Wednesday, November 29, 2006

Bundaberg No 2


Und ich war nicht mehr an der Tomatenmaschine!!!
Am naechsten Tag brauchten uns Nielsens ueberraschend doch nochmal. Wir haben alle Pflanzen, die wir in den zwei vorherigen Tagen geschnitten hatten, gepflanzt.
Das war recht angenehm; wir sassen dabei rueckwaerts auf einer Art Anhaenger hinter'm Traktor, und mussten in Rekordtempo die Pflanzenstuecke in sich schliessende Klauen einfuehren, die diese dann in die Erde befoerderten.
Nach fuenf Stunden hatten wir 20 Reihen bepflanzt, und keine Spitzen mehr uebrig.
Am naechsten Tag wurden wir dann aber wirklich nicht gebraucht, und mussten deshalb auf eine Cherry-Tomaten-Farm. Immer noch besser als die riesige Tomatenfarm mit der beruechtigten Tomatenmaschine.
Aber diese Arbeit war einfach oede. Achteinhalb Stunden auf einem Eimer sitzen, wobei man sich vorkam wie auf einem Dunny (=Plumpsklo), und vor sich eine gruene Wand, in der sich die kleinen Tomaten versteckten. Wir mussten alles pfluecken, was auch nur den leichtesten Gelbstich hatte, bis hin zu knallrot.
Da wir pro Eimer (25l) bezahlt wurden, gab's keine Antreiber, die uns gehetzt haetten, sondern wir konnten quasi selbst entscheiden, wie viel wir arbeiten, und somit verdienen, wollten.
Ich habe mir Zeit gelassen und zehneinhalb Eimer gefuellt, was ich gar nicht so viel fand. Meine Kollegin von der Suesskartoffelfarm hatte allerdings nur fuenfeinhalb Eimer, die Asiaten aber mindestens 15. Das sind richtige Arbeitstiere, die ernten die in einer Geschwindigkeit, das ist unfassbar! Fuer die ist es eine Strafe, Arbeit zu bekommen, bei der man nach Zeit bezahlt wird!
Das Aergerliche war, das die Pflanzen mit irgendetwas besprueht waren, was auf der Haut schwarz wurde. Am Ende des Arbeitstages waren Haende und Arme rabenschwarz, und unter der Dusche faerbte sich der weisse Schaum gelb. Noch heute ist etwas davon auf meinen Haenden, was bis jetzt nicht abgegegangen ist!
Den Tag danach, meinen letzten Tag in Bundaberg, habe ich mir freigenommen.

Gestern bin ich mit dem Greyhound-Bus nach Rainbow Beach gefahren, und wollte eigentlich heute schon mit einer Self-Drive-Tour nach Fraser Island rueber. Da ich aber nicht vorausgebucht hatte, sondern einfach so gekommen bin, wurde ich erstmal auf die standby-Liste gesetzt. Und bin natuerlich nicht mitgekommen. Dafuer wurde mir garantiert, dass ich morgen dabei bin. Dann geht's fuer drei Tage rueber auf die Insel!
Gestern abend war ich noch mit ein paar anderen aus dem Hostel auf dem "Carlo Sandblow", einer riesigen Sandsenke auf einem nahegelegenen Berg. Wenn man darin steht, kommt man sich vor wie in der Wueste. Auf der einen Seite ist eine recht steile Kante, von der aus man direkt auf das Blaetterdach des angrenzenden Regenwaldes blickt.
Auf der anderen Seite gehen Sandsteinklippen runter zum Strand, bestimmt gute 50 bis 100 Hoehenmeter (kann ich sehr schwer einschaetzen).
Wir hatten an der Rezeption gefragt, ob wir da runter koennten, und am Strand zurueck, aber man sagte uns, ohne Kletterseil und -schuhe nicht. Also nahmen wir die Strasse zurueck.
Heute war ich nochmal dort, mit drei anderen Maedels und einem Jungen, die alle noch nicht da waren. Tim fragte, ob wir nicht ueber die sandigen Klippen runterklettern wollten und am Strand zuruecklaufen. Es sah wirklich nicht sehr schwer aus, auch wenn es recht steil war, aber sehr sandig. Also haben wir es versucht, und es ging wirklich gut! Mehr Sand als Felsen, und seitlich rutschte man immer ein paar Meter weiter, bevor man wieder gebremst wurde. Nur einmal mussten wir ca. zwei Meter von einem Vorsprung auf den darunterliegenden sandigen Hang huepfen.
Es hat richtig viel Spass gemacht!!! Und der Weg am Strand zurueck war auch definitiv schoener als an der Strasse!!!
Ich werde das hier ins Gaestebuch schreiben, dass man da runter kann, auch ohne Kletterschuhe, am besten barfuss.
Heute nachmittag haben wir ein Briefing fuer die Tour, die morgen frueh losgeht.
Hoffentlich klart der Himmel bis morgen auf, im Moment ist es dicht bewoelkt und sprueht. Als wir vorhin von unserem Kletterabenteuer wiederkamen waren die Sachen von dem feinen Nieselregen richtig durchnaesst.
Viel mehr kann man in Rainbow Beach nicht tun (ausser irgendwelcher Aktivitaeten, die aber alle wieder was kosten, wie z.B. kayaking, hang gliding etc., was aber heute alles wegen schlechten Wetters abgesagt wurde). Aber der Strand hier ist sehr schoen, und nach den zwei Wochen tropischem Meer ist es schoen, mal wieder Wellen zu haben!
Jetzt ist es sowieso nur noch eine Stunde bis zum Briefing, und danach ist es auch schon Abend, Zeit zum Essen, zum Packen fuer Fraser, und dann zum Schlafengehen;-)
Bis nach Fraser Island,
Inken

