfinden (insgesamt waren es fuenf Gruppen, je à zehn oder elf Personen). Wir bekamen Listen in die Hand gedrueckt und von Merve, dem enthusiastischen Vermieter der Jeeps, alle moeglichen wichtigen Dinge erklaert.
Dann mussten wir packen: Essen und Getraenke in zwei riesige "eskies" (=Kuehlboxen), Geschirr etc. in Plastikkisten und alles andere wie Taschen, Isomatten, Zelte usw. lose. Alles musste aufs Dach des Autos (welches ich auf den Namen "Dolphin Joe" taufte, da auf seiner Seite ein paar schon sehr ausgeblichene Delfine aufgemalt waren) geschnallt (auf eine extra Plattform mit kleinem Gelaender) und mit einer Plane verschnuert und gesichert werden.
Nachdem dies getan war, wurden alle potenziellen Fahrer der Gruppe noch einmal in die Geheimnisse des 4WD-Fahrens eingewiesen.
Gegen elf Uhr ging es dann los: in Kolonne fuhren wir, von Merve begleitet, zur Faehre. Da diese einfach am Strand anlegte, bekamen wir hier schonmal einen Vorgeschmack aufs im-Sand-fahren. Nach einer siebenminuetigen Ueberfahrt zur Insel, waehrend der wir ein Stueck von einem Delfin begleitet wurden, konnte das Abenteuer losgehen: wir waren auf der Insel!!!
Als erstes fuhren wir ca. eine Stunde den 75-Mile-Beach entlang, bis wir zum Abzweig kamen, der zum Lake McKenzie fuehrt. Das war ein Spass auf dem Inland-Track! Die "Strasse" bestand aus tiefem und weichem Sand, in dem sich unglaublich viele Schlagloecher, Schwellen etc. verbargen. Hier wurde klar, warum auf der Insel nur Allradfahrzeuge erlaubt sind.
Neben dem Fahrer sassen zwei Leute vorne, die anderen sieben sassen sich auf zwei Laengsbaenken hinten gegenueber. Besser als Achterbahn!!!;-)
Fuer die 17 Kilometer zum Parkplatz am See brauchten wir nochmal eine gute Stunde. Nach einem leckeren Mittagessen mitten im Wald ging es runter zum See, welcher wunderschoen ist: extrem klares Wasser, das die ersten fuenf bis zehn Meter sehr flach ist und tuerkis-hellblau leuchtet, dann aber abrupt tief wird und dunkelblau in der Sonne strahlt. Der Strand ist schneeweiss. Dazu ist der See von Wald umrandet, wunderschoen. Als wir alle im Wasser waren, sahen wir unseren ersten Dingo: er kam aus dem Gebuesch, lief schnurstracks zum Wasser, trank in aller Ruhe, und verschwand dann wieder. Dingos sind die "Wappen"tiere Fraser Islands: dort leben die reinsten Tiere in ganz Australien, da durch die Abgrenzung vom Festland und des Haustierverbots auf der Insel, da Nationalpark, keine Kreuzungen mit domestizierten Hunden entstehen konnten.
Nach ca. einer Stunde im See, dessen Wasser schoen erfrischend war und in dem wir auch eine kleine Wasserschildkroete sahen, die ein Schnorchler auf seiner Hand heraufgeholt hatte, ging es weiter, da wir vor Dunkelheit unseren ausgewaehlten Campingplatz erreichen wollten und auf dem Weg noch in Eurong, einer der drei Siedlungen auf der Insel, Eis fuer den esky besorgen mussten.
Nach ungefaehr anderthalb Stunden waren wir zurueck auf dem 75-Mile-Beach, dem Oststrand der Insel, dem wir nach Norden folgten.
Waehrend der Fahrt und am See hatten wir Spass mit den beiden Wasserpistolen, die Tim mitgebracht hatte, da wir uns selbst gegenseitig im Auto nassspritzten, oder versuchten, bei entgegenkommenden Fahrzeugen in die Fenster hineinzuspritzen. Teilweise mit Erfolg!