Friday, November 24, 2006

Bundaberg


So, die ersten drei Arbeitstage waeren geschafft! Und ich bin NICHT an der Tomatenmaschine!!!
Sondern bei Nielsens, einem kleinen Familienbetrieb, gelandet. Eigentlich sind es nur ein Farmer und seine Frau, die sich ab und zu ein paar Backpacker bestellen, die ihnen dann bei der nicht-maschinellen Arbeit helfen.
Und ich bin der Meinung, dass ich richtig Glueck gehabt habe! Im Gegensatz zu den Tomatenleuten, deren Transport um 4.20 Uhr losgeht, muessen wir erst um sechs Uhr weg.
Am ersten Tag waren wir zu dritt, Julia und ich aus Deutschland, und "Dutchy" (aus Holland).
Zuerst mussten wir auf's Feld, um Suesskartoffeln zu ernten. Das ist wirklich anstrengend, und am Anfang war mir der Bauer total unsympathisch, wie ein Sklaventreiber. Ausserdem befuerchteten wir, den ganzen Tag auf dem Feld stehen zu muessen! Es waren dann letztendlich nur zwei Stunden, die aber auch gereicht haben:-) Man muss sich naemlich breitbeinig ueber die Pflanzenreihe stellen und sich dann so weit nach unten beugen, dass man in der Erde wuehlen kann, um die Suesskartoffeln auszugraben. Und das geht in den Ruecken!!! Allerdings merkt man nach der Arbeit nichts mehr davon, nur solange, wie man sich bueckt.
Vom Feld aus ging's dann in den Shed, wo die Kartoffeln maschinell (!) gewaschen und dann auf ein lustiges manuell betriebenes Drehkarussell geleitet wurden. Julia, Carolyn (die Farmersfrau) und ich mussten nun die Enden abschneiden und sie in Kartons verpacken, geordnet nach sechs verschiedenen Groessen. Das war am Anfang ganz schoen schwierig, Groesse und Gewicht zu schaetzen. Nach fuenfeinhalb Stunden war auch das geschafft, und nachdem wir aufgeraeumt und saubergemacht hatten, wurden wir vom Hostelbus abgeholt.
Am naechsten Morgen staksten wir alle etwas merkwuerdig herum, da wir vom nach-vorne-gebeugt-auf-dem-Feld-stehen tierischen Muskelkater an der Oberschenkelrueckseite hatten (ich merke jetzt immer noch was davon!). Diesmal mussten wir ganze drei Reihen auf dem Feld abernten, nicht nur zwei wie am ersten Tag. Es war zwar gut, dass wir das gleich morgens gemacht haben, wenn es "noch nicht so heiss" ist -haha-, aber der Muskelkater hat das alles nochmal etwas erschwert.
Und es war um einiges heisser als am ersten Tag, sodass Nielsen (der Farmer) alle halbe Stunde mit dem Ute die Reihen entlangfuhr und "Water!!!" bruellte.
Hat mich sehr an 'Camp Green Lake' erinnert, fuer alle, die in meinem Englisch-Kurs waren oder sonst das Buch 'Holes' von Louis Sachar kennen:-)
Aber irgendwann waren auch diese drei Reihen abgeerntet, und es ging wieder in den Shed.
Wie auch am ersten Tag habe ich mir den Platz am Drehkarussell gesichert, der am naechsten an der Saeuberungsmaschine lag, da immer wieder feine Wassertroepfchen heruebergesprueht kamen; schoen erfrischend!
Diesmal ging es mit dem Sortieren schneller, da wir wussten, was zu tun war, und somit waren wir schon um halb eins fertig. Nach einer halben Stunde Mittagspause ("lunch" laut Carolyn, "dinner" laut Nielsen...) wurden wir zu einem anderen Feld gefahren, das noch total ueberwuchert war. Dort mussten wir eine Stunde lang Pflanzenenden abschneiden, eine oede Arbeit, wenn auch laengst nicht so hart wie das Suesskartoffeln ausgraben.
Mit dabei war noch ein Kanadier, der schon fast ein Jahr in Australien ist und schon sehr viel mehr fruit-picking gemacht hat als wir anderen, und sich trotzdem am meisten beschwert hat... was wir Maedels natuerlich gleich als Anlass zum Necken genommen haben:-)
Am zweiten Tag wurde der Farmer auch richtig sympathisch und hat sich viel mit uns unterhalten.
Der groesste Unterschied ist allerdings, dass wir beim Ernten und Sortieren nach Zeit bezahlt wurden, beim Schneiden allerdings nach Anzahl!!! Pro Pflanze gibt's drei Cent, wir muessen sie in Buendeln von 50 Stueck links neben uns legen, und sie werden dann von Nielsen eingesammelt. Man kann also bedingt beeinflussen, ob man mehr oder weniger verdient.
Und heute war's am Besten! Wir haben nur geschnitten, 18.000 Pflanzen war die Aufgabe. Wir waren zu viert, mit Carolyn fuenf.
Nach dreieinhalb Stunden waren wir fertig, und hatten einen Tageslohn sicher! Das ist das Gute am Schnippeln: netterweise hat Nielsen uns ausgerechnet, als wir fertig waren und er von jedem die Pflanzenanzahl wusste, was wir pro Stunde verdient haben: ich lag an der Spitze mit 29,70 AUD:-) Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ich die zwei Tage davor siebeneinhalb Stunden fuer das Geld, das ich heute in dreieinhalb Stunden verdient habe, arbeiten musste!
Allerdings geht diese Arbeit auch tierisch auf den Ruecken, und die Zeit war wirklich genug! Teilweise habe ich im Knien bzw Sitzen gearbeitet, und meine Jeans ist jetzt fuchsfarben statt hellblau:-)
Erfreulicherweise waren wir somit schon wieder um zwoelf Uhr zurueck im Hostel!!!
Ich bin mal gespannt, was morgen dran ist.
"Smoko" (morning tea break) hatten wir im Garten von Nielsens, deren Haus direkt neben den Feldern liegt, und dort habe ich Bekanntschaft mit ihrer Katze gemacht. Ein goldiges Viech, das ganz wild auf Streicheleinheiten ist! Offensichtlich bekommt sie die nicht so haeufig. Ausserdem ist sie genauso wie Thea, gleiche Rasse, gleiches flauschiges Fell, gleiche niedliche Ohrhaare. Nur die Farbe ist anders, diese hier ist schwarz-braun-blond gescheckt. Aber goldig!!!:-)

Das Schoene ist, dass man hier so viele verschiedene Nationalitaeten trifft. Zwar sind im Hostel wirklich sehr viele Deutsche, aber der Hollaender und der Kanadier sind ganz witzig, und es ist wirklich interessant, wenn man sich so unterhaelt, und was man alles dabei lernt!
Der Kanadier erzaehlte, er sei Chemie-Student, was Julia gleich zu der Frage veranlasste, ob er denn schon gelernt haette, wie man eine Bombe baue. Als er dies verneinte, sagten wir beide wie aus einem Mund, das haetten wir sogar in der Schule schon gelernt!
Lustig, wenn er jetzt nach Kanada zurueckfuehre und erzaehlte, in Deutschland lerne man in der Schule, wie man Bomben baut...:-)