Reaktion einer kompletten Jungs-Gruppe war daraufhin ein zum Fenster hinausgestreckter blanker Hintern;-)
Abends campten wir, wie fast alle anderen Gruppen auch, ca. zehn Kilometer noerdlich von Eurong. Die "Campingplaetze" sind nur ausgewiesene Flaechen, auf denen campen erlaubt ist, aber ohne alles: kein Wasser, keine Toiletten, keine Feuerstelle. Richtig natuerlich. Sein Gescheaft verrichtet man irgendwo in den Duenen, und Abendessen kocht man auf dem Campingkocher, den wir mitbekommen hatten. Die beiden Irinnen uebernahmen das Kochen, waehrend wir die Zelte aufbauten und zwischen Auto und Baum mit Hilfe einer grossen Plane einen Windschutz spannten, da vom Meer eine gute Brise herueberwehte.
Nach Abwasch des Geschirrs und der Toepfe im Meer mit Hilfe von Sand und Salzwasser (Spuelmittel wuerde extreme Schaeden anrichten, und Sand und Meerwasser sind genauso gut) sass unsere Gruppe noch zusammen und erzaehlte. Tim, der Kalifornier, hatte Glowsticks mitgebracht, die man zu Armbaendern zusammenstecken konnte, sodass wir in der Dunkelheit immer wussten, wo sich wer aus unserer Gruppe befand;-) Abends sah ich einen Dingo, der um unsere eskies schlich und nach Futter suchte. Nach einem Klatschen in die Haende und einem scharfen "Go home, dingo!" verschwand er lautlos im Busch.

Am naechsten Morgen ging es weiter nach Norden, vorbei am Maheno Shipwreck und dem suesswasserfuehrenden Eli Creek, die wir am Nachmittag besuchen wollten, zum noerdlichsten Punkt unseres Trips: Indian Head. Ganz ueberraschend taucht auf einer Insel, die nur aus Sand besteht, ein riesiger Felsen auf, der ins Meer hineinragt. Man kann hinauf laufen, ungefaehr 50 Meter hoch, und blickt von oben direkt ins klare Meer. Dieser Punkt ist fuer seine Meeresbewohner beruehmt, und wir hatten Glueck und sahen Delfine, Haie, Rochen, Schildkroeten und Fischschwaerme. Beeindruckend!!! Da das Wasser so klar ist kann man sie super von oben sehen. Nachdem wir eine Weile auf den Felsen zugebracht hatten brauchten wir erstmal eine Abkuehlung, da die Sonne schon morgens brannte. Ein Stueck weit noerdlich des Indian Head sollte es eine Badestelle namens "Champagne Pools" geben, zu der wir hinlaufen wollten.
Nach ca. 40 Minuten am Strand entlang und nochmal zehn Minuten ueber einen Huegel rueber waren wir da: mehrere Felsenpools, in die Meerwasser hineinschwappt, wenn sich groessere Wellen an den Felsen brechen. Eine richtig schoene Abkuehlung in der Hitze! Sogar einige Fische schwammen in den Pools, die wohl von den Wellen heruebergespuelt worden waren. Zum Glueck keine Quallen, Haie etc..;-)
Nach der Rueckkehr zum Auto am Indian Head ging es wieder nach Sueden am Strand entlang, vorbei am Maheno Shipwreck, an dem wir spaeter zelten wollten, zum Eli Creek.
Der ist klasse! Ein Frischwasser-Bach, der ganz klar ist und relativ schnell fliesst. Ueber einen Holzsteg kann man bachaufwaerts laufen, und sich dann auf dem Ruecken zur Muendung treiben lassen. Heather (Kanadierin) und ich haben es ausprobiert, und siehe da, es klappte!
Anschliessend bin ich noch einmal mit Sara, Tim und Jules durchgelaufen.
Leider konnten wir dort, wo wir urspruenglich zelten wollten, nicht hin, da sich unweit der Stelle etwas landeinwaerts ein riesiges Buschfeuer entwickelt hatte. Der ganze Himmel war voller Rauch und hin und wieder konnte man sogar vom Strand aus Flammen sehen.