Jetzt ist Sonntag, und wir hatten schon um zwoelf Uhr mittags Feierabend. Fuenf Stunden lang waren wir auf dem Feld, um die Enden, die wir die letzten zwei Tage geschnitten hatten, in ein neues Feld einzupflanzen, sodass wieder neue Suesskartoffeln daran wachsen! Das Angenehme an der Sache war, dass wir dabei rueckwaerts auf einem anhaengeraehnlichen Teil sitzen durften, dass hinter dem Traktor hergezogen wurde. Vor uns lag ein Berg Pflanzenenden, die wir in Rekordtempo in rotierende Klauen einfuehren mussten, bevor diese sich schlossen und sie in die Erde befoerderten. War schon lustig, das Teil! Nach 20 Reihen war Schluss, weil alle 18.000 Pflanzen aufgebraucht waren. Mittwoch brauchen Nielsens uns erst wieder, aber da habe ich vor, weiterzufahren, nach Fraser Island (um mich von der schweren Arbeit zu erholen;-). Deshalb weiss ich nicht, was wir vier die naechsten zwei Tage machen muessen. Hoffentlich geht's nicht aufs Tomatenfeld!

Gerade eben war ich einkaufen, und als ich wiederkam, musste ich feststellen, dass irgendjemand Dreistes meine Milchgallone geoeffnet hat. Schweinerei! Naja, ist sowieso fraglich, ob ich die drei Liter in den letzten drei Tagen geschafft haette...

Hier im Hostel steht jetzt ein haesslicher Plastikweihnachtsbaum, der mit kitschigen Plastikengeln und Goldketten behaengt ist. Und meine Zimmergenossinnen haben sich heute auch einen kleinen Weihnachtsbaum gekauft, den sie nachher schmuecken wollen.
Bisher hing unter der Decke "nur" eine Girlande aus Glanzpapier-Tanne, seit gestern ein grosser Papp-Weihnachts-Hampelmann an der Wand, und heute kam der Baum dazu... gut, dass unser Zimmer so geraeumig ist:-)

Ich melde mich entweder nochmal aus Bundaberg, oder ansonsten irgendwann nach Fraser Island. Hooroo!