Selbst die Sonne leuchtete durch den Rauch in einem unwirklichen grellen Orange. Das war sehr beeindruckend, aber natuerlich wollten wir nicht so dicht am Rauch campieren. Deshalb fuhren wir noch etwas weiter und schlugen unsere Zelte ein bis zwei Kilometer suedlich des Schiffswracks auf.
Nachmittags lief der "harte Kern" der Gruppe (alle bis auf die Irinnen und einen Englaender) zum Wrack hin. Hinein darf man nicht, das ist zu gefaehrlich, aber wenn man sieht, mit welcher Wucht sich die Wellen daran brechen und wie wild das Wasser im Wracksinneren sprudelt, dann moechte man da auch gar nicht hinein...
Wir haben Glueck gehabt, es noch zu sehen, denn da es so rostig und morsch ist, soll es naechstes Jahr entfernt werden, weil es sowohl fuer Menschen als auch fuer Tiere eine Gefahr darstellt.
Abends sassen wir wieder alle zusammen und haben erzaehlt, und mit Lagerfeuer waere es perfekt gewesen. Aber das ist auf der Insel verboten, und wir wollten nicht unbedingt ein Buschfeuer starten, nachdem wir das grosse Feuer gesehen hatten.
An diesem Abend hatten wir zweimal Besuch von einem Dingo, der um unser Camp schlich. Um ein paar gute Fotos zu bekommen tat ich natuerlich genau das, was man nicht tun soll: ich ging in die Hocke. Der Dingo war davon aber unbeeindruckt, schien die Kamera aber auch nicht sonderlich zu moegen. Meine Gruppe war zum Glueck nicht so dingoscheu bzw -aengstlich wie die anderen Gruppen, die sie immer fortscheuchten und sich mit Stoecken oder Zeltstangen bewaffneten.
Ein paar von uns verabredeten sich fuer vier Uhr morgens, um zum Wrack zu laufen und von dort aus den Sonnenaufgang anzusehen.
Letztendlich waren dann nicht alle dabei, aber es war klasse. Ein Sonnenaufgang ueber einem Schiffswrack... richtig schoen. Nur der Rauch hing noch etwas in der Luft, was nicht so toll war, und uns oefters husten liess. Im Camp war es aber okay.
Schon um fuenf Uhr war es in der Sonne knallheiss, sodass ich beschloss, nicht ins Zelt zurueckzugehen. Schlafen wollten wir alle nochmal, da wir am letzten Tag erst gegen halb neun aufbrechen wollten bzw. wir wegen der Flut nicht frueher losfahren konnten. Davor waere es nicht sicher gewesen, am Strand zu fahren, der Sand waere zu weich etc.
Stattdessen kletterte ich auf die Gepaeckplattform des Autodachs und schlief dort noch ein bis zwei Stunden, bis es, trotz der angenehmen Brise dort oben, in der Sonne einfach zu heiss wurde.
An diesem letzten Tag stand nur noch der Lake Wabby auf dem Programm. In der Siedlung Happy Valley kauften wir nocheinmal Eis und parkten dann am Strand, um die 1.8 Kilometer zum See zu laufen. Zuerst war es ein ganz schoener Weg, ein schmaler Pfad mitten durch den Wald. Dann jedoch wurde es anstrengend: ein Kilometer ueber Sandduenen rueber, und zwar mehr hoch als runter. Ab und zu kamen wir zu einer steilen Kante, hinter der es gute zwei bis drei Meter runter ging, um dann wieder erneut anzusteigen. Da hat es Spass gemacht, hinunterzuspringen, der Sand war so weich, dass es kein Problem war. Dort kann man wirklich das Gefuehl bekommen, man sei in der Wueste. Nur Sand! Und dann, ploetzlich, blickten wir von oben auf einen kleinen, flaschengruenen See: wir waren da! Noch eine letzte steile Duene hinunter, und wir waren am Wasser.