Wednesday, November 22, 2006

Townsville&Magnetic Island

Hallo, diesmal aus Bundaberg!
Die Fahrt mit dem Greyhound-Bus von Cairns nach Townsville hat sich ganz schoen in die Laenge gezogen (sechs Stunden inkl. Fruehstuecks-Pause).
Townsville selbst hat mir ganz gut gefallen, ein kleines, tropisches Städtchen, aber ein paar der Einheimischen waren seeeehr merkwuerdig!!!
Zuerst habe ich einen Platz im Zug fuer den naechsten Tag nach Bundaberg gebucht, bevor ich mit der Faehre nach Magnetic Island gefahren bin. Diese kleine paradiesische Insel liegt acht Kilometer vor Townsville; die Faehrfahrt dauert 25 Minuten und war sehr windig und schaukelig.
Auf der Insel habe ich den Bus genommen und bin zur dem offenen Meer zugewandten Seite gefahren, in eine Siedlung namens Horseshoe Bay.
Eigentlich wollte ich dort, nach Vorbild meines Bruderherzes, am Strand schlafen. Da ich aber schon um 16 Uhr dort ankam, der Strand ziemlich voll war und patrouilliert wurde (campen waere sowieso verboten gewesen), bin ich ueber einen kleinen, schmalen, felsigen und recht steilen Pfad zur Balding Bay gelaufen, welche ganz einsam und klein und deren einziger Zugang dieser kleine Pfad ist.
Somit habe ich dort im Schutz einiger Felsen uebernachtet. Abends hatte ich Besuch von einem frechen, aber sehr goldigen Possum, das ganz nah an mich herankam und es scheinbar auf mein Muesli abgesehen hatte. Nachts habe ich es erwischt, als ich von einem Rascheln aufgewacht bin, wie es mit einem Kumpel auf meinem Rucksack herumturnte!
Der Sternenhimmel war einfach gigantisch, und jedes Mal, wenn ich aufgewacht bin, hatte sich das Bild wieder etwas verschoben. Das strahlend helle Kreuz des Suedens war die ganze Zeit vorhanden, und mir kam es so vor, als sei auch "Orion" deagewesen, aber der gehoert ja eigentlich auf die Nordhalbkugel... Vielleicht gibt's hier ja noch einen?
Am naechsten Morgen war ich schon recht frueh wach, und da ich nicht wieder den gleichen Weg zuruecklaufen wollte, entschied ich mich fuer die etwas weitere Version, und zwar, ueber die Radical Bay (nicht so schoen, dafuer aber mit Palmen) und die Florence Bay zurueck zur Hauptstrasse und somit zur Bushaltestelle zu wandern. Obwohl es insgesamt nur circa sechs Kilometer waren, war es recht anstrengend mit den beiden Rucksaecken und der kleinen Fresstasche.
Waehrend einer Pause mitten im Wald setzte sich mir, nach unsicherem Geflatter vor meiner Nase, ein Rainbow Lorikeet auf den Kopf, anscheinend gefielen ihm meine Haare.
Anschliessend konnte ich mich auf der Faehre wieder ausruhen, mit der ich zurueck nach Townsville gefahren bin.
Da ich dort noch einige Stunden bis zur Abfahrt des Zuges hatte, habe ich mir noch etwas die Stadt angeschaut, aber mein erster Eindruck wurde nicht veraendert.
Schliesslich stieg ich um 16 Uhr in den "Sunlander" nach Bundaberg ein, wo ich heute morgen um neun Uhr ankam.
Hier bleibe ich jetzt eine Woche lang, in einem Working Hostel, und wenn alles klappt, stehe ich die naechsten sechs Tage auf dem Feld oder uebe einen anderen Job auf einer Farm aus.
Meine vier deutschen Zimmergenossinnen sagten mir schon, alle Neuen kaemen an die "Tomatenmaschine". Was das ist - keine Ahnung... ich dachte, die wachsen so am Strauch oder an einer Staude...
Nun ja, vielleicht finde ich es morgen heraus.
Demnaechst werde ich schlafen gehen, da ich eventuell morgen frueh um vier Uhr aufstehen muss...

Sunday, November 19, 2006

Cape Tribulation


Seit zwei Stunden bin ich wieder aus Cape Tribulation zurueck, wo ich das Wochenende verbracht habe. Das Dorf befindet sich ca. 120 Kilometer noerdlich von Cairns und traegt den Beinamen "where the reef meets the rainforest".
Samstag ging's morgens um halb acht mit dem Tourunternehmen "Cape Trib Connections" los; erster Stop war in Mossman, einem kleinen Dorf ca. eine Stunde Fahrtzeit noerdlich von hier. Dort liefen zwei goldige Border Collies frei herum, die sich haben streicheln lassen und die wir fast mitgenommen haetten!
Weiter ging's zu einem Tierpark, in dem wir drei ineinander verschlungene sechs Meter lange Pythons, einen Fellhaufen aus Sqirrel Glidern, zwei Swamp Wallabies, zwei Cassowaries (Helmkasuare), einige Kakadus und zwei Salties (estuarine crocs) gesehen haben.
Vom Park aus ging's weiter nach Norden durch die Alexandra Ranges, von denen aus man einen tollen Ausblick aufs Meer hatte, und von dort aus weiter nach Cape Tribulation.
Gegen 13 Uhr wurden wir in unserem Hostel/Resort "PK's Jungle Village" abgesetzt und hatten dort 24 Stunden zur freien Verfuegung.
Zuallererst bin ich ueber einen Holzsteg durch Regenwald und Mangrovensumpf zum Strand gegangen. Ein paar dutzend Meter weiter draussen sah man wirklich schon Korallenriffe!
Leider sollte man im Sommer in Nordaustralien nicht im Meer baden, da sowohl fuer Salzwasserkrokodile, als auch fuer Haie und Wuerfelquallen "Jagd"Saison ist.
Das zumindest wird den Touristen erzaehlt. Viele Einheimische gehen trotzdem im Meer baden und behaupten, das sei alles halb so wild.
Trotzdem habe ich es vorgezogen, an Land zu bleiben und bin den Strand entlang zum eigentlichen "Cape Tribulation" gelaufen, einem felsigen gruen bewachsenen Kap. Ich bin die Felsen hochgeklettert und hatte von oben einen tollen Blick auf das Meer, den Strand und den gleich dahinter beginnenden Regenwald. Klasse!
Anschliessend bin ich noch zu einem "offiziellen" Lookout gegangen (zudem extra fuer Touristen ein ordentlich angelegter Weg fuehrt), und zum Strand hinterm Cape.
Abends war ich mit zwei Maedels aus Sydney und einigen Jungs aus Cairns, die wir im Resort getroffen haben, im Pool und in der resorteigenen "Jungle Bar", in der gegen 22 Uhr einige Aboriginals Trommel- und Didgeridoo-Musik zum Besten gegeben haben, was richtig super war!
Heute hatten wir dann noch den Vormittag zur freien Verfuegung. Ich wollte eigentlich nochmal zum Cape, was sich aber als zu gefaehrlich herausgestellt hat, da Flut war. Man muss naemlich einen Bach durchqueren, der den Strand kreuzt. Bei Ebbe ist er hoechstens zehn Zentimeter tief und windet sich maeanderartig ueber den Strand zum Meer hin. Bei Flut jedoch ist er bis zu einem Meter tief und kreuzt den Strand schnurgerade (und der Strand ist dort nicht sehr breit).
Das Pikante an der Sache war , das es ein Muendungsarm eines kleinen Flusses ist, der sich direkt hinter dem Wald durch den Regenwald schlaengelt, und der von niedlichen salties bewohnt ist. Ueberall stehen Warnschilder, man solle sich von der Wasserkante fernhalten und schon gar nicht schwimmen gehen. Bei Flut haette ich diesen Bach nun ca. drei Meter vor dem Warnschild kreuzen muessen - und das Wasser waere durchaus tief genug fuer ein Kroko gewesen... deshalb habe ich es lieber gelassen:-) Ausserdem drueckte die Flut Meerwasser in den Bach, und haette somit auch Wuerfelquallen hineinbefoerdern koennen. Also nicht so einladend das Ganze...
Deshalb habe ich mich nur an den Strand gesetzt, mit den Sydneysidern (den beiden Maedels) erzaehlt, und anschliessend den ganzen Sand abgeduscht und Mittag gegessen.
Um 13 Uhr wurden wir wieder aufgesammelt, erster Stopp auf der Rueckfahrt war bei einer Ice Cream Company, die auf einem grossen Stueck Land tropische Fruechte anbaut, eigens zur Herstellung von Speiseeis. Besonders gut fand ich "Wattleseed", fuer das ich das deutsche Wort nicht kenne.
Stopp Nummer zwei war am von Krokodilen bewohnten Daintree River fuer einen Wildlife Cruise auf einem Boot. Wir sahen zwei crocs, viele Fledermaeuse und Flughunde, eine tree snake, einen green tree frog, und viele Voegel. Ausserdem gab's kostenlosen Daintree-Tee zum Probieren. Lecker!
Letzter "groesserer" Stopp war in der Mossman Gorge, in der wir schwimmen durften. Allerdings waren nur ein anderes Maedel und ich drin, die anderen fanden das Wasser zu kalt. Das war es aber gar nicht, sondern nur schoen erfrischend, nicht so eklig badewannenwarm wie die Pools hier:-)
Und weiter ging's nach Port Douglas zum "4 Mile Beach". Da ueber den Bergen dunkle schwere Wolken aufzogen sah das Wasser nicht so blau aus wie auf den Postkarten. Trotzdem war es sehr schoen, wenn ich auch den Ort etwas nobel fand (ist wohl ein beliebter Urlaubsort von reichen Amis und Stars).
Zurueck nach Cairns ging's ueber eine tolle Strasse direkt am Wasser entlang.
Nachdem ich wieder ins Corona's eingecheckt hatte bin ich erstmal direkt zum "Woolshed" fuer ein gratis Abendessen gegangen (heute Chili con Carne mit Reis, welches das Wort "Chili" zu Recht trug:-), und anschliessend nochmal die Esplanade entlang, um mich von der Stadt zu verabschieden, da es morgen schon frueh weiter nach Townsville geht.
So, jetzt wisst ihr erstmal, wie mein Wochenende so aussah...