Der See ist wunderschoen, direkt von Wald umrandet (bis auf die Seite an der Duene), und das Wasser ist tiefgruen. Das Bad im See war wunderbar erfrischend, aber das Beste war: die steile Sandduene endete direkt an der Wasserkante. Was taten wir also (d.h. drei aus unserer Gruppe): wir rollten seitwaerts die Duene hinunter (ganz schoen schnell!!!), bevor wir mit einem Platsch im Wasser landeten. Das war ein Spass! Leider wird vorausgesagt, dass dieser See durch Verdunstung und Versandung in vier Jahren verschwunden sein soll.
Der Rueckweg war viel weniger anstrengend, es ging zwar wieder durch den tiefen weichen Sand, aber ueberwiegend abwaerts.
Dann mussten wir uns entscheiden, ob wir erst zur Faehre fahren sollten und dort Mittag essen, oder am Strand essen und dann zur Faehre. Wir entschieden uns fuer ersteres, da wir die 1.30pm Uhr-Faehre nehmen sollten. Und natuerlich musste am Ende noch was kommen: wir steckten im Sand fest! Direkt dort, wo die Faehre anlegen sollte! Wir wollten umdrehen, und dabei drehten die Reifen durch und gruben sich immer weiter in den Sand hinein. Aber nach einem Vor- und Zurueck und dadurch, dass alle anschoben, kamen wir relativ schnell frei, fuhren auf die Faehre, sahen wieder einen Delfin, und assen schliesslich unser Mittagessen auf dem Festland, bevor wir das Auto zurueckbrachten. Ein super Ausflug, fand die ganze Gruppe.

Es ist einfach erstaunlich, wieviel man lernen kann, in drei Tagen mitten in der Natur.
Nachdem wir alles abgeladen hatten checkten wir wieder im Hostel ein, bezogen unsere Zimmer (in meinem waren sonst nur Jungs aus anderen Gruppen, die mit uns auf der Insel waren. Sie bemitleideten mich sofort, dass ich in einem reinen Jungs-Zimmer schlafen sollte, waren aber sehr nett. Ausserdem hatten sie Coldplay-Musik laufen, schonmal sehr sympathisch;-).
Da sich fuer die Dusche eine Schlange gebildet hatte, huepften Heather und ich erst in den Pool, und dann ging ich nochmal zum Strand, kletterte die Klippen zum Sandblow hoch (um ein paar Fotos zu machen), stellte dabei fest, dass hoch komplizierter ist als runter, und ging ueber den Sandblow (schon wieder tiefer weicher Sand, hilfe!) und die Strassen des Dorfes zurueck.
Nach einer kurzen Unterhaltung mit Sara kam ich dann endlich dazu, zu duschen, bevor sich die Gruppe zum Abendessen im Hostel traf. Obwohl wir alle recht muede waren, blieben Sara, Tim, Jules, Simon und ich noch relativ lange auf, erzaehlten und spielten Billard (nach australischen Regeln, die manchmal einleuchtender sind als die, nach denen ich bisher gespielt habe).
(Ach ja, das war der erste Advent. Fiel mir ein, als ich in der Nachmittagssonne vom Sandblow zuruecklief und ueber Wale nachdachte;-).

Am naechsten Morgen nahm ich meine pitschnasse Waesche von der Leine, die ueber Nacht leider nicht getrocknet war, da es in Stroemen geregnet hatte, packte alles zusammen und fuhr mit dem Premier-Bus erst nach Brisbane, und von dort aus weiter nach Byron Bay.
Rainbow Beach ist so schoen, dass ich dort sehr viel laenger haette bleiben koennen, auch wenn es ganz klein und ruhig ist.
Da ich in Brissie zwei Stunden Umsteigezeit hatte, ging ich nochmal zum Foodcourt in der Queen Street Mall, um Mittag zu essen. Das war schon ein merkwuerdiges, wenn auch sehr vertrautes Gefuehl, durch die Strassen von Brisbane zu laufen. Aber der grosse Weihnachtsbaum in der Queen Street ist einfach haesslich und kitschig;-)
Abends kam ich in Byron Bay an und wurde von meinem Hostel, dass ich von Brissie aus angerufen hatte, in einem Kleinbus abgeholt. Ich bekam sogar eine kleine Stadtrundfahrt, damit ich wusste, wo Woolies, der Strand, Bars etc sind. Das war vorgestern.