Thursday, November 16, 2006

Cairns


Hallo aus Cairns! Nach der 32-stuendigen Zugfahrt von Brisbane bin ich am Dienstag, den 14.11.06 um vier Uhr nachmittags hier angekommen. Die Zugfahrt an sich war, wenn auch lang, sehr schoen. Ich habe mich mit zwei anderen Backpackern und einem Australier, einem Imker aus Nambour, unterhalten, sodass die Zeit schnell vorbeiging.
Unterwegs durfte man an fast jeder Station aussteigen und wurde durch Hupen der Lok dann wieder zum Einsteigen aufgefordert. So konnte man sich schon mal an die immer waermeren Temperaturen und die zunehmende Schwuele gewoehnen. Die Geschwindigkeit, mit der sich der Zug fortbewegte, war spektakulaer: seine Hoechstreisegeschwindigkeit von 80 km/h erreichte er nur selten. Aber so sah man wenigstens etwas von der Landschaft, die, je weiter noerdlich wir kamen, immer schoener und gruener wurde.
Ich wohne im Moment im Corona Backpackers, das sehr zentral gelegen ist, mit zwei anderen Deutschen und einer Hollaenderin.
Dienstag abend war ich bei "Reefteach", einer zwei Stunden dauernden "Schulstunde", in der es ums -erraten?- Great Barrier Reef ging. Jetzt kann ich viele Fische und Muscheln und Korallen erkennen... aber ich werde wahrscheinlich gar nicht nochmal zum Riff rausfahren.
Mittwoch war ich den ganzen Tag auf dem Tully River, zum Wildwasser-Rafting. Wooo-hoo! Das war ein Spass! Der Fluss hatte Stromschnellen und kleine Wasserfaelle bis Stufe vier (insgesamt gibt's sechs). Zwischendurch durften wir aus dem Boot huepfen und eine Strecke schwimmen, was sehr toll war, da es einem trotz nasser Kleidung und Schwimmweste doch schnell warm wurde. Wildwasser-Schwimmen!
Es hat richtig viel Spass gemacht, war aber auch recht anstrengend, da einige der Stromschnellen ziemlichen Koerpereinsatz forderten.
Und heute habe ich das Ganze etwas ruhiger angehen lassen, bin morgens mit einer historischen Eisenbahn von Cairns nach Kuranda, dass etwas hoeher mitten im Regenwald liegt, gefahren.
Die Zugfahrt war toll, man hatte zwischendurch tolle Ausblicke aufs Flachland und bis zum Meer, auf natuerlich den Regenwald, und die Schlucht des Barron River.
Eigentlich war die Zugfahrt das Beste am ganzen Ausflug, denn das Dorf selbst war mir etwas zu touristisch aufgemacht. Es gab allerdings einen Pfad durch den Regenwald, der sehr schoen war.
Fuer die Rueckfahrt nach Cairns habe ich den sehr viel preiswerteren Shuttlebus genommen.
Anschliessend habe ich mir auf einem Markt Brot und Moehren zum Mittagessen und fuers Fruehstueck morgen frueh gekauft. Dann habe ich erstmal zwei Stunden im Hostel verbracht und mich mit meinen Mitbewohnerinnen unterhalten, bevor ich mir dann -endlich- Cairns selbst etwas naeher anschauen wollte. Kam ich aber auch erst mal nicht dazu. Da ich fuer morgen (Samstag, den 18.11.) eine zweitaegige Tour nach Cape Tribulation&Co gebucht habe, sollte ich meine Sachen zusammenpacken und dem Rezeptionisten des Hostels geben, der sie bis Sonntag abend, wenn ich wieder zurueckkomme, aufbewahrt. Und da ich eben sooo grossen Hunger hatte bin ich ins "Woolshed" gegangen, fuer das ich von meinem Hostel drei Gutscheine ueber je ein kostenloses Essen bekommen habe, und habe mich mit Spaghetti Bolognaise abgefuellt.
So, und da das Internetcafe um sieben Uhr dicht macht dachte ich mir, jetzt schreibste schnell mal was in den Blog. Jetzt ist es halb sieben und noch nicht dunkel draussen, sodass ich doch noch dazu komme, die Stadt bei Tageslicht zu sehen!
Denn Montag geht es morgens um sieben mit dem Greyhound-Bus die Kueste runter bis Townsville. Wo es danach hingeht, entscheide ich dann dort...jetzt geht's erstmal nach Cape Trib!

Sunday, November 05, 2006

Australia Zoo


Letzten Donnerstag bin ich zum Australia Zoo noerdlich von Brisbane gefahren. Erstmal eine Stunde mit dem Zug, dann nochmal eine Stunde per Bus durch die Glasshouse Mountains zum Zoo.
Definitiv der beste Tierpark, in dem ich bis jetzt war! Neben dem Muss eines jeden australischen Tierparks - einem begehbaren Kaenguru-Freigehege- leben dort Koalas, Wombats (habe zum ersten Mal welche in Aktion gesehen, nicht immer nur schlafend), Tasmanische Teufel, unzaehlige Arten von Echsen, Schlangen, Dingos, Galapagosschildkroeten, Geparde, Elefanten, Otter, Tiger ... und die waren besonders goldig!!!
Der zustaendige Tierpfleger hielt ein Tetrapak mit Milch in der Hand, und die Tiger waren so gierig nach jedem Tropfen, dass sie sich auf die Hinterbeine stellten und dem Pfleger die Vorderpfoten auf die Schultern legten, um jeden kleinsten Tropfen auslecken zu koennen. Richtig suesse Miezekaetzchen!
Aber die Hauptattraktion des Zoos sind ja die Salzwasserkrokos. Riesig waren die!!! Und jedes hatte ein eigenes Gehege mit mehreren Wasserloechern.
Um zwoelf Uhr mittags schaute ich mir die Krokodil-Show an, bei der erstmal Klarheit bezueglich der vielen Schauergeschichten und Vorurteile gegenueber der "salties" geschaffen wurde.
Auf einem Bildschirm wurde der Spielfilm "The Crocodile Hunter" gezeigt, den ich mir bis zur Abfahrt des Busses reingezogen habe.
Mit dem Bus bin ich weiter nach Caloundra gefahren, welches an der Sunshine Coast liegt. Da sie als noerdliches Pendant zur Gold Coast gilt wollte ich mir mal anschauen, wie es da so ist. Und siehe da: ebenfalls touristisch aufgemacht, aber nicht so ueberlaufen wie zum Beispiel Surfers Paradise. Noch dazu "fehlten" die Hochhaeuser, um die Sunshine Coast mit der Gold Coast vergleichen zu koennen. So, wie man sich den typischen Urlaubsort vorstellt: am Meer, mit Promenade am Strand entlang, Cafes, Souvenirlaeden, mehrgeschossige Pensionen mit dem Meer zugewandten Balkonen.
Einziges Manko waren die Wellen - die sind in Surfers auf jeden Fall besser!!! :-)

Friday, November 03, 2006

Brisbane


In zehn Tagen werde ich Brisbane, die Stadt, in der ich nun sechs Monate gelebt habe, verlassen. Ich hatte hier als Aupair im Nachtdienst gearbeitet - ja, ich musste nur nachts auf die Kinder aufpassen, ueber ihren Schlaf "wachen"*g* und hatte tagsueber immer frei. Daher hatte ich schoen viel Zeit, mir viel von der Umgebung anzusehen, von der Gold Coast mit Hinterland im Sueden bis zur Sunshine Coast im Norden.
Highlights waren definitiv Brissie selbst, die Surfstunden in Surfers Paradise, der Australia Zoo in Beerwah, das Kaengurus Knuddeln im Lone Pine Koala Sanctuary, der Ausflug nach Straddie Island und der Lamington National Park, welcher sich schon fast an der Grenze zu New South Wales befindet. Ausserdem die Wochenenden bei Mick in Canungra, die Ferien in den Whitsundays, Torstens Besuch...

Brisbane ist eine wunderschoene Stadt, und obwohl Grossstadt, ist die Atmosphaere eher "laid back" und kleinstaedtisch, familiaer. Es macht Spass, mit dem CityCat oder einer kleinen Faehre den Brisbane River entlangzufahren, durch den Botanischen Garten zu spazieren und den vielen weissen Kakadus zuzusehen, mit einem Leihfahrrad am Flussufer entlangzufahren, an der Lagune in South Bank zu relaxen, vom Mt Coot-tha aus die Stadt von oben als Ganzes zu betrachten oder bei Dunkelheit die erleuchtete Downtown von der Story Bridge aus anzusehen.
Im Endeffekt gibt es so eine grosse Auswahl an Unternehmungen, dass die Zeit wahrscheinlich nie reichen wuerde, um alles zu sehen ... aber ich freu mich schon auf was Neues!!! Time to say goodbye